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WHO stellt klar

Bezahlbare Strategie kann Hepatitis um 90 Prozent reduzieren

Ampulle mit Impfstoff gegen Hepatitis A und B. Foto: Bodo Marks
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Ampulle mit Impfstoff gegen Hepatitis A und B. Foto: Bodo Marks

Die Weltgesundheitsorganisation will mehr Mittel gegen die Infektionskrankheit. Das würde sich finanziell sogar lohnen - und Millionen Todesfälle verhindern.

Genf (dpa) - Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 325 Millionen Menschen mit Hepatitis B und C infiziert. Etwa 1,4 Millionen Menschen sterben demnach jedes Jahr an den Folgen.

Die 67 besonders betroffenen Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen brauchten Investitionen von sechs Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) im Jahr, um die Zahl neuer Hepatitis-Ansteckungen bis 2030 um 90 Prozent zu senken, berichtet die WHO zum Welt-Hepatitis-Tag (28. Juli) in der Fachzeitschrift «Lancet Global Health».

«Es ist bezahlbar und sehr kosteneffizient», sagte Marc Bulterys, WHO-Hepatitis-Experte, in Genf. Die Gesundheitsdienste sparten innerhalb von drei Jahren sogar Geld, weil sie weniger Hepatitis-Infizierte mit Komplikationen behandeln müssten. In den 67 Ländern könnten 4,5 Millionen Todesfälle bis 2030 verhindert werden.

Für Hepatitis C gebe es in Indien inzwischen Generika, also Arzneimittel mit denselben Wirkstoffen wie in Original-Medikamenten, die aber wegen des Ablaufs von Patenten deutlich billiger sind. Dort koste eine dreimonatige Behandlung weniger als 40 Dollar, sagte Bulterys. In den USA koste dieselbe Behandlung 18 000 Dollar. 98 Prozent der Patienten seien nach drei Monaten Behandlung geheilt.

Von den fünf Hepatitis-Viren sind B und C die folgenschwersten, mit Leberentzündung und Leberkrebs. Chronische Hepatitis B und C-Infektionen machten 96 Prozent der Todesfälle aus. Am stärksten betroffen sei Pakistan mit zehn Millionen Fällen, gefolgt von China und Ägypten. Problem ist nach Angaben der WHO, dass die Infektion oft erst nach 30 oder mehr Jahren ausbricht. So wisse vermutlich nur jeder Zehnte von seiner Infektion. Selbst nach einer Diagnose werden nur 17 Prozent der Patienten behandelt.

Hepatitis C werde oft im Gesundheitswesen oder unter Drogennutzern etwa durch unsaubere Spritzen übertragen. Hepatitis B sei vor allem bei Kleinkindern gefährlich, die sich bei ihren Müttern oder Verwandten ansteckten. Bei ihnen werde die Infektion meist chronisch. Wesentliche Übertragungswege bei Erwachsenen sind Sex und verunreinigte Drogenspritzen.

WHO zum Welt-Hepatitis-Tag

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