Sie fuhr absichtlich 40 km gegen die Fahrtrichtung

Deutlich mehr Geisterfahrer in Österreich - Rosenheimerin starb

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Salzburg - Genau 48-mal warnte das Hitradio Ö3 im vergangenen Jahr vor Geisterfahrern im Bundesland Salzburg, das sind 66 Prozent mehr als noch 2018. Österreichweit waren es 417 Geisterfahrer-Meldungen, das ist die größte Zahl der letzten elf Jahre.

Die Geisterfahrten in Österreich forderten am 9. März vergangenen Jahres ein Todesopfer auf der Westautobahn im Bereich zwischen Salzburg- Nord und Ausfahrt Messe, eine Lenkerin war absichtlich 40 Kilometer in die falsche Richtung gefahren.

Die 51-jährige Lenkerin aus dem Landkreis Rosenheim hatte auf der Tauernautobahn in Richtung Villach zwischen dem Ofenauer- und dem Hieflertunnel umgedreht und war in die falsche Richtung 40 Kilometer nach Salzburg zurückgefahren, sie war nicht angegurtet. 

Im Tunnel Liefering schaltete sie laut Videoaufzeichnung der Asfinag kurz vor 4 Uhr früh auch noch das Licht ihres Wagens aus und fuhr am mittleren von drei Streifen weiter in Richtung Salzburg Nord. Bei der Ausfahrt Salzburg-Messe prallte sie schließlich gegen den Wagen einer 60-jährigen Taxilenkerin, diese wurde schwer verletzt, die Geisterfahrerin starb noch an der Unfallstelle. Auch neun Monate nach dem Unfall wollen weder die deutsche, noch die österreichische Polizei offiziell bestätigen, dass die Lenkerin mit einer eindeutigen Absicht unterwegs war.

17 Geisterfahrer alleine im Pongau

Zurück zur Statistik: Die meisten Geisterfahrer gab es in Niederösterreich, gefolgt von der Steiermark und Kärnten, dann Oberösterreich und auf Platz 5 bereits Salzburg. Hier gab es 1999 mit 52 die meisten Warnungen und 2012 mit 15 die wenigsten. Die meisten Warnungen im Land Salzburg gab es übrigens für die Tauernautobahn im Raum Pongau mit 17, also südlich von Golling bis kurz vor dem Tauerntunnel. 

„Wir können uns diesen Anstieg nicht erklären, die Beschilderungen waren gleich wie das Jahr zuvor, es gab auch keine Baustellen mit Gegenverkehr oder ähnliche Risiken“, so Christoph Pollinger von der Asfinag. „Aber wir werden uns das trotzdem noch einmal ansehen“. Im Bundesland Salzburg sind auf allen Teilstücken der beiden Autobahnen die Zahlen gestiegen.

Österreichweit sind die meisten Geisterfahrer übrigens an Samstagen unterwegs, gefolgt von Sonntagen, über den Tag verteilt sind die meisten Falschfahrer zwischen 18 und 21 Uhr, die wenigsten zwischen 6 und 9 Uhr auf der Straße. Neben der ums Leben gekommenen Falschfahrerin aus Rosenheim haben die Geisterfahrer im gesamten Bundesgebiet sieben schwer und fünf leicht Verletzte gefordert. In der Ö3- Geisterfahrerstatistik werden alle Warnmeldungen ausgewertet, die in der Regel von der Polizei gemeldet werden.

hud

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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