Schweinegrippe: Erste Tote in Europa - neue Fälle in Deutschland

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Die 38-Jährige erlag dem Schweinegrippe-Virus im Alexandria Krankenhaus in Paisley, Schottland.

London/Paris - Eine Mutter , die erst vor kurzem ein Frühchen geboren hat, ist Europas erstes Todesopfer der Schweinegrippe. Das Baby ist am Montagabend gestorben - allerdings nicht an der Schweinegrippe.

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Die Schottin war nach britischen Medienangaben 38 Jahre alt und hatte vor zwei Wochen ein Kind zur Welt gebracht - mehr als zwei Monate zu früh. Das Baby hat sich aber vermutlich nicht mit dem Virus angesteckt. Das Krankenhaus wollte die Angaben zunächst nicht bestätigen, sondern teilte nur mit, dass das Opfer auch andere Gesundheitsprobleme hatte. Die Frau war am Sonntag an dem veränderten H1N1-Virus gestorben und war damit der erste Patient, der außerhalb des amerikanischen Kontinents der Krankheit erlag. Behörden und Experten warnten jedoch vor Panikmache. Das Risiko sei auch nach dem ersten Todesfall nicht höher.

Das Baby namens Jack kam in der 29. Woche zur Welt. Unklar war allerdings, ob die Krankheit der Mutter die Frühgeburt eingeleitet hatte, oder ob die Ärzte das Kind absichtlich früher auf die Welt geholt hatten. Die Frau war eine von zehn Patienten, die im Royal Alexandra Hospital in Paisley nahe Glasgow wegen der Schweinegrippe behandelt worden waren.

Risiko trotzdem gering

Die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon betonte am Sonntag , dass die allermeisten Erkrankungen sehr milde verliefen. Das Risiko für die Bevölkerung sei weiterhin gering. Alle seien nun aufgerufen, mit einfachen Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Grippe vom Typ H1N1 beizutragen. Nach letzten Angaben der Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) vom Freitag wurden bislang knapp 30.000 Fälle von Schweinegrippe in 74 Ländern registriert. 145 der Patienten starben. Die Todesfälle traten in Mexiko , den USA , Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik und Guatemala auf. In Großbritannien wurden bis zum Sonntag 1.226 Infektionen registriert. Am Donnerstag hatte die WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt.

Schule in Frankreich geschlossen

In Frankreich ordneten die Behörden im Südwesten des Landes die Schließung einer Grundschule an, nachdem dort bei sieben Kindern die Schweinegrippe festgestellt worden war. Es war das erste Mal in Frankreich, dass eine ganze Gruppe betroffen war. Insgesamt 15 Kinder aus der Schule in Quint-Fonsegrives wurden wegen Grippesymptomen behandelt. Bislang wurden in Frankreich 80 Fälle von Schweinegrippe registriert.

Nur noch Bremen und Saarland ohne Erkrankungen

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Schweinegrippe-Infizierten weiter an. Bis Montag wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 174 Erkrankungen gemeldet, darunter erstmals auch drei Fälle in Berlin.

Wie der Gesundheitssenat in Berlin am Montag bekanntgab, infizierten sich inzwischen zwei weitere Berliner mit dem Virus. Einer ist der Lebensgefährte der Berlinerin, bei der das Robert-Koch-Institut am Sonntag eine Infektion mit dem H1N1-Virus bestätigt hatte. Der zweite Betroffene ist ein 30-jähriger Berliner, der am 7. Juni von einer Rumänien-Reise zu seiner im Land Brandenburg wohnenden Freundin zurückgekehrt war. Beide Neuinfizierten litten unter leichten Symptomen wie Unwohlsein und Kopfschmerzen, teilte der Senat mit. Das Berliner Paar befinde sich in häuslicher Quarantäne und werden durch sein soziales Umfeld versorgt. Die Infektionsschutzbeauftragte des Landes Berlin, Marlen Suckau, sagte angesichts der steigenden Zahl von Ansteckungen in Deutschland, auch in Berlin sei mit weiteren Fällen zu rechnen.

Damit sind nur noch Bremen und das Saarland Schweinegrippe-frei. Die meisten Fälle, nämlich 78, wurden bisher aus Nordrhein-Westfalen gemeldet. In der am schwersten betroffenen Stadt Düsseldorf wurden bis zum Sonntagabend insgesamt 84 Fälle gezählt, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung mitteilte. Darunter seien allein 65 erkrankte japanische Kinder. Einige der Infizierten seien aber bereits wieder gesund, hieß es. In der Japanischen Schule in Düsseldorf war in der vergangenen Woche der Großteil der Neuinfektionen in Deutschland registriert worden.

dpa

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