Zum Welt-Vegetarier-Tag: Diese Stars zogen sich für PETA aus

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Ariane Sommer zog sich für PETA aus und warb für Vegetarismus

München - Heute am 1. Oktober ist Welt-Vegetarier-Tag. Wie gesund die fleischlose Lebensweise ist und welche Stars sich für Tiere auszogen.

Seit einem Kongress im Jahr 1977 in Schottland ist der 1. Oktober offiziell der Welt-Vegetarier-Tag. Ob aus gesundheitlichen Gründen oder um Tiere zu schützen: An diesem Tag soll die fleischlose Lebensweise besonders ins Bewusstsein gerückt werden.

Auch viele Promis sind Vegetarier. Michelle Hunziker, Keanu Reeves, Nena oder P!nk sind nur einige davon. Einige Stars zogen sich sogar aus, um für die Organisation PETA gegen Pelze oder für eine vegetarische Lebensweise einzustehen. Wir zeigen Ihnen zum Welt-Vegetarier-Tag die Bilder.

Diese Stars ziehen sich für Tiere aus

Diese Stars ziehen sich für Tiere aus

Wie gesund ist die vegetarische Lebensweise?

Menschen essen Fleisch. Das ist seit Urzeiten so. Die evolutionäre Anpassung an fleischliche Kost ist ein Hauptargument gegen vegetarische Ernährung. Dieser würden wichtige Nährstoffe wie Eiweiß und Eisen fehlen, heißt es. “Das ist in vielen Köpfen noch drin, aber das sind Mythen“, sagt der Ernährungswissenschaftler Markus Keller. Auf Schnitzel und Wurst könne der Organismus ohne weiteres verzichten. Mehr noch: Für die Gesundheit sei eine vegetarische Ernährung vielfach sogar besser. “Es gibt keine Nährstoffe in Fleisch, die nicht auch in vegetarischer Nahrung vorhanden wären“, sagt der Experte aus Gießen. Natürlich hängt die körperliche Versorgung vom Verhalten ab. Einfach das Fleisch weglassen und nur Pizza und Pommes essen, reicht nicht. Auf gesundheitsfördernde pflanzliche Lebensmittel komme es an, erklärt Keller. Die wichtigsten Bausteine: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Ölsamen. “Vegetarische Ernährung, wenn sie richtig durchgeführt wird, ist für alle Lebensphasen und alle Lebenssituationen eine optimale Ernährung, auch für Kinder oder Schwangere, sogar für Leistungssportler.“ Fleisch ist reich an Eiweiß. Doch Eiweiß ist auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Die Frage ist also, wie viel der Mensch davon braucht. Keller zufolge nehmen Vegetarier immer noch mehr Eiweiß auf, als sie müssten. Das gleiche gelte für Fett, das auch in Milchprodukten steckt. Und was das Eisen angeht, so habe eine Unterversorgung meist andere Ursachen, bei Frauen etwa eine starke Monatsblutung. “Alle Studien zeigen, dass Eisenmangel bei Vegetariern nicht häufiger auftritt als bei Nicht-Vegetariern.“ Die Eisenaufnahme kann etwa durch bestimmte Gemüsesorten wie Fenchel oder Feldsalat gesichert werden. “Ein Problem ist manchmal nur die Verwertung, da Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln in anderen Formen vorliegt. Das kann ich aber beeinflussen, indem ich gezielt kombiniere, mit Substanzen, die die Aufnahme fördern“, sagt Keller. Das heißt: Wenn morgens zum Müsli ein Vitamin-C-reicher Orangensaft getrunken wird, dann kann das Eisen aus den Haferflocken wesentlich besser vom Körper verwertet werden als bei Müsli pur.

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Vegan-Kost fehlt wichtiges Vitamin

Das mag sich kompliziert anhören. Doch Keller beruhigt: “Man muss nicht mit dem Taschenrechner oder mit der Nährwerttabelle dasitzen. Man sollte nur bewusst darauf achten, was man isst.“ Und das sei schließlich bei jeder Ernährungsweise geraten. Schwieriger wird es bei Veganern, die nicht nur auf Fleisch, sondern zudem auf Milchprodukte und Eier verzichten. Das wichtige Vitamin B12 ist nämlich nur in tierischen Lebensmitteln enthalten. Bei rein pflanzlicher Ernährung ist daher künstliche Ergänzung nötig, entweder über angereicherte Lebensmittel wie Sojamilch oder über Tabletten. “Normale“ Vegetarier brauchen solche Präparate Keller zufolge nicht. Wer sich an die Grundregel halte, fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag zu essen, dazu Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Öle, habe keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten. Im Gegenteil: Medizinische Studien hätten belegt, dass fleischlose Kost Leben retten kann. “Wenn Sie sich gut zusammengestellt vegetarisch ernähren, dann haben Sie Ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen um 25 Prozent gesenkt, bei Diabetes sogar um die Hälfte“, sagt der Wissenschaftler. Markus Keller ist selbst Vegetarier, in der eigenen Küche kocht er meist sogar vegan. Für ihn sind es nicht nur gesundheitliche Gründe, die ihn dazu bewogen haben, Fleisch und Fisch von der Speisekarte zu streichen. Ursprünglich waren es ethische Bedenken gegenüber industrieller Massentierhaltung. “Da möchte ich so wenig wie möglich dran beteiligt sein.“ Später kamen Überlegungen zu Klimaschutz und Welternährung hinzu. “Die derzeitige Fleischernährung ist nicht zukunftsfähig“, sagt Keller. Tierzucht sei nicht nur energieintensiv, sondern wegen der Fütterung vor allem eine ungeheure Verschwendung von Getreide. “Wenn sich alle so ernähren würden wie wir in Deutschland, dann bräuchten wir vier Planeten Erde.“ Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aus gesundheitlicher Sicht, maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen. Derzeit liegt der Verbrauch im Durchschnitt bei rund einem Kilo pro Person. Und das, obwohl rund fünf Prozent der Bevölkerung als Vegetarier gar kein Fleisch essen. “Es ist klar, dass nicht jeder Vegetarier werden möchte“, sagt Keller. “Aber wenn jemand sagt, ich esse an einem Wochentag kein Fleisch, das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.“

DAPD/al.

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