München stellt Olympia-Logo vor

+
Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude  und der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach präsentierten das Olympia-2018-Bewerbungslogo der Stadt München.

München - München ist mit einer spektakulären Präsentation seines Olympia-Logos in den Dreikampf mit Pyeongchang in Südkorea und dem französichen Annecy um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 gestartet.

“Jetzt geht's los, jetzt beginnt das Rennen“, verkündete der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, exakt 628 Tage vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban.

Olympia skurril

Olympia skurril

Angeführt von der Snowboarderin Amelie Kober und dem Rodler Alexander Resch wurde das Olympia-Logo in der Münchner BMW-Welt zunächst enthüllt und dann mit Kettensägen aus einem riesigen Eisblock geschnitten. Es symbolisiert in Form eines M (für München) einen Gebirgszug, der in einer Skisprungschanze ausläuft. Fast die Hälfte von 49 687 Teilnehmern an einer Abstimmung im Internet hatten dieses Logo unter drei Vorschlägen ausgewählt. “Heute ist Geburtstag. Die Bewerbung bekommt ein Symbol“, sagte Olympia-Geschäftsführer Richard Adam. Fortan soll damit für München geworben werden.

München muss im millionenschweren Kampf um die Olympischen Winterspiele 2018 zwei Konkurrenten aus dem Feld schlagen - gefürchtet wird aber nur das Schwergewicht Pyeongchang. Bei der spektakulären Präsentation des Olympia-Logos verzichteten die Münchner Olympia-Macher am Freitag bewusst auf zu forsche Töne und stellten sich vielmehr auf einen knallharten Zweikampf mit den schon zweimal gescheiterten Südkoreanern ein. Das französische Annecy mit dem 4807 Meter hohen Mont Blanc gilt als krasser Außenseiter. Ein Last-Minute-Kandidat hatte sich nach dem Verzicht des chinesischen Harbin bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am Donnerstag um Mitternacht nicht mehr beim IOC angemeldet.

“Ich will keine Illusionen wecken: Das wird ein ganz, ganz hartes Rennen“, betonte IOC-Vizepräsident Bach und ermahnte die Macher vor Ort: “Man kann den Münchnern nur raten, von Anfang an um jede Stimme zu kämpfen.“ Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) zügelte nach den letzten deutschen Bewerbungs-Pleiten mit Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000) und Leipzig (Sommer 2012) seinen sonst ausgeprägten Optimismus. “Von Siegessicherheit kann keine Rede sein. Wir nehmen die Mitbewerber - vor allem Pyeongchang mit seiner Erfahrung - sehr ernst“, sagte Ude mit Verweis auf die 2010 gegen Vancouver (Kanada) und 2014 gegen Sotschi (Russland) schon zweimal unterlegenen Südkoreaner.

Siegt Deutschland, würde vom 9. bis 23. Februar 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Schönau am Königssee zwei Wochen lang auf Skiern und Kufen um Gold, Silber und Bronze gekämpft.

München setzt auf ein Konzept mit kompakten Sportstätten, auf Wintersport-Begeisterung im Land und Nachhaltigkeit durch die erneute Nutzung von Olympiastätten der Sommerspiele 1972. “Die Nachhaltigkeit ist das inhaltliche Schmuckstück der Bewerbung“, schwärmte Ude. München wäre die erste Olympia-Stadt überhaupt, in der nach Sommer- auch Winterspiele stattfinden würden.

Neben der Eröffnungs- und Schlussfeier würden in München die Eis-Wettbewerbe stattfinden. Garmisch-Partenkirchen ist zusammen mit Oberammergau für die Schnee-Wettbewerbe vorgesehen. Bob, Rodeln und Skeleton sollen am Königssee im Berchtesgadener Land ausgetragen werden. Man könne in Bayern “auf eine tiefe Verwurzelung des Wintersports zurückgreifen“, lobte Bach. Er sieht es nicht als Nachteil an, dass zwei der drei Bewerber aus Europa kommen. “Es gibt im IOC nicht die Blockabstimmung“, sagte der IOC-Vizepräsident.

Zunächst einmal gilt es nun, 2010 vom IOC zur Kandidatenstadt ernannt zu werden - bei nur drei Bewerbern wohl eher Formsache. “Ich gehe davon aus, dass Münchens Bewerbung technisch so gut ist, dass es diese Hürde nehmen kann“, meinte Bach. “Es muss aber alles stimmen“, ergänzte Ude und mahnte große nationale Anstrengungen an, von der Politik über die Wirtschaft bis hin zur Bevölkerung. “Wir müssen uns enorm anstrengen.“

Fortschritte sind bei der Sponsorensuche nötig, um die Bewerbungskosten in Höhe von 30 Millionen Euro ohne Steuermittel stemmen zu können. Zuletzt musste die Bewerbungsgesellschaft ein Darlehen von Stadt und Land über eine Million Euro in Anspruch nehmen. “Solche Art von Überbrückung ist durchaus üblich“, meinte Bach. Einige weitere Sponsoren sollen bereitstehen - nun gelte es, sie bald “aus der Pipeline zu lassen“, so Ober-Olympier Bach.

dpa

Zurück zur Übersicht: Wintersport

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT