Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Interview

Bentele will Barrieren in den Köpfen beseitigen

+
Verena Bentele.

Berlin - Die blinde Biathletin Verena Bentele ist die neue Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Ihrer Aufgabe in Berlin blickt sie mit Spannung entgegen - und vergleicht sie mit einer Bergbesteigung.

Die blinde Biathletin Verena Bentele hat in ihrer Karriere als Sportlerin fast alles erreicht - als Behindertenbeauftragte betritt sie jetzt Neuland auf der großen politischen Bühne. Dennoch blickt sie der Aufgabe selbstbewusst entgegen: „Kommunikation, Teamarbeit und Ausdauer“ - diese Eigenschaften seien sowohl im Sport als auch in der Politik wichtig, sagte sie im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Sie haben als Sportlerin alles erreicht, doch Politik ist für Sie Neuland. Fühlen Sie sich der Aufgabe gewachsen?

Bentele: Ja, ich fühle mich der Herausforderung gewachsen. Erfahrungen in der Landespolitik habe ich schon, aber die bundespolitische Bühne ist für mich Neuland, sehr spannendes Neuland. Ich werde von einem tollen Team unterstützt und wachse in viele Dinge mit Sicherheit noch hinein.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Sport und Politik?

Bentele: Kommunikation, Teamarbeit und Ausdauer. Diese Eigenschaften sind sowohl im Sport als auch in der Politik wichtig. Bei einer Bergbesteigung braucht man Ausdauer und einen festen Willen, das Ziel zu erreichen - das gilt auch für die Politik.

Sehen Sie Ihre Behinderung als Vor- oder Nachteil?

Bentele: Ich denke für meine Aufgabe ist meine Behinderung eher ein Vorteil. Ich bringe eine hohe Sensibilität für die Belange von Behinderten mit, weil sie mich selbst betreffen. Diese Erfahrung und Authentizität ist sicher für mein Amt gut. Für manche Aufgaben in der täglichen Arbeit brauche ich natürlich eine Assistenz, die mich unterstützt. Dann bekomme ich das alles gut hin.

Was sind Ihre politischen Ziele?

Bentele: Ich freue mich, in den Dialog mit Menschen mit und ohne Behinderung zu treten. Ich möchte versuchen, die Barrieren in den Köpfen zu beseitigen und an guten Ideen zu arbeiten. Ein großes Thema ist die Inklusion. Auch das Bild von Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit muss sich verändern, damit wir leichter aufeinander zugehen können.

ZUR PERSON: Die 31-jährige Verena Bentele ist von Geburt an blind. 2013 hat sie den Gipfel des Kilimandscharo in Tansania bezwungen. Sie war von 1995 bis 2011 Mitglied der Nationalmannschaft im Skilanglauf und Biathlon. Bei den 10. Paralympischen Winterspielen gewann sie fünf Goldmedaillen. Im Mai 2012 trat sie der SPD bei und war Mitglied der Bundesversammlung zur Wahl von Bundespräsident Joachim Gauck. Im bayerischen Landtagswahlkampf gehörte Bentele dem Team von SPD-Spitzenkandidat Christian Ude als Expertin für Sport und Behinderte an.

dpa

Kommentare