Schuldig: Vater betet statt den Notarzt zu rufen

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Weil er nicht den Notarzt für seine an Diabetes leidende Tochter rief, sondern betete, ist ein Vater verurteilt worden.

Wausau/USA - Ein Vater in den USA ist wegen Totschlags schuldig gesprochen worden, weil er nicht rechtzeitig einen Notarzt für seine Diabetes-kranke Tochter gerufen und stattdessen für das Kind gebetet hat.

Ein Gericht in Wisconsin befand den 47-Jährigen am Samstag für schuldig am Tod der elfjährigen Madeline, deren Krankheit nicht diagnostiziert worden war. Die Ankläger warfen dem Vater vor, er hätte das Kind, das nicht mehr gehen, sprechen, essen und trinken konnte, schnellstmöglich ins Krankenhaus bringen müssen.

Stattdessen starb Madeline am 23. März vergangenen Jahres auf dem Fußboden im Haus der Familie in der Ortschaft Weston, umringt von betenden Angehörigen und Freunden. Erst als sie nicht mehr atmete, rief jemand einen Krankenwagen. Madelines Mutter war im Frühjahr ebenfalls wegen der Tötung ihrer Tochter schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß für beide Eltern soll im Oktober verkündet werden. Ihnen drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis. Der Verteidigung kündigte Berufung an.

Der Vater hatte am Donnerstag vor Gericht erklärt, er habe daran geglaubt, dass Gott seine Tochter heilen werde, und niemals mit dem Tod des Kindes gerechnet. “Wenn ich zum Arzt gehe, stelle ich den Arzt vor Gott“, erklärte der Mann. Er sei davon ausgegangen, dass Madeline eine Grippe oder Fieber habe. Nach Angaben von Ärzten hätte das Mädchen eine hohe Überlebungschance gehabt, wenn es rechtzeitig medizinisch behandelt worden wäre.

AP

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