Sommertrends 2012: Mailand macht die Männer lässig

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Milano Moda Uomo - Die Sommertrends 2012

Mailand - Sport ist “in“, Eleganz auch: Diese eigentlichen Widersprüche versöhnen sich in diesen Tagen auf den Laufstegen der “Milano Moda Uomo“ mit den Trends für die Saison Frühjahr/Sommer 2012.

Die Olympischen Spiele werfen ihre Schatten voraus. Wenn sich im Sommer 2012 in London die besten Athleten der Welt messen, soll auch der Mann auf der Straße das Ereignis mit seinem Erscheinungsbild würdigen. Und so ließen sich Mailands Designer bei den Defilees der Männermodemesse “Milano Moda Uomo“, die noch bis Dienstag laufen, von Sportarten wie Golf, Tennis oder Fechten inspirieren. Andererseits zeigten die Modeschöpfer aber auch eine ausgesprochen lässige Interpretation von Eleganz.

Die Sommertrends 2012 der mailänder Modewoche

Mailänder Modewoche: Das sind die Sommertrends 2012

Für die Londonerin Vivienne Westwood ist es fast schon eine patriotische Pflicht, sich den Olympischen Spielen zu widmen. Deshalb liefen ihre Models am Sonntagnachmittag in T-Shirts ein, auf denen um den Hals hängende Medaillen, das olympische Feuer oder antike Athleten in Wettkampfposen gedruckt waren. Dazu trugen sie Shorts und auf dem Kopf zuweilen einen Lorbeerkranz. Außerdem hat Westwood auch dreiteilige Anzüge zu bieten, deren Klassik sie aber mit lässigen Schlappen oder knallroten Lackschuhen zu brechen weiß. Wie in vielen Kollektionen der Mailänder Schauen ist auch hier ein Nebeneinander ganz verschiedener Stile möglich.

Noch bevor das erste Kleidungsstück zu sehen ist, erhält man bei Miuccia Prada stets eine erste Ahnung, welche Geschichte in der Show erzählt wird. Diesmal war die ganze Halle mit Kunstrasen ausgelegt, die Gäste nahmen auf hellblauen Schaumstoffwürfeln Platz und auch die gereichten Häppchen griffen dieses Farbkonzept auf. Allerdings setzte Prada wieder einen ihrer berühmten Gegen-Trends zu dem, was auf den anderen Laufstegen präsentiert wird. Dominiert dort das eher farblich Gedeckte, können bei der mailänder Designerin die floralen Muster nicht vibrierend genug sein, die comicartigen Drucke sind extravagant. Große funkelnde Schmucksteine gibt es auch noch auf den Hemden - und auf der Golf-Tasche. Vom Golf kommen auch einige Schuhmodelle, doch sind die im poppigen Patchwork dargebotenen Modelle wohl nicht für ihren eigentlichen Zweck bestimmt.

Calvin Klein setzt dagegen im Frühjahr/Sommer 2012 eher auf monochrome Looks. Zwar ist der Namensgeber des amerikanischen Labels längst nicht mehr aktiv, doch arbeitet Italo Zucchelli, der Designer der Herrenkollektion, ganz in dessen Sinne. Sportliche Aspekte tauchen hier in den zweilagigen Muskel-Shirts, den überweiten Hosen mit elastischem Bund oder den vielen Blousons auf. Raffiniert sind die zum Teil dreidimensional gestalteten Oberflächen. Farben kippen hier und da von eher neutralen Tönen in leuchtende Nuancen.

Sport ist auch das Leitmotiv der Debüt-Kollektion von Alistair Carr für das schottische Traditionshaus Pringle of Scotland, dessen Geschichte vor allem für Twinsets und Rautenmuster steht. Carr zeigt die Rauten in frischen Farben und spielerischen Anordnung. Bei vielen Kleidungsstücken fügt er grafisch angelegte Strickeinsätze am Rücken ein, vereinzelte akzentuiert mit Leuchtelementen. Das Muster einiger Shirts wiederholt sich auf der Innenseite der Jacken.  Außerdem gibt es viele sommerlich verkürzte Hosenlängen.

Die Kollektion von Salvatore Ferragamo steht als Symbol einer neuen Silhouette, die sich auf vielen Laufstegen zeigt. Dominiert in der Männermode nun schon seit einigen Jahren der schlanke Schnitt, kommt nun wieder deutlich mehr Volumen ins Spiel. Bei Salvatore Ferragamo etwa fallen die Hosenbeine oft weit und enden in einem Umschlag. Die ebenfalls bequem geschnittenen Jacken sind mit doppelreihige Knöpfungen oder aufgesetzte Taschen verziert.

Überhaupt sah man sehr viele Anzüge in Mailand, alternativ die “gebrochene Variante“ mit Hose und Sakko in unterschiedlichen Optiken oder die sportliche Version mit einem Blouson. Das alles wirkt sehr lässig und dennoch gut angezogen. Typisch italienisch eben.

dpa

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