Terror-Angst nach versuchtem Anschlag auf US-Flugzeug

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Die aus Nigeria über Amsterdam kommende Maschine konnte sicher in Detroit landen. Das Weiße Haus erklärte, man gehe von einem versuchten Terrorakt aus.

Detroit - In den USA ist ein Terroranschlag auf ein mit fast 300 Menschen besetztes Flugzeug verhindert worden. Die Angst bleibt: Landesweit wurden die Sicherheitskontrollen verschärft.

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Ein Nigerianer versuchte nach Behördenangaben kurz vor der Landung in Detroit, den Airbus der Fluggesellschaft Northwest Airlines in die Luft zu sprengen. Er gab an, imAuftrag des Terrornetzwerks Al Kaida gehandelt zu haben. Der Mann wurde von Mitreisenden überwältigt und festgenommen. Die aus Nigeria über Amsterdam kommende Maschine konnte sicher in Detroit landen. Das Weiße Haus erklärte, man gehe von einem versuchten Terrorakt aus.

Landesweit sollten nach dem Zwischenfall am ersten Weihnachtsfeiertag die Sicherheitsvorkehrungen für Inlands- und internationale Flüge verschärft werden. Präsident Barack Obama wurde in seinem Urlaub auf Hawaii auf dem Laufenden gehalten.

Und auch das Bundesinnenministerium erwägt eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen für den Luftverkehr in Deutschland.

Nach Geheimdienstangaben hatte der Nigerianer den Sprengsatz offenbar an seinen Beinen befestigt. Er habe eine Mischung aus Pulver und Flüssigkeit zur Explosion bringen wollen, sagte ein Gewährsmann. Die Bombe habe aber nicht gezündet.

Verdächtiger bereits in Geheimdienst-Datenbank

Wie aus Behördenkreisen weiter verlautete, wurde sein Name bereits in mindestens einer Datenbank des Geheimdienstes geführt. Der Mann habe aber nicht unter besonderer Beobachtung gestanden. Er selbst erklärte laut Polizei, er sei von Al Kaida instruiert worden, den Airbus auf amerikanischem Boden in die Luft zu sprengen. Ob der Nigerianer tatsächlich Verbindungen zu dem Terrornetzwerk hat, war zunächst allerdings unklar. Es könne sich auch um einen Einzeltäter handeln, sagten Gewährsleute am Freitag.

Der Verdächtige wurde von Passagieren überwältigt, die Rauch bemerkt und einen Knall gehört hatten. “Es klang wie ein Feuerwerkskörper in einem Kopfkissen“, sagte der Reisende Peter Smith aus den Niederlanden. Unter den Reisenden sei Panik ausgebrochen, sagte ein weiterer Passagier, Syed Jafri.

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Der Nigerianer erlitt Augenzeugen zufolge Brandverletzungen an den Beinen und wurde nach Geheimdienstangaben im Krankenhaus behandelt. Am Freitagabend wurde er verhört. Auch ein Passagier wurde verletzt in eine Klinik gebracht.

Flug 253 von Northwest Airlines war mit Ziel Detroit in Nigeria gestartet und hatte einen Zwischenstopp in Amsterdam. An Bord waren 278 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder. Eine Sprecherin des Amsterdamer Flughafens Schiphol wollte sich zu dem Zwischenfall und den Sicherheitsvorkehrungen vor dem Start nicht äußern. Die Flughafenbehörde in Nigeria erklärte, alle Reisenden und ihr Gepäck seien vor dem Start überprüft worden. Das Vorgehen entspreche den Sicherheitsstandards, sagte ein Sprecher.

Spuren in London gesichert

Unterdessen hat die britische Polizei am Samstag Spuren des mutmaßlichen Täters in London gesichert. Der 23-Jährige Nigerianer Farouk Abdulmutallab soll am University College London Maschinenbau studiert haben. “Wir arbeiten eng mit den US-Behörden zusammen“, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Personen aus dem Umfeld des Verdächtigen würden befragt und seine Wohnung durchsucht. Seine Identität könne wegen der laufenden Ermittlungen aber nicht bestätigt werden.

Wie britische Medien weiter berichteten, musste der 23-Jährige auf dem Amsterdamer Flughafen erneut durch spezielle Sicherheitskontrollen, die an europäischen Flughäfen für alle Transatlantikflüge nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet und später verschärft worden waren. Der Nigerianer soll den Geheimdiensten den Berichten zufolge bekanntgewesen sein. Allerdings habe man ihn als nicht besonders gefährlich eingestuft, so dass ihm auch Flüge erlaubt waren.

Der vereitelte Anschlag erinnert an den sogenannten Schuhbomber Richard Reid, der 2001 mit in seinen Schuhen verstecktem Sprengstoff einen Transatlantikflug in die Luft sprengen wollte. Reid verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.

AP/dpa

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