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Gegen Hundertfüßer

Winzige Hornmilbe wehrt sich mit Blausäure

Die Hornmilbe lebt in Moospolstern, Totholz und Laub. Foto: Michael Heethoff
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Die Hornmilbe lebt in Moospolstern, Totholz und Laub. Foto: Michael Heethoff

Darmstadt (dpa) - Eine in heimischen Wäldern lebende Hornmilbe wehrt sich mit hochgiftiger Blausäure gegen Feinde. Damit sei die winzige Milbe das bisher einzige bekannte Spinnentier, das Blausäure zur Verteidigung nutze, heißt es in einer Mitteilung der Technischen Universität Darmstadt.

Sie beruft sich auf Arbeiten eines internationalen Forscherteams unter Beteiligung Darmstädter Wissenschaftler zu Wehrsekreten von Spinnentieren.

Die Giftproduktion der nur einen halben Millimeter großen Milbe erfolgt über Drüsen. Diese sonderten einen Stoff ab, aus dem sich zusammen mit dem Speichel des Angreifers Blausäure bildet. Zum Einsatz komme der Cocktail, wenn Oribatula tibialis von Feinden wie Raubmilben oder Hundertfüßern attackiert werde. Ihnen werde so «die Lust auf die vermeintlich schmackhafte Mahlzeit umgehend verleidet». Die Hornmilbe lebt in Moospolstern, Totholz und Laub.

Blausäure gehört zu den stärksten bekannten Giften. Die fast farblose Flüssigkeit wird bei 25 Grad gasförmig und blockiert die Atmung. Bereits kleine Mengen führen in kurzer Zeit zum Erstickungstod. Im Tierreich komme das Gift selten vor, hieß es von der TU Darmstadt weiter. Unter den rund 80 000 beschriebenen Spinnentieren sei bisher keine Art mit Herstellung und Speicherung bekannt gewesen.

Veröffentlichung der Arbeit

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