"Hoffnungen ziemlich zerschlagen"

Salzburger U-Bahn: Bürgermeister sieht schwarz

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Salzburg - Mindestens 30 Millionen Euro Planungskosten, das Zehnfache an Baukosten: Angesichts dieser Zahlen hat Salzburgs Bürgermeister kaum Hoffnungen, die U- und S-Bahn-Pläne zu realisieren.

Wünsche und grobe Vorstellungen gab es schon lange, doch im Frühjahr schien es, als würde endlich damit begonnen, Nägel mit Köpfen zu machen: eine U-Bahn für die Salzburger Innenstadt, eine direkte Anbindung der Freilassinger S-Bahn in den Untergrund und auch von gänzlich neue Trassen, wie zum Beispiel vom Salzburger Süden über Marktschellenberg nach Berchtesgaden, war die Rede. Begonnen werden sollte mit der Salzburger U-Bahn - Planungszeit: bis zu sechs Jahren, Planungskosten: bis zu 40 Millionen Euro, Baukosten: bis zu 500 Millionen Euro. Allein in die Machbarkeitsstudie vom März floss etwa eine Million Euro.

Doch einer hat bereits jetzt die Hoffnungen weitestgehend verloren: Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. "Den großen Wurf bei einer Verkehrslösung wird es nicht geben. Was die Stadtregionalbahn betrifft, haben sich meine Hoffnungen ziemlich zerschlagen", so Schaden gegenüber der Kronen-Zeitung. Die Pläne vom März klangen kühn, warum jetzt Schadens Pessimismus? Weder vom Bund, noch vom Land gebe es Finanzierungszusagen, "da möchte ich nicht Geld in eine verlorene Planung stecken, das ist nicht zu verantworten", so Salzburgs Stadtoberhaupt.

Salzburgs Verkehrslandesrat Hans Mayr, Motor des U- und S-Bahn-Projekts, war sich vor kurzem gegenüber der "Krone" noch sicher, die 40 Millionen Euro an Planungskosten von der Europäischen Investitionbank und aus Wien zu kriegen: "Und dann muss ich noch mit Bürgermeistern wie Heinz Schaden reden." Doch was der inzwischen über das Mega-Projekt denkt, dürfte allen klar sein - auch wenn zumindest der politische Wille vorhanden ist, um den Straßenverkehr in der Salzburger Innenstadt zu reduzieren.

xe

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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