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Überraschungsei in Grün: Der Allrounder Kapuzinerkresse

Ihren deutschen Namen hat die Kapuzinerkresse (im Bild: Tropaeolum majus) dank ihrer Blütenform, denn sie erinnert an die Kopfbedeckung der Kapuzinermönche.
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Ihren deutschen Namen hat die Kapuzinerkresse (im Bild: Tropaeolum majus) dank ihrer Blütenform, denn sie erinnert an die Kopfbedeckung der Kapuzinermönche.

Sie ist ein wenig empfindlich, wächst schnell, hat hübsche Blüten und bietet Schädlingen keine Chance: Die Kapuzinerkresse ist für viele Gärten geeignet. Sie hat noch weitere Stärken.

Spiel, Spaß, Spannung und was zum Naschen - hinter dieser Werbebotschaft könnte Schokolade stecken. Oder die Kapuzinerkresse (Tropaeolum). Wer Kinder an das Gärtnern heranführen will, hat mit ihr die richtige Pflanze gefunden. Auch erwachsene Hobbygärtner haben viel davon.

«Wohl kaum eine Pflanze vereint so viele Vorzüge wie die Kapuzinerkresse», sagt Tanja Beddies, Diplom-Biologin und Fachautorin aus Mechtersen (Niedersachsen). Die Pflanze wächst rasant, begrünt im Handumdrehen Spaliere, Zäune oder etwa ein Tipi zum Spielen für die Kinder, und sie bedeckt kahlen Gartenboden. Darüber hinaus vertreibt sie Schädlinge, wird von Schnecken verschont, blüht unermüdlich bis zum Frost. Und sie schmeckt.

Ihren Namen hat die Kapuzinerkresse dank ihrer Blütenform, denn sie erinnert an die Kopfbedeckung der Kapuzinermönche. Sie ist ursprünglich verbreitet von Peru bis Kolumbien, wo sie auf kargen Felsfluren in der Sonne gedeiht. Aber die Kapuzinerkresse wächst laut Beddies auch im lichten Schatten nicht erheblich schlechter.

In Peru befruchten Kolibris die Pflanze, bei uns suchen etwa Hummeln nach Nektar in ihren glockenförmigen Blüten, erklärt Corinne Buch, Erste Vorsitzende des Bochumer Botanischen Vereins. Es sind etwa 90 Arten der Kapuzinerkresse bekannt, doch in unseren Gärten kommen nur einige wenige vor, vor allem die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus). Liebhaber säen auch die Kanarische (T. peregrinum) und die Dreifarbige Kapuzinerkresse (T. tricolor) aus.

Beliebt sind Sorten, die eine abwechslungsreiche Blattfärbung oder Blütenfarbe haben. Tief schwarzrot blüht etwa 'Black Velvet', die Beddies empfiehlt. 'Salmon Baby' trägt lachsfarbene Blüten und 'Tip Top Apricot' apricotfarbene. Interessant sind die Blüten von 'Peach Melba' und 'Cream Purple Spot', die bunte Flecken tragen, welche die Insekten zu den Pollen locken. Schöne Blätter in Blau-Grün bietet die Sorte 'Empress of India', die 'Alaska'-Sorten tragen grün-marmoriertes Laub.

Es gibt Sorten, die einen buschigen Wuchs haben, und solche, die klettern können. Zu letzteren zählen die lachs- und rosablühende Sorte 'Salmon Gleam', die relativ neue rotviolette Sorte 'Purple Emperor' sowie die cremefarbene 'Milkmaid' und 'Jewel of Africa' mit einem Mix aus roten, orangenen und gelben Blüten. Für die rankend wachsenden Arten empfiehlt Beddies ein Klettergerüst. Gut geeignet für Töpfe und kleine Beete sind die sogenannten Whirlybird-Kressen in verschiedenen Farben. Ihre Blüten stehen über dem Laub und verstecken sich nicht wie üblich darunter.

Je nach Witterung blüht die Kapuzinerkresse bis in den November hinein. «Der erste Frost lässt die Pflanzen über Nacht komplett absterben», sagt Beddies. Aus diesem Grund sollte der Hobbygärtner mit der Aussaat im Frühjahr auch bis Mai warten oder die Pflanzen an einem frostgeschützten Ort vorziehen. Die Fachautorin rät bei der Direktsaat im Garten, den Boden stets feucht zu halten. «Zur Ausbildung ihrer fleischigen Ranken benötigt die Kapuzinerkresse steten Wassernachschub.»

Mit Dünger muss der Hobbygärtner vorsichtig sein: Stehen den Pflanzen Nährstoffe im Überfluss zur Verfügung, produzieren sie fast nur noch Blätter. «Wird der Boden hingegen nicht gedüngt, bilden sich vermehrt Blütenknospen», erklärt Beddies.

dpa

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