Dritter Mafia-Mörder von Duisburg festgenommen

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Reggio Calabria/Duisburg - Zweieinhalb Jahre nach dem sechsfachen Mafiamord von Duisburg sind zwei weitere mutmaßliche Täter im süditalienischen Kalabrien gefasst worden.

Damit sitzen alle drei mutmaßlichen Todesschützen in Haft. Die italienische Polizei nahm am Donnerstag im süditalienischen Kalabrien bei einem Großeinsatz gegen die Mafia den dritten Mann fest. Zwei hochrangige 'Ndrangheta-Mitglieder waren bereits in den vergangenen zwei Jahren in Amsterdam gestellt und an Italien ausgeliefert worden. Die Behörden wollen das Mafia-Trio jetzt wegen Mordes anklagen, berichtete die Polizei Duisburg, die zwei Ermittler nach Italien geschickt hatte.

Gegen den 37-jährigen Guiseppe Nirta, der bereits wegen anderer Taten gesucht wurde und als erster Ende 2008 in Amsterdam gefasst und ausgeliefert wurde, erweiterten die italienischen Behörden den bisherigen Haftbefehl auf den Fall der Duisburger Morde. Ein Kronzeuge hatte in Italien ausgesagt, dass Giuseppe Nirta sich gebrüstet habe, der Drahtzieher gewesen zu sein. Er habe sich verärgert gezeigt, dass in den Medien immer wieder Giovanni Strangio als Hauptverdächtiger bezeichnet wurde. Strangio war vier Monate nach Nirta den Fahndern des BKA ebenfalls in Amsterdam ins Netz gegangen.

Die italienische Polizei geht davon aus, mit der Festnahme des 38 Jahre alten Sebastiano Nirta jetzt alle Männer hinter Gitter zu haben, die in Duisburg das Feuer eröffnet hatten. Dieses Trio habe die Mordtat ausgeführt, erklärte Renato Cortese, Chef des in San Luca eingesetzten mobilen Polizeikommandos. Ihre DNA-Spuren sollen - wie auch die von Giovanni Strangio - nach den Angaben am Tatort nachgewiesen worden sein. Lange Zeit galten Giovanni Strangio und Giuseppe Nirta als alleinige Schützen. Sebastiano Nirta kamen die Fahnder über abgehörte Telefongespräche auf die Spur.

In Gesprächen mit Strangio wurde er als “Dummkopf“ bezeichnet, der bei der Tat Spuren hinterlassen habe und deswegen noch lebenslänglich ins Gefängnis wandern werde. Eine alte Blutfehde zwischen den 'Ndrangheta-Familienclans Pelle-Vottari und Nirta-Strangio hatte Mitte August 2007 zum Massaker vor einem Restaurant in Duisburg geführt. Es war die Rache für den Mord an Maria Strangio am 1. Weihnachtstag 2006 in San Luca. Nach der Bluttat war den Tätern die Flucht nach Gent in Belgien gelungen, wo sie untertauchten.

“Die Festnahme der übrigen mutmaßlichen Mörder von Duisburg ist eine Genugtuung“, lobte die Abgeordnete Laura Garavini von der Anti-Mafia-Kommission des Parlaments in Rom den Fahndungserfolg. “Nur wenn die Mafia-Fahnder auch grenzüberschreitend kooperieren, kann die organisierte Kriminalität erfolgreich bekämpft werden“, sagte Gravini von der Oppositionspartei PD (Partito Democratico). Regierungschef Silvio Berlusconi leiste bedauerlicherweise bisher so gut wie keinen Beitrag dazu, die internationale Verfolgung der Mafia zu verstärken.

dpa

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