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Digitalkonferenz in München

Europa sagt USA und China den Kampf an: Die digitale Welt zurückerobern

Sigmar Gabriel sprach auf Innovationskonferenz DLD in München.
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Sigmar Gabriel sprach auf Innovationskonferenz DLD in München.

Europa will zu den USA und China in der digitalen Welt aufschließen. Wie das funktionieren soll, war in diesem Jahr zentrales Thema der Digitalkonferenz DLD.

München – Der Kampf um die digitale Welt ist in vollem Gange. Ein wenig zugespitzt könnte man sagen: Auf der einen Seite stehen die sogenannten Big Five: Google, Apple, Amazon, Facebook und Microsoft. Auf der anderen Seite die Chinesen, in Gestalt der beiden Tech-Schwergewichte Alibaba und Tencent. Europa ist bislang eine Art Zaungast. Doch das soll sich ändern. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte zum Auftakt der „Digital Life Design“-Konferenz (DLD) in München in Sachen Technologie eine aktivere Rolle der EU in der Welt. Zahlreiche Forscher und Unternehmer debattierten an den vergangenen beiden Tagen darüber, wie es gelingen kann, die Welt zu verbessern – und nicht nur zum Schlachtfeld der Tech-Giganten aus Ost und West zu werden.

„Reconquer!“ (Zurückerobern) lautete – passend dazu – das Motto der diesjährigen Konferenz, die seit 2005 vom Medienkonzern Burda veranstaltet wird. Gemeint waren damit aber nicht nur Marktanteile. „Wir wollen mit Reconquer dazu aufrufen, dass sich Europa auf die Stärken und Werte zurückbesinnt, für die es steht“, erklärte DLD-Mitgründerin Stephanie Czerny.

Wie das Zurückerobern funktionieren kann, zeigten etwa Robert Gentz von Zalando und Christopher Muhr von Auto1, zwei der erfolgreichsten Start-ups aus Deutschland. „Die schwierigste Entscheidung war es, Zalando überhaupt zu gründen“, erklärte Gentz. Er plädierte für mehr Mut zum Unternehmertum in Europa. In die gleiche Kerbe schlug Christopher Muhr, dessen Berliner Start-up Auto1 erst kürzlich Millionen von der chinesischen Softbank als Finanzspritze eingestrichen hat. „Die Großen können nicht alles, dafür sind wir der beste Beweis“, gab er sich selbstbewusst.

Passendes Motto: „Reconquer!“

Allerdings verwies Muhr – wie auch andere Unternehmer und Forscher – auch auf bürokratische Hürden, die Start-ups in Europa das Leben erschweren. Staatliche Reglementierung sei heute oft das größte Problem, sagte etwa der Chef der Airbus-Rüstungs- und Raumfahrtsparte, Dirk Hoke, mit Blick auf Zukunftstechnologien wie Drohnen, Lufttaxis und andere neue Mobilitätsdienste.

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Ein Hemmschuh, allerdings ein unverzichtbarer, können auch Vorschriften zur Internet-Sicherheit sein. Hier gebe es viel Nachholbedarf, betonte Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Die Sicherheit von Information ist eine Grundvoraussetzung für Digitalisierung“, so Schönbohm. Das werde oft vergessen. Daten seien das Öl des 21. Jahrhunderts, betonte EU-Digitalkommissarin Mariya Gabriel. Die meisten Cyber-Angriffe seien heute erfolgreich, weil sie Unwissenheit und Fehler ausnutzten, sagte die Politikerin. Reinhard Ploss, Chef des Chipherstellers Infineon, schlug vor, eine Art „Wetterbericht für Cyberattacken“ zu entwickeln.

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Zum Motto „Reconquer!“ der diesjährigen Digitalkonfernez hatte auch der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi einiges beizutragen. Er gab sich bei seinem Auftritt am Montag geläutert und versprach einen Kulturwandel und einen Neuanfang in Deutschland. In Zukunft werde Uber nur noch für verantwortungsvolles Wachstum stehen, so Khosrowshahi. Die Erfolge von Uber hätten in der Vergangenheit schlechtes Verhalten der Firma akzeptieren lassen. Uber habe sich beim Markteintritt in Deutschland „unangemessen und falsch“ verhalten. „Das ist nicht, wie wir bei Uber weitermachen werden.“

Manuela Dollinger

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