Henkel und Neuner krönen Biathlon-Festspiele

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Die deutschen Biathlon-Heldinnen: Magdalena Neuner (l.) und Andrea Henkel

Antholz - Mit einer perfekten Olympia-Generalprobe haben die deutschen Skijägerinnen die Festtage im Südtiroler Biathlon-Mekka Antholz gekrönt.

Den beiden souveränen Siegen von Magdalena Neuner im Einzel und Sprint ließ Andrea Henkel am Sonntag mit sicherem Schießen einen ebenso überlegenen Erfolg im Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer vor Neuner folgen. “Mit jeder Schießeinlage wurde ich sicherer. Ich hatte sogar Zeit, die deutsche Fahne zu nehmen. Genau das Gefühl wollte ich aus Antholz mitnehmen“, sagte die kleine Großbreitenbacherin. Auch die zweitplatzierte bayerische “Gold-Lena“ war “total glücklich“ über ihren siebten Stockerlplatz hintereinander. “Es wäre superschön, wenn die Serie auch in Kanada halten würde“, wünschte sie sich.

Magdalena Neuner: So schön, so erfolgreich

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

“Die gelungene Olympia-Generalprobe mit drei Siegen in drei Rennen, dazu noch drei zweite und ein dritter Platz, und die alle mit prima Leistungen, geben Selbstvertrauen für Vancouver. Das müssen die hier fehlenden Schwedinnen erst Mal schaffen“, formulierte Bundestrainer Uwe Müssiggang eine Kampfansage an die bisher dominierenden Helena Jonsson und Anna Carin Olofsson-Zidek. “Das hat Spaß gemacht, auch wenn mir die Mädels die Vergabe der nur jeweils vier Startplätze in Vancouver nicht leichter gemacht haben. Doch das Luxusproblem mit der Qual der Wahl habe ich gern“, sagte Müssiggang.

Nachdem im Sprint vier seiner Damen unter den ersten sieben landeten, rundeten beim letzten vorolympischen Rennen 19 Tage vor der Eröffnung in Vancouver Simone Hauswald (Gosheim) als Vierte und Tina Bachmann (Schmiedeberg) auf dem zehnten Platz den Triumph vor knapp 20 000 Zuschauern ab.

Auch Andrea Henkel, die in Antholz als Dritte, Zweite und Erste von Rennen zu Rennen sicherer wurde, versprühte “Zuversicht für alles, was ich mir für Vancouver vorgenommen habe“. Nur beim ersten Schießen verfehlte sie eine Scheibe. “Geholfen hat mir aber auch, dass sich Lena fünf Strafrunden eingehandelt hat“, bemerkte Henkel. “Klar war das etwas schade, zweimal stehend der letzte Schuss. Die Scheibe hätte ich gern getroffen. Doch Andrea hat verdient gewonnen. Sie hat nicht nur super geschossen, sondern war auch sehr schnell in der Loipe“, verteilte Neuner ein Kompliment an die Tagessiegerin.

Mit dem überraschenden ersten Saisonsieg durch Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Platz drei durch Christoph Stephan (Oberhof) hatten bereits am Samstag auch die deutschen Männer ihren Formanstieg unterstrichen und Bundestrainer Frank Ullrich ein vorfristiges Geburtstagsgeschenk bereitet. “Das war ein perfektes Rennen. Heute hat alles zusammen gepasst“, schätzte der wie immer sehr beherrscht auftretende Harzer den Sieger aus der Oberhofer Trainingsgruppe von Mark Kirchner ein. “Speziell für Olympia war es gut, dass wir zeigen konnten, was wir drauf haben. Das gibt weiteres Selbstvertrauen“, betonte Peiffer.

Der gesundheitlich leicht angeschlagene “Leitwolf“ Michael Greis war zuvor bereits abgereist und hatte schon am Freitag mit Waffentechniker Sandro Brieslinger in Oberhof seinen Gewehrschaft verändert, was ihm einen stabileren Stehend-Anschlag bringen soll. In der Woche nach Antholz werden alle deutschen Olympia-Starter in den heimischen Stützpunkten an der Form feilen, ehe sie vom 1. Februar an ihr Trainingsquartier in Vancouver Island beziehen.

dpa

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