Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mietrecht

Sonderkündigung - Mieter kann sich auf Härtegründe berufen

Eigenbedarf ist ein typischer Kündigungsgrund. Berufen sich Vermieter auf ihr Sonderkündigungsrecht, müssen sie gar keinen gesetzlich anerkannten Grund angeben. Foto: Jens Schierenbeck
+
Eigenbedarf ist ein typischer Kündigungsgrund. Berufen sich Vermieter auf ihr Sonderkündigungsrecht, müssen sie gar keinen gesetzlich anerkannten Grund angeben.

Kündigt ein Vermieter seinem Mieter, muss er einen Grund angeben - Eigenbedarf etwa. Wohnt der Mieter jedoch in demselben Zweifamilienhaus, sieht das anders aus.

Berlin - Vermieter haben ein Sonderkündigungsrecht. Das gilt aber nur, wenn sie mit dem Mieter unter einem Dach wohnen, etwa in einem Einfamilienhaus mit einer Einliegerwohnung oder in einem Zweifamilienhaus.

Der Vermieter kann dann seinem Mieter praktisch grundlos kündigen. Er muss also keinen gesetzlich anerkannten Grund, wie etwa Eigenbedarf, angeben. Darauf macht der Deutsche Mieterbund (DMB) aufmerksam.

Mieter können sich dagegen mit Hilfe der sogenannten Sozialklausel wehren. Dafür müssen sie sich auf Härtegründe, wie Krankheit, hohes Alter, fehlender Ersatzwohnraum berufen. Sollten sich Mieter und Vermieter nicht einigen, muss das Gericht zwischen den Interessen abwägen.

Hintergrund dieses Sonderkündigungsrechts ist die besondere Wohnsituation von Mietern und Vermietern, die wegen der typischen Bauweise eines Ein- oder Zweifamilienhauses in enger Tuchfühlung zusammenleben. Es gilt auch in größeren Gebäuden, wenn neben den beiden Wohnungen für Mieter und Vermieter noch Gewerberäume im Haus existieren.

Beruft sich der Vermieter auf sein Sonderkündigungsrecht, muss der Vermieter bei seiner Kündigung eine Frist von drei Monaten einhalten. Diese verlängert sich bei einer Mietdauer von bis zu fünf Jahren um sechs Monate.

Kein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn der Mieter eine Wohnung in einem Haus mit drei Wohneinheiten angemietet hat - selbst wenn er dort zwei Wohnungen zu einer zusammengelegt hat oder eine Wohnung als Gewerbe- oder Büroraum nutzt.

Ansonsten gilt: Wenn sich der Mieter nichts zuschulden kommen lässt und seine Miete immer pünktlich zahlt, kann er nur in Ausnahmefällen gekündigt werden - beispielsweise wenn der Vermieter Eigenbedarf anmeldet, weil er selbst oder ein nahes Familienmitglied in die Wohnung einziehen wollen.

dpa/tmn

Kommentare