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Umweltschützer wollen klagen

Grünes Licht für Erweiterung des Flughafens Heathrow

Das britische Parlament hat am Montag mit großer Mehrheit für den Ausbau des Flughafens Heathrow gestimmt. Foto: Andrew Cowie/EPA
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Das britische Parlament hat am Montag mit großer Mehrheit für den Ausbau des Flughafens Heathrow gestimmt. Foto: Andrew Cowie/EPA

Europas größter Flughafen soll weiter wachsen. Der prominenteste Gegner einer dritten Startbahn ist bei der Abstimmung nicht dabei. Gereenpeace spricht von einem «Desaster für das Klima» und kündigt an, vor Gericht zu ziehen.

London (dpa) - Das britische Parlament hat am Montagabend mit klarer Mehrheit für den Ausbau des Flughafens Heathrow gestimmt. Die Pläne sehen eine dritte Startbahn für den größten Airport Europas vor und dürften Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe verursachen.

Der Abstimmung ging eine hitzige Debatte voraus, in der sich auch etliche Mitglieder der konservativen Regierungsfraktion gegen die Pläne des Kabinetts stellten. Letztlich stimmten 415 Parlamentarier für den Ausbau und 119 dagegen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und andere Gegner der Erweiterung kündigten an, vor Gericht zu ziehen. Greenpeace wolle sich an einer Klage mehrerer Londoner Stadtbezirke und des Bürgermeisters Sadiq Khan beteiligen, hieß es in der Mitteilung im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Ausbau des Airports ist seit Jahrzehnten heftig umstritten. Kritiker fürchten vor allem schädliche Folgen für Umwelt und Gesundheit, wenn dort künftig rund 700 Flugzeuge zusätzlich pro Tag starten und landen. Zudem müssten einer dritten Startbahn Hunderte Wohnhäuser weichen. Greenpeace spricht von einem «Desaster für das Klima» und warnt vor den Folgen für die Luftqualität in der britischen Hauptstadt.

Der ehemalige Londoner Bürgermeister und jetzige Außenminister Boris Johnson gilt als vehementer Gegner des Projekts. Er hatte einst angekündigt, er wolle sich «vor die Bulldozer legen», sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Da er am Montag eine Auslandsreise nach Afghanistan antrat, musste sich Johnson in der Abstimmung nicht gegen die eigene Regierungschefin stellen.

Während der Debatte zogen Oppositionsabgeordnete die Regierungsfraktion mit sarkastischen «Wo ist Boris?»-Rufen auf. Johnson sitzt für den West-Londoner Wahlkreis Uxbridge and South Ruislip, nahe Heathrow, im Unterhaus. Für Aufregung sorgten ein Dutzend Demonstranten, die sich in der zentralen Lobby des Parlaments aus Protest gegen die Erweiterung auf den Boden gelegt hatten.

Die ersten Flieger sollen von der neuen Startbahn möglicherweise schon 2025 abheben. Die Kosten für den Ausbau sollen über private Mittel getragen werden. Medienberichten zufolge wird mit rund 14 Milliarden Britischen Pfund (20,6 Mrd. Euro) für die neue Startbahn gerechnet. Dafür erhofft sich die Regierung Zehntausende neue Jobs und einen langfristigen wirtschaftlichen Schub von etwa 74 Milliarden Pfund.

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