5-Jährige in Sibirien wie Haustier gehalten

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Das Foto zeigt das fünfjährige russische Mädchen Natascha Michailowa. Das von den Eltern stark vernachlässigte Kind wuchs fast nur mit Haustieren auf und zeigt Reflexe wie ein Hund.

Moskau - In einer Wohnung in Sibirien haben russische Behörden ein extrem vernachlässigtes Mädchen entdeckt, das fast nur mit Haustieren aufwuchs und Reflexe wie ein Hund zeigt.

Die Fünfjährige fange bei Geräuschen an zu bellen und schlecke ihr Essen vom Teller, sagte ein Sozialarbeiter in der fernöstlichen Stadt Tschita am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Die zerlumpte Kleine habe die Wohnung mit ihrem Vater, Großeltern sowie Onkel und Tante geteilt, die sich aber nicht um sie gekümmert hätten.

In der Drei-Zimmer-Wohnung stießen die Beamten zunächst auf fünf Hunde und vier Katzen. “Dann sahen wir das Mädchen mit dem offensichtlichen Verhalten eines Tieres. Natascha redete nicht, sondern machte nur Geräusche, als ob sie bellte“, sagte ein Polizist nach Angaben der Boulevardzeitung “Moskowski Komsomolez“. Immerhin sei das Mädchen in der Lage, aufrecht zu gehen. Die Mutter hatte die Familie vor längerem verlassen und sich nicht mehr um ihre Tochter gekümmert.

Das Kind, das das Haus vermutlich nie verlassen habe, sei in ein Heim gebracht worden. Die Beamten hatten das Mädchen in der stark verschmutzten Wohnung entdeckt, als sie dort einen Brief an seinen Vater abgaben. Der verwahrlosten Familie seien schon vor längerer Zeit Strom, Gas und Heizung abgeschaltet worden. Russische Medien schrieben in Anspielung auf Rudyard Kiplings “Dschungelbuch“ von einem Mogli-Mädchen. Der Vater habe die Umstände in der Wohnung als “völlig normal“ bezeichnet und die Rückkehr seiner Tochter verlangt. Er muss mit einem Strafverfahren und bis zu drei Jahren Gefängnis rechnen.

dpa

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