Netzsch: Zeichen stehen auf Wachstum

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Die Netzsch Mohnopumpen GmbH in Waldkraiburg erweitert ihr Produktprogramm. Neben Exzenterschneckenpumpen, wo das Unternehmen Weltmarktführer ist, strebt es auch bei anderen Pumpentypen eine Spitzenstellung an.

Waldkraiburg - Die Zeichen stehen auf Wachstum. Was für die Unternehmen der Netzsch-Gruppe in aller Welt zutrifft, gilt nicht minder für den Standort Waldkraiburg.

Die Netzsch Mohnopumpen GmbH, Zentrale des Geschäftsbereichs Pumpen & Systeme, will ihr Werk II in der Geretsrieder Straße um eine Halle für Elastomertechnik und ein Technikum erweitern und etwa acht Millionen Euro investieren.

Dr. Max-Otto Schaefer (von links), geschäftsführender Gesellschafter der Netzsch-Gruppe, Felix Kleinert, Geschäftsführer Netzsch Mohnopumpen, und sein neuer Geschäftsführerkollege Jens Niessner sowie Dr. Hanns-Peter Ohl, Finanzchef der Gruppe, sehen Netzsch weiter auf Wachstumskurs.

Dr. Otto Max Schaefer, geschäftsfühtrender Gesellschafter der Netzsch-Holding, und Dr. Hans-Peter Ohl, Finanzchef der Gruppe, waren vom Stammsitz Selb nach Waldkraiburg gekommen, um in einer Pressekonferenz gemeinsam mit Felix Kleinert, dem Geschäftsbereichsleiter Pumpen & Systeme, die Erweiterungspläne und eine Veränderung in der Geschäftsführung der Netzsch Mohnopumpen GmbH öffentlich zu machen. Jens Niessner wurde zum Jahreswechsel als Zweiter Geschäftsführer der GmbH berufen. Der 38-jährige Diplomkaufmann tritt an die Seite von Felix Kleinert, der die Geschäftsführung seit zwölf Jahren allein inne hatte. Niessner gehört dem Unternehmen bereits seit 2007 als Leiter der Abteilung "Controlling und Finanzen" an und ist seit 2010 Mitglied der sechsköpfigen Geschäftsleitung. Der neue Geschäftsführer ist für die Unterstützungsprozesse im Unternehmen zuständig. Dazu gehören neben seinem bisherigen Verantwortungsbereich das Personalwesen, Informationstechnologie, Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit. Kleinert leitet wie bisher die Kernprozesse Vertrieb, Produktion und Logistik, Produkt- und Technologiemanagement sowie den übergeordneten Geschäftsbereich Pumpen & Systeme der Netzsch-Gruppe.

Die Netzsch Mohnopumpen GmbH ist mit ihren drei Werken in Waldkraiburg die Zentrale dieses umsatzstärksten Geschäftsbereichs innerhalb der Gruppe. Nach den Worten Kleinerts wird der Umsatz dieses Geschäftsbereichs mit weltweit 1600 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. Juni) die 200-Millionen-Euro-Grenze übersteigen, davon entfallen etwa 80 Millionen auf den Standort Waldkraiburg.

"Die Zeichen stehen auf Expansion", so Kleinert. Dies gilt vor allem im Hinblick auf die Erweiterung des Produktionsprogramms, aus dem das zukünftige Wachstum komme. Netzsch, bei Exzenterschneckenpumpen schon in einer Weltmarktführer-Position, strebt auch bei der Herstellung von Drehkolbenpumpen eine Spitzenstelllung an. Auf der IFAT in München, einer der Leitmessen der Branche, wird das Unternehmen im Mai ein neues Pumpensystem vorstellen.

Auf Expansion setzt das Unternehmen entsprechend auch an den Produktionsstandorten. Nach der Erweiterung von Fabriken in China und Brasilien und der Eröffnung einer Fabrik in Indien wird in diesem Jahr in Waldkraiburg eine weitere Großinvestition folgen. Auf dem Gelände von Werk II in der Geretsrieder Straße soll eine 4000 Quadratmeter große Halle für Elastomertechnik entstehen sowie ein rund 1000 Quadratmeter großes Technikum. Letzteres bietet angemessene Möglichkeiten für den Test von Neuentwicklungen. In der neuen Halle soll die Produktion um die Herstellung von Elastomerteilen, also Kunststoffteilen, für Drehkolbenpumpen erweitert werden. Über die normalen Investitionen hinaus wird das Unternehmen dafür zusätzlich etwa acht Millionen Euro aufwenden.

In der Endausbaustufe werden damit laut Kleinert zusätzlich 25 bis 30 Arbeitsplätze entstehen. Am Standort Waldkraiburg werde Netzsch noch in diesem Kalenderjahr die Marke von 500 Mitarbeitern überschreiten, so der neue Geschäftsführer Jens Niessner. Derzeit sind es 480 Beschäftigte 2011 wurden nach Unternehmensangaben 31 neue Mitarbeiter neu eingestellt.

"Wir verstehen uns als deutsches Unternehmen mit internationaler Präsenz", beschreibt geschäftsführender Gesellschafter Otto-Max Schaefer das Selbstverständnis der familiengeführten Unternehmensgruppe. Mittlerweile sind etwas mehr als die Hälfte der insgesamt 2600 Mitarbeiter der Netzsch-Gruppe im Ausland beschäftigt. Die globale Aufstellung sieht Finanzchef Hans-Peter Ohl als wesentlichen Grund, warum Netzsch auch in den Krisenjahren auf Wachstumskurs bleiben konnte. "Regionale Konjunkturdämpfer können wir in anderen Regionen der Welt auffangen." Netzsch profitiere etwa davon, dass man auf Märkten wie China und Südamerika stark sei, wo das Wachstum immer noch überproportional ist.

Der Umsatz ist nach Ohls Worten im Geschäftsjahr 2010/2011 um 30 Prozent auf 347 Millionen Euro gestiegen. Selbst im bisherigen Rekordjahr 2008 lag der Umsatz knapp unter 300 Millionen Euro. "Wir liegen in allen drei Geschäftsfeldern über dem Vorkrisenniveau." Weitere Geschäftsbereiche neben dem Bereich Pumpen & Systeme sind die Geschäftsfelder Analysieren & Prüfen (dabei geht es um die Herstellung von hochtechnologischen Geräten zur thermischen Analyse von Substanzen) sowie Mahlen & Dispergieren (hier geht es um die Fertigung von Labor- und Produktionsmaschinen und -mühlen, die in vielen Industriebereichen, etwa in der zukunftsweisenden Nanotechnologie oder bei der Herstellung von Farben, Lacken und anderen Stoffen eingesetzt werden).

Für das laufende Geschäftsjahr (bis 30. Juni 2012) hat sich die Gruppe laut Ohl ein Wachstum von zehn Prozent vorgenommen. Das erste Halbjahr sei "sehr gut gelaufen, teilweise besser als erwartet". Trotz mancher pessimistischer Nachrichten sehe er wenig Indikatoren für eine neue Krise, so Dr. Schaefer.

Die Erweiterungspläne fallen in ein Jahr, in dem das Unternehmen zwei Jubiläen feiert: 60 Jahre Pumpenproduktion und 50 Jahre am Standort Waldkraiburg. Im Juni wird deshalb groß gefeiert. Im Rahmen dieses Festes wird die Netzsch Mohnopumpen GmbH einen neuen Namen erhalten, um der Erweiterung des Produktprogramms Rechnung zu tragen. Als "Netzsch Pumpen & Systeme GmbH" will man die Erfolgsgeschichte fortsetzen.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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