Unglücksfahrer von Menden schweigt zu dem Unfall

Menden - Nach dem schweren Unfall mit zwei Toten bei einem Schützenfest im Sauerland hüllt sich der Unglücksfahrer in Schweigen. Der 79-Jährige wolle sich einen Anwalt nehmen, so ein Polizeisprecher.

Der Mann war am Sonntag mit seinem Auto ungebremst in den Umzug des Schützenfests in der sauerländischen Stadt gerast. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, mehr als 50 wurden zum Teil schwer verletzt.


Nähere Erkenntnisse zur Unfallursache erwarten die Ermittler nun erst in den kommenden Tagen. Ein Fahrzeug-Gutachter habe sich noch nicht näher festlegen wollen, hieß es.

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Die Polizei will jetzt noch zahlreiche weitere Zeugen zum Hergang des Unglücks befragen. Derzeit wird ein Schwächeanfall des 79-Jährigen als Ursache nicht ausgeschlossen. Die Ehefrau des Unfallfahrers steht laut Polizei unter Schock und ist nicht vernehmungsfähig. Ob sie sich zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls in dem Wagen befand, war zunächst unklar.


Der Rentner hatte sich am Sonntag nach den bisherigen Ermittlungen in der Fahrzeugschlange hinter dem Umzug der Sankt-Hubertus-Schützen befunden und war dann nach links ausgeschert. Er verlor offenbar die Kontrolle über seinen A-Klasse-Mercedes und raste auf der abschüssigen Straße ungebremst in den hinteren Teil des Umzuges.

Bilder: Auto rast in Schützenumzug

Tragödie beim Schützenfest: Ein älterer Autofahrer ist im sauerländischen Menden in einen Umzug der Sankt-Hubertus-Schützen gefahren und hat drei Menschen getötet. © dpa
Rettungskräfte am Unfallort. Ein Schild verweist zu Schützenhalle, in der gefeiert werden sollte. © ap
Der schwarze Mercedes, mit dem der Senior in die Menschenmenge gefahren ist. © ap
Polizisten sichern die Spuren. © ap
Der Unfallfahrer rammte auch andere Autos wie diesen Polizeiwagen und das silberne Fahrzeug. © ap
Die abgesperrte Unglücksstelle. © ap
Der Autofahrer im Rentenalter fuhr den Angaben zufolge mit seinem Mercedes Benz “mitten in den hinteren Teil“ des Umzuges. © ap
Laut Feuerwehr war er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. © ap
In einem Rettungszelt werden die mehr als 50 Verletzten versorgt. © ap
Rettungskräfte kümmern sich um ein Opfer. © dpa
Chaos nach der Tragödie: Polizei und Feuerwehr kümmerten sich vor Ort um die Verletzten, teils wurden sie in Krankenhäuser gebracht. Auch Rettungshubschrauber waren im Einsatz. © dpa

Der Verein hatte sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Bei den Toten handelt es sich laut Polizei um einen 69-jährigen und einen 40-jährigen Mann, die im letzten Teil des Umzugs marschierten. 14 weitere Menschen wurden schwer verletzt: Über ihren aktuellen Zustand konnte ein Feuerwehrsprecher am Montag keine neuen Angaben machen. Zudem gab es 37 Leichtverletzte, die vor allem wegen Schocks Betreuung brauchten.

Bürgermeister schockiert über Unglück

Der Mendener Bürgermeister Rudolf Josef Düppe zeigte sich schockiert über das Unglück. “Ich muss das erstmal selbst verarbeiten“, sagte der CDU -Politiker. “Es ist ja auch vor meinen Augen passiert.“ Der Unglücksfahrer sei nur wenige Zentimeter an der provisorischen Tribüne vorbeigerauscht, auf der er selbst den Schützen-Umzug verfolgt habe.

Beeindruckt äußerte sich Düppe über den großen Einsatz freiwilliger Helfer nach dem Unfall. Nicht nur die Sanitäter und die freiwilligen Feuerwehrleute unter den Schützen seien zur Stelle gewesen, sondern auch Zuschauer hätten geholfen: “Das war wirklich gelebte Solidarität.“

Am Abend sollte es einen Trauergottesdienst für die Opfer des Unfalls und ihre Angehörigen geben. Die Stadt Menden hat außerdem ein Kondolenzbuch ausgelegt.

ap

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