Aufschlag für gentechnikfreie Milch

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Und ständig wird probiert: In Reih und Glied stehen die Milchprodukte, die Hochwald in Weiding herstellt, darunter die Bärenmarke. Führungskräfte wie Franz Krempl müssen jeden Tag Erzeugnisse aus der aktuellen Produktion und Ware zum Ablaufdatum verkosten und bewerten. Diese sensorische Prüfung ergänzt die mikrobiologischen und chemischen Untersuchungen, die Hochwald auf dem Werksgelände und von externen Laboren durchführen lässt. 

Mühldorf/Polling - Nach den turbulenten Milchpreiskampf-Jahren, verzeichnet die Genossenschaft Hochwald ein ruhiges Jahr. Gentechnikfreie Milch soll gefördert werden:

Als ein gutes und ruhiges Jahr bezeichnet Werksleiter Otto Wild das vergangene Jahr. Nach den turbulenten Jahren 2008 und 2009 stieg der Milchpreis, den die Molkerei ihren Bauern zahlt, weiter leicht an und landete schließlich bei 35,84 Cent je Liter bei zweitägiger Abholung (plus 4,22 Cent). "Dieser gute Erzeugerpreis war möglich, da der Export durch starke Nachfrage auf dem Weltmarkt die Milchpreise gestützt hat", betonte Wild bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Auch heuer entwickle sich der Preis nicht schlecht, es sei aber eine "Delle feststellbar": Die Preis stehen derzeit unter Druck. "Als Genossenschaft ist Hochwald logischerweise an einem hohen Milchpreis interessiert, da der Auszahlungspreis der Maßstab für den Erfolg des Unternehmens ist."

Wild rechnet auch in den kommenden Jahren mit Schwankungen des Milchpreises, die allerdings nicht mehr so stark ausfallen sollten wird 2008 und 2009. In dieser Zeit schwankte der Preis zwischen 25 und 42 Cent. Um den Preis für die ausschließlich heimischen Erzeuger stabil zu halten, setzt die gesamte Hochwaldgruppe weiter stark auf Export. Auf ein gutes Drittel beziffert Wild den Exportanteil Hochwalds und des Werks Weiding. Von Weiding aus geht vor allem Kondensmilch in alle Welt, Marktführer ist die Molkerei nach eigenen Angaben mit der Bärenmarke im Frischmilchbereich. Hochwald ist nach der aus Humana und Nordmilch fusionierten DMK und Müllermilch die drittgrößte Molkerei in Deutschland.

Im Werk Weiding wurden im vergangenen Jahr 220 Millionen Kilo Milch verarbeitet, das ist eine leichte Steigerung gegenüber 2010. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um zehn auf 200, dazu kommen ab September fünf neue Auszubildenden. Zwei Lehrstellen konnte Hochwald nach Angaben Wilds nicht besetzen: Es fanden sich keine geeigneten Bewerber für den Beruf des Milchtechnologen.

Aus Gründen der Energieeinsparung ersetzt Hochwald in diesem Jahr mehrere Anlagen. So wird die Kondensmilch-Eindampfanlage erneuert und eine Reihe von Verpackungsanlagen durch eine neue, flexible Hochleistungsmaschine ersetzt. Die Investitionshöhe beträgt fünf Millionen Euro.

Einen Aufschlag von 0,18 Cent pro Kilo Milch zahlt Hochwald allen Bauern, die auf gentechnisch verändertes Futter verzichten und stattdessen heimische Futtermittel verwenden. "Wir wissen, dass das nicht kostendeckend ist. Wir geben den Zuschlag aber, weil wir von Bärenmarke diese Bauern unterstützen wollen", sagte Wild.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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