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Nicht drin, was drauf steht?

Ökostrom-Anbieter kritisieren „Etikettenschwindel“

Berlin - Ökostrom-Anbieter haben von den Energieversorgern transparente Angaben über die Herkunft des Stromes gefordert und kritisieren die gesetzlichen Vorschriften als unzureichend.

Etwa zwei Drittel der Verbraucher wollten wissen, welchen Energiemix aus Atom-, Kohle- oder Öko-Strom ihr Versorger liefere. 62 Prozent erwarten eine transparente Kennzeichnung, aus welchen Quellen der Strom kommt, wie aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov für mehrere Ökostromlieferanten hervorgeht. 66 Prozent wollen anhand der Kennzeichnung Tarife und Anbieter vergleichen können.

„Die Verbraucher werden in die Irre geführt“, kritisierte Lichtblick-Geschäftsführer Gero Lücking. „Die gesamte Branche sollte ... den Etikettenschwindel beenden.“ Oliver Hummel vom Anbieter Naturstrom forderte: „Auch für Strom gilt - es darf nur draufstehen, was auch drin ist.“ Die Kennzeichnung müsse wieder zu 100 Prozent die Strom-Einkaufspolitik der Versorger abbilden.

Die gesetzlichen Vorschriften zur Strom-Etikettierung seien unzureichend. So müssten Versorger deutlich weniger Kohle- und Atomstrom in ihrem Energiemix angeben, als sie für Kunden einkaufen.

Bei den Angaben zur Herkunft der gelieferten Energie müssten die Versorger laut der gesetzlichen Stromkennzeichnung bis zu 46 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien angeben, den sie aber gar nicht für ihre Kunden beschafften, wird weiter kritisiert. Im Gegenzug sinke der Anteil von Strom aus fossilen und nuklearen Quellen - indes nur in der Strom-Etikettierung, nicht aber im Energieeinkauf der Unternehmen.

Dabei lege mehr als die Hälfte der Verbraucher großen Wert auf saubere Energie. 26 Prozent gaben an, bereits Ökostrom zu beziehen, weitere 28 Prozent überlegen, zu Ökostrom-Tarifen wechseln. 32 Prozent der Befragten ist die Herkunft der Energie egal.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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