Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Modebranche leidet unter der Flut kopierter Markenware

Protest gegen Kopien: Birkenstock nimmt Sandalen aus Online-Shop. Foto: Soeren Stache/Archiv
+
Protest gegen Kopien: Birkenstock nimmt Sandalen aus Online-Shop. Foto: Soeren Stache/Archiv

Weil zahlreiche Händler gefälschte Sandalen verkauft haben sollen, zieht sich Birkenstock von der US-Seite von Amazon zurück. Auch in Deutschland machen Plagiate von Schuhen und Bekleidung der Modebranche zu schaffen.

Berlin (dpa) - Nach dem Verkaufsstopp von Birkenstock-Sandalen auf der Amazon-Plattform in den USA macht die deutsche Modeindustrie auf die Gefahr kopierter Markenprodukte aufmerksam.

Gefälschte Ware sei für die Branche ein «signifikantes Problem» und verursache in Deutschland jährlich einen Schaden von 3,5 Milliarden Euro. Dies sagte der Sprecher des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie, Hartmut Spiesecke, der Deutschen Presse-Agentur. Er beruft sich auf eine frühere Untersuchung einer EU-Behörde, wonach in der gesamten Europäischen Union jährlich ein Gesamtschaden von 43,3 Milliarden Euro durch Mode-Plagiate entsteht.

Das Markenbewusstsein habe in den vergangenen zwanzig Jahren zugenommen, sagte Spiesecke. Und damit auch die Verführung, nach billigen Alternativen Ausschau zu halten: So seien kopierte Schuh- oder Bekleidungsstücke im Vergleich zum Original bis um das Zehnfache billiger zu haben.

Der Schuhhersteller Birkenstock hatte Ende in dieser Woche angekündigt, den Verkauf seiner Produkte auf der US-Verkaufsseite von Amazon zu stoppen. Über Amazon Marketplace - der Plattform für eigenständige Händler - seien gefälschte Sandalen aus China in den Umlauf gekommen. Das Unternehmen aus Neustadt/Wied (Rheinland-Pfalz) wirft Amazon vor, den Vertrieb «schlechter Kopien» toleriert zu haben.

Birkenstock ist nicht das erste Unternehmen, das mit Amazon über Geschäftspraktiken auf Marketplace im Clinch liegt: Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» hatte auch der Konsumgüter- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson im Jahr 2013 den Verkauf auf Amazon zeitweise eingestellt. Das Unternehmen befürchtete einen Schaden für die eigene Marke, da auf Amazon angeblich beschädigte oder abgelaufene Ware vertrieben worden sein soll.

Vor täuschend echten Fälschungen sind auch Konsumenten in Deutschland nicht sicher. «Online-Shops, in denen gefälschte Waren angeboten werden, machen einen immer professionelleren und seriöseren Eindruck», wie eine Zoll-Sprecherin erklärte. Häufig sei der Preisunterschied auch nicht zu groß, damit die Käufer keinen Verdacht schöpften.

Mode-Plagiate zählen zu den gefragtesten Fälscherwaren: Der Gesamtwert von eingezogenen gefälschten Schuhen und gefälschter Kleidung (14,4 Mio Euro) lag nach Körperpflegeprodukten (18,8 Mio) in Deutschland zuletzt an zweiter Stelle. Zwischen 2010 und 2015 wurden Kopien bekannter Schuh- oder Kleidungshersteller im Wert von insgesamt 132 Millionen Euro vom Zoll sichergestellt. Gefälschte Sneakers, Designer-Kleider oder Sporttrikots kommen aber nicht nur in Container oder Paketen, sondern auch in Koffern von Urlaubern über die Grenze. Der Zoll warnt: Viele der vermeintlichen Schnäppchen seien qualitativ minderwertig und teilweise gesundheitsgefährdend.