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Renten-Analyse

Renten-Experte: Ab wann sich die Einzahlung in die gesetzliche Rente lohnt

Ein Rentnerpaar sitzt auf einer Bank und sonnt sich: Viele Deutsche zahlen jahrzehntelang große Summen in die gesetzliche Rentenversicherung ein.
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Viele Deutsche zahlen jahrzehntelang große Summen in die gesetzliche Rentenversicherung ein. (Symbolbild)

Viele Deutsche zahlen jahrzehntelang große Summen in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Doch lohnt sich diese Investition überhaupt? Ein Experte hat jetzt nachgerechnet.

Berlin - Auch wer jahrzehntelang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann nicht unbedingt üppige Auszahlungen im Alter erwarten. So erhalten unter anderem knapp 2,7 Millionen Rentner weniger als 1200 Euro Rente* - obwohl sie mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Dies ging aus einer Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linken hervor. Ist die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung überhaupt eine lohnenswerte Sache?

Rente als Investition: Es lohnt sich, alt zu werden – Renten-Experte hat nachgerechnet

Der Finanzmathematiker und Renten-Experte Werner Siepe hat jetzt nachgerechnet, ab wann sich die Einzahlung in die gesetzliche Rente lohnt - man also mehr Geld herausbekommt, als man eingezahlt hat. Laut seiner Untersuchung für das Informationsportal ihre-vorsorge.de, das zur Deutschen Rentenversicherung gehört, müssen die Rentner vor allem eins: alt werden.

Bei den etwa 18 Millionen Rentnern liege laut Siepe die Gewinnschwelle zwischen zwölf bis 14 Jahren - abhängig je nach Beitragsdauer und Geburtsjahr. Wer zum Beispiel am 1. Januar 1946 geboren wurde und mit 65 Jahren am 1. Januar 2011 in Rente gegangen ist, bekomme nach elf Jahren und vier Monaten im Alter von 76 Jahren alle Rentenbeiträge wieder heraus - wenn man immer durchschnittlich viel eingezahlt hat und danach die Standardrente bezieht.

Die Gewinnschwelle bei der Rente wird damit in diesem Fall im Mai 2022 erstmals überschritten. Wer weniger Betragsjahre aufweist, erreicht die Gewinnschwelle laut Siepe erst Jahre später. Hätte der Standardrentner beispielsweise nur 35 Beitragsjahre eingezahlt, wäre er erst mit 78 Jahren und 5 Monaten in der Gewinnzone.

Gewinnschwelle bei der Rente selbst ausrechnen – gesetzliche Rente eine „Wette aufs eigene Leben“

Wer seine Gewinnschwelle bei der Rente selbst ermitteln möchte, muss nur alle im Berufsleben gezahlten Rentenbeiträge zusammenzuzählen, erklärt Siepe. Diese Beitragssumme kann man dann mit den bereits gezahlten Bruttorenten und den in Zukunft zu erwartenden Monatsrenten vergleichen. 

„Die Gewinnschwelle zu erreichen, sollte Altersrentnern eigentlich nicht genügen“, sagt der Renten-Experte dazu auf ihre-vorsorge.de. „Ihre Rentenrendite läge bei null, ohne dass die Inflation berücksichtigt wurde. Sie würden also in heutiger Kaufkraft einen Verlust erleiden.“

Die gesetzliche Rente sei nun einmal „keine Geldanlage, sondern die Wette auf ein langes Leben. Wer sehr lange und sogar über das laut Statistik erreichbare Alter hinaus lebt, gewinnt die Wette“, schreibt Siepe in seiner Untersuchung. „Wer jedoch vor Erreichen der Gewinnschwelle stirbt, verliert sie, so makaber dies auch klingen mag.“

Rente: Jüngere Generationen haben es schwer

Die Prognosen des Max-Planck-Instituts zur Lebenserwartung der Deutschen ergibt immerhin, dass diese Gewinnschwelle bei der Rente durchaus von vielen Menschen erreicht werden könnte. So ergab eine Studie des Instituts 2019, dass jede zweite 50-jährige Frau mindestens 90 Jahre alt werden würde. Von den heute 50-jährigen Männern könnte etwa jeder Dritte seinen 90. Geburtstag erreichen.

Etwas schwieriger ist die Lage dagegen für jüngere Generationen: Sie müssen sehr alt werden, um von der Rente profitieren zu können*. Laut Siepe liegt die Gewinnschwelle bei einem im Jahr 1995 geborenen Standardrentner schon bei 16 Jahren und vier Monaten. Und bei einer 2005 geborenen Standardrentnerin kletterte sie sogar auf 17 Jahre und 8 Monate. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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