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Den Vorstandssprecher zieht es in die Ferne

Der gemütliche Teil der Vorstandsarbeit: Georg Hennrich (Mitte) nimmt im Erker seines ehemaligen Büros Abschied von seinen Kollegen Auer (links) und Krieg. Foto hon
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Der gemütliche Teil der Vorstandsarbeit: Georg Hennrich (Mitte) nimmt im Erker seines ehemaligen Büros Abschied von seinen Kollegen Auer (links) und Krieg.

Mühldorf - Nach mehr als zehn Jahren im Vorstand und sechs Jahren als Vorstandssprecher verlässt Georg Hennrich die VR-Bank Burghausen-Mühldorf.

Bislang fuhr Georg Hennrich eher kurze Strecken. Meist führten sie von Engelsberg nach Mühldorf ins Büro am Stadtplatz. Dort arbeitete er mehr als zehn Jahre im Vorstand und seit 2006 als Vorstandssprecher der VR-Bank Burghausen-Mühldorf mit Sitz am Stadtplatz. Das ist vorbei und der 61-Jährige spricht von einem klaren Schnitt den er machen will, jetzt wo er im Ruhestand ist. Und am deutlichsten soll sich dieser Schnitt in der Kilometerleistung zeigen, die er künftig fahren will: Viele 1000 Kilometer an vielen Tagen hintereinander, vielleicht sogar ein ganzes Jahr lang, wenn die Ehefrau zustimmt.

Hennrich hat das Fernweh gepackt

Hennrich hat Bilanzen, Kurstabellen und Kreditverträge gegen ein Buch getauscht, das eine Reise mit dem Wohnmobil durch Nord- und Südamerika beschreibt. Und das ist auch sein Ziel geworden, seit ihn das Fernweh gepackt hat. Denn bisher, das gibt er zu, waren Auslandsreisen eher selten, "vielleicht habe ich Nachholbedarf".

Seine Reisen waren meist auf Deutschland beschränkt und seine Arbeit auf die Region, in der er tätig war. Denn seit Beginn des Berufslebens gehört Hennrich zu den stets lokal verwurzelten Genossenschaftsbanken. Ob als Lehrling zum Großhandelskaufmanns einer kleinen Genossenschaftsbank in Waldeck-Frankenberg 1968, ob als Verbandsprüfer in den 1970er-Jahren für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land, ob als Vorstand in Garching 1988 und später in Ampfing oder schließlich in Mühldorf: Hennrich blickt auf mehr als 40 Jahre bei Genossenschaftsbanken zurück.

"Es war überschaubar", sagt er über die Anfangszeiten, als es für Bausparer zwei Tarife gab und die Investmentgesellschaft der VR- Banken nicht einmal eine Hand voll Fonds anbot. "Heute die Vielfalt im Auge zu behalten, ist nicht leicht." Der Fortschritt der Technik und schließlich die zunehmenden Regulierungen und Vorschriften prägten die letzten Arbeitsjahre Hennrichs seit der Fusion der Volksbank Mühldorf mit Burghausen.

"Jedes Jahr früher ist ein geschenktes Jahr"

Hennrich sitzt noch einmal im schönen Erker seines ehemaligen Büros und genießt die Aussicht über den Stadtplatz. "Dazu hatte ich früher zu wenig Zeit oder immer ein schlechtes Gewissen, weil Arbeit liegen blieb", sagt er. Und das Thema Zeit bleibt, wenn er über den Ruhestand und das Älterwerden spricht. Deshalb will er sich jetzt beeilen und seine Reisepläne anpacken: "Jedes Jahr früher ist ein geschenktes Jahr", sagt er.

Sein Nachfolger im Büro wird Georg Krieg, nicht aber im Amt des Vorstandssprechers. Das Amt soll es nach dem Willen der beiden verbleibenden Vorstände und des Aufsichtsrats nicht mehr geben. Krieg und Rainer Auer wollen die Bank künftig ohne Hierarchie innerhalb des Vorstands führen. Auer bleibt weiterhin für den Marktbereich verantwortlich, während Krieg das Marktfolgegeschäft und die interne Organisation der Bank übernimmt.

hon/Mühldorfer Anzeiger