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Aldi eröffnet in China Luxus-Filialen - in Deutschland unvorstellbar

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Aldi eröffnete seine ersten zwei Filialen in China.
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Aldi gibt es nun auch in Asien. In China haben zwei Filialen eröffnet, von denen die deutschen Kunden nur träumen können.

Update vom 10. Juni: Erobert Aldi jetzt auch noch Asien? Das könnte durchaus sein - zumindest plant der Discounter-Riese, das „Reich der Mitte“ zu erschließen. In China eröffnete das Unternehmen bereits zwei Filialen in der Hafenstadt Shanghai (siehe unsere Meldung unten). Tausende Kunden sollen mit Lebensmitteln versorgt werden.

Der Lebensmittel-Discounter, der in China „Aoleqi“ genannt wird, scheint in China bisher gut anzukommen. Diesen Eindruck vermittelt zumindest ein Tagesschau-Video, das die Eröffnung der Aldi-Filialen am 7. Juni zeigt: Lange Schlangen bildeten sich, neugierig betrachteten die Kunden das Sortiment. Mit dabei: Regionales, aber auch deutsche Kost. Besonders beliebt sollen laut Tagesschau Teigtaschen mit Sauerkraut und Würstchen sein.

Das Video bietet auch einen Einblick ins Innenleben - für so manchen deutschen Kunden mag der Anblick der chinesischen Aldi-Filialen unglaublich erscheinen! Denn während in Deutschland mancherorts die Aldi-Filialen eher an Lagerhallen erinnern, sehen die chinesischen Supermärkte fast schon wie Luxus-Kaufhäuser aus. Stylische Riesen-Lampen hängen von der Decke, auf Flachbildschirmen wird an den Theken das Sortiment dargestellt und die Decken sind teilweise mit bunten Mustern und Sprüchen verziert - aber sehen Sie selbst:

Aldi vollzieht Mega-Expansion! Ersten Filialen in China

Update vom 7. Juni 2019: Der Lebensmittelhändler Aldi hat am Freitag seine ersten beiden Filialen in China eröffnet. Während Aldi Süd bereits seit 2017 online in China verkauft, will der Discounter mit den beiden Läden in Shanghai das stationäre Geschäft zunächst testen, um die chinesischen Verbraucher besser zu verstehen. Die Märkte werden lokal beschaffte und importierte Waren anbieten. Es soll Rindfleisch und Milch direkt aus Australien ebenso geben wie Fertiggerichte, wie der auf Chinesisch „Aoleqi“ genannte deutsche Händler mitteilte.

Die zwei Filialen öffneten am Morgen im Jing'an Sporteinkaufszentrum im Jing'an Bezirk sowie im Gumei Life Shopping Plaza im Minhang Bezirk ihre Türen. Der Eröffnungstag war mit dem Drachenbootfest ein Feiertag. Doch sind Geschäfte in China - mit Ausnahme des chinesischen Neujahrsfestes - selbst an Feiertagen geöffnet. Nach chinesischen Medienberichten will Aldi in diesem Jahr möglicherweise insgesamt zehn Märkte im Reich der Mitte eröffnen. Angeblich gibt es Pläne für eine Expansion auf 50 bis 100 Filialen.

Aldi Süd ist inklusive seiner China-Aktivitäten in elf Ländern mit über 6240 Filialen vertreten. Die Mülheimer Unternehmensgruppe hat weltweit rund 149 000 Mitarbeiter. Das Essener Schwesterunternehmen Aldi Nord ist nach eigener Darstellung in neun Ländern aktiv. Im Kampf gegen Plastik im Meer holt sich der Discounter neuerdings Ideen von Start-ups.

Aldi will jetzt neuen Kontinent erobern

Ursprungsmeldung vom 29. Mai 2019: Einen Aldi gibt es wohl in fast jedem größeren Ort - hierzulande sowieso, mittlerweile auch im europäischen Ausland und sogar in Australien und den USA. Einen Markt, den der Discounter aber noch nicht erschlossen hatte, ist der asiatische.

Diese Zeit ist nun vorbei: Nach Angaben des manager magazins expandiert Aldi Süd ins Reich der Mitte: Am 7. Juni ist in Shanghai die Eröffnung der ersten Filiale geplant, ein weiterer Laden soll offenbar schon bald folgen.

Aldi in China: Die große Discounter-Expansion nach Asien

Der Flagship-Store in Downtown Shanghai ist etwa 1000 Quadratmeter groß und soll neben den gewohnten Aldi-Produkten auch frischen Fisch von einer großen Theke bieten, wie das Magazin aus Branchenkreisen erfahren haben will. Die Strategie hinter der China-Expansion scheint klar - in Deutschland ist es für die Unternehmensgruppe schwer, noch weiter zu wachsen. Schließlich gibt es laut Aldi Süd und Aldi Nord bereits über 4000 Filialen.

In Asien betreibt der Discounter bereits seit zwei Jahren einen Online-Handel, nun folgt also der erste Laden, in dem der Kunde seine Waren auch gleich mit nach Hause nehmen kann. Laut manager magzin will Aldi für den Umbau der Filialen in Deutschland und für die Errichtung weiterer Filialen im Ausland in diesem Jahr mehr als fünf Milliarden Euro investieren. Es wäre das größte Investitionsprogramm in der Unternehmensgeschichte.

Expansion der Discounter: Aldi Süd in China, Aldi Nord in Europa

Dabei liegt der Fokus für Aldi Süd auf China - dort sollen jene Umsätze gemacht werden, die auf nationaler Ebene zuletzt abhanden gekommen waren. Aldi Nord expandiert dagegen in die Nachbarländer: Frankreich, Polen und die Beneluxstaaten stehen auf der Liste, auch in Spanien soll es neue Filialen geben.

Laut Lebensmittel Zeitung präsentiert sich der deutsche Discount-Pionier deutlich hochwertiger in Shanghai. Der Händler setzte stark auf von den Chinesen sehr geschätzte Importware aus Europa. Durch diesen Fokus könne er eine wohlhabendere Kundenschicht ansprechen. Insofern sei das Geschäft in China nicht vergleichbar mit dem Massengeschäft des Discounters in anderen Ländern. Aldi wolle im ersten Schritt wenigstens zehn Märkte eröffnen. Ziel dürfte es sein, mittelfristig 50 bis 100 Filialen zu betreiben, um die zentralen Strukturen wirtschaftlich auszulasten. Bei einigen Aldi-Kunden hierzulande dürfte Fleisch durchaus auf dem Einkaufszettel stehen. Genau das ist den Grünen ein Dorn im Auge - glaubt zumindest FDP-Chef Christian Lindner.

Eine Aldi-Kundin in Deutschland indes erlebte eine böse Überraschung. Sie wollte nur ein wenig Marmelade naschen - doch als sie das Glas öffnet, dürfte ihr der Appetit grundlegend vergangen sein.

akl

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