Paketzusteller büßen ein

DHL, Hermes & Co.: Müssen Kunden bald mehr für Sendungen nach Hause zahlen?

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Die deutschen Lieferdienste machen bei den Erlösen immer mehr Einbußen - muss der Kunde nun mehr zahlen?
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Paketzusteller büßen bei Sendungen stetig an Erlösen ein: Um dem entgegen zu wirken, setzen DHL, Hermes & Co. viele Hebel in Bewegung - bekommt das bald auch der Kunde zu spüren?

Der Online-Handel ist so beliebt wie noch nie: Schließlich ist es für viele, die fünf Tage die Woche in der Arbeit sitzen, so praktischer an Kleidung, Elektrogeräte & Co. zu kommen. Mit ein paar Klicks ist der Einkauf erledigt und sie können entspannt auf die Lieferung warten.

Paketzusteller büßen ein - 44 Cent weniger Erlös in den letzten zehn Jahren

Die Beliebtheit von Paketsendungen macht sich auch in den Zahlen bemerkbar: 2017 stellten Dienstleister wie DHL, Hermes, DPD & Co. bereits rund 3,35 Milliarden Pakete zu. Dabei handelt es sich um einen Sprung von 6,1 Prozent zum Vorjahr. Für 2018 wird erneut ein Sprung von rund 5,5 Prozent erwartet. Dies geht aus einer Marktanalyse im Auftrag des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik e.V. (BIEK) hervor.

Während sich Händler wie Amazon, Media Markt & Co. darüber freuen, büßen die Zusteller jedoch immer mehr an Erlösen ein. Auch das zeigt sich in der Analyse: Demnach verdienten DHL, Hermes, DPD & Co. im Jahr 2007 noch 6,22 Euro pro Sendung - seither sanken die Erträge beinahe kontinuierlich auf einen Erlös von 5,78 Euro pro Sendung.

Viele der Zusteller reagierten darauf zuletzt auch mit Preiserhöhungen für die geschäftlichen Auftraggeber - so erhöhte Hermes erst zum 1. März 2018 seine Preise um 4,5 Prozent, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilte. Begründung: Das Geld soll in bessere Löhne und mehr Personal investiert werden.

Lesen Sie hier: Wenn der Paketbote nicht klingelt: Das sind Ihre Rechte.

DHL, Hermes & Co.: Kommen Preiserhöhungen auch für den Kunden?

Doch auch die Kunden könnten nach Meinung von Branchenexperten in Zukunft von Aufpreisen - in etwa bei einer Zustellung nach Hause - betroffen sein: "Ich rechne damit, dass die Haustürzustellung in Zukunft mehr kosten wird als die Abholung in einem Paketshop", erklärte Dr. Klaus Esser, der an der Studie gearbeitet hat, laut dem Online-Portal Welt.

Schließlich ist es ein häufiges Problem, dass Kunden bei der Zustellung gar nicht zuhause sind und Paketboten deshalb unverrichteter Dinge wieder umkehren müssen, wie Thomas Horst, Geschäftsführer Sales bei Hermes, auf der Website des Unternehmens berichtet. Kein Wunder also, dass Aufpreise die Folge sein könnten und Paketzusteller vermehrt an alternativen Lösungen arbeiten sowie Paketabholstationen oder -boxen bevorzugen.

Trotzdem müssten Kunden seiner Meinung nach nicht fürchten, dass die Zustellung nach Hause bald gar nicht mehr möglich sei: "Auch wenn Paketdienste in Deutschland künftig verstärkt auf Paket-Shops und andere Zustellservices setzen, wird es immer auch eine Lieferung nach Hause geben. Die Haustürzustellung ist nach wie vor die bevorzugte Zustelllösung vieler Kunden und somit kein Auslaufmodell."

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fk

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