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News-Ticker zum Ukraine-Krieg

Pentagon: Russen kämpfen in Ukraine mit logistischen Problemen - Westen will weitere Sanktionen verkünden

Ukraine-Konflikt - Kiew
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Menschen betrachten die Zerstörung nach dem Beschuss eines Einkaufszentrums in Kiew.

Kiew/Moskau – Der schreckliche Krieg in der Ukraine tobt weiterhin. Nach wie vor überschlagen sich die Ereignisse. Alle aktuellen Informationen gibt es am Dienstag (22. März) in unserem Live-Ticker.

Das Wichtigste zum Thema in Kürze:

Update, 19.30 Uhr - Bald weitere Sanktionen der Verbündeten gegen Russland

Die USA und ihre westlichen Verbündeten werden nach Darstellung des Weißen Hauses diese Woche weitere Sanktionen gegen Russland ankündigen. Dies soll am Donnerstag passieren - im Rahmen der Gipfeltreffen der Nato und der EU in Brüssel, an denen auch US-Präsident Joe Biden teilnehmen wird, wie der Nationale Sicherheitsbeauftragte Jake Sullivan am Dienstag im Weißen Haus sagte. Es gehe um „ein weiteres Sanktionspaket“, sagte er. Ein wichtiges Element werde es dabei sein, die bestehenden Strafmaßnahmen so zu verschärfen, dass Moskau eine Umgehung der Sanktionen weiter erschwert werde, sagte Sullivan.

Update, 19.10 Uhr - Pentagon: Russen kämpfen in Ukraine mit logistischen Problemen

Die russischen Streitkräfte haben bei ihrem Angriff auf die Ukraine nach Einschätzung aus der US-Regierung weiterhin mit großen logistischen Problemen zu kämpfen. Mängel gebe es nicht nur bei Lebensmitteln und Treibstoff, sondern auch bei der Ausrüstung für die Soldaten, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums am Dienstag. „Wir haben Hinweise darauf erhalten, dass einige Soldaten tatsächlich Erfrierungen erlitten haben und aus dem Kampf genommen wurden. Sie haben also weiterhin Probleme mit der Logistik und der Versorgung.“ Bei der Kommunikation untereinander hätten die russischen Truppen ebenfalls Probleme.

Der Pentagon-Vertreter führte die logistischen Schwierigkeiten der russischen Streitkräfte auf den anhaltenden Widerstand der Ukrainer und auf schlechte Planung zurück. Die Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Brennstoff würden auch die Marine betreffen. „Sie machen sich Sorgen darüber, ob sie ihre Schiffe weiterhin mit Treibstoff versorgen können.“

Der Regierungsmitarbeiter sagte, russische Streitkräfte würden vermutlich inzwischen von See aus auf die besonders umkämpfte Hafenstadt Mariupol feuern. Im Asowschen Meer hätten die Russen dafür rund sieben Schiffe zusammengezogen. Der Pentagon-Vertreter erhob erneut schwere Vorwürfe gegen die russischen Streitkräfte. Man habe klare Beweise dafür gesehen, dass die Russen in der vergangenen Woche absichtlich Zivilisten angegriffen hätten, sagte er.

Update, 18.46 Uhr - Kiew wirft Moskau Verschleppung von ukrainischen Zivilisten vor

Kiew hat Moskau vorgeworfen, vor dem Krieg flüchtende Zivilisten nach Russland zu verschleppen. „Frauen und Kinder werden massenhaft aus den Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk abgeschoben“, schrieb die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denissowa, am Dienstag auf Facebook. Moskau betont immer wieder, dass viele Ukrainer darauf warteten, etwa aus der belagerten Hafenstadt Mariupol über so genannte Fluchtkorridore nach Russland evakuiert zu werden. Kiew bestreitet das.

Denissowa erhob unterdessen weitere schwere Vorwürfe gegen Russland: „Frauen, Kinder, alte Leute werden durchsucht, ihnen werden die ukrainischen Dokumente und Telefone abgenommen und sie werden in grenznahe russische Gebiete geschickt. Dort werden sie in Konzentrationslagern untergebracht mit anschließender Umsiedelung in die depressiven Regionen Russlands.“ Für diese Anschuldigungen legte sie allerdings keine Beweise vor.

Update, 16.52 Uhr - Selenskyj-Berater warnt Russen vor „Selbstmord“-Plan in Kiew

Der Ukraine-Krieg könnte bereits innerhalb von zwei bis drei Wochen zu Ende sein - davon geht zumindest ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus. Dieser, Olexij Arestowytsch, betonte im ukrainischen TV, das primäre Ziel Putins und damit Russlands sei die Einnahme der Hauptstadt Kiew. Dieser Versuch gleiche allerdings eher einem „Selbstmord“, so Arestowytsch. Die ukrainischen Truppen in Kiew würden sich seit Wochen auf den Einmarsch von Putins Armee vorbereiten. Unter anderem sei die Bevölkerung mit Waffen versorgt worden.

Update, 15.51 Uhr - UN-Generalsekretär: Russland kann Ukraine-Krieg nicht gewinnen

Russland kann seinen Angriffskrieg in der Ukraine nach Einschätzung von UN-Generalsekretär António Guterres nicht gewinnen. „Die Ukraine kann nicht Stadt für Stadt, Straße für Straße, Haus für Haus erobert werden“, sagte Guterres am Dienstag in New York hinsichtlich des in vielen Landesteilen gestoppten Vormarschs der russischen Truppen. „Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen. Früher oder später wird man vom Schlachtfeld zum Friedenstisch wechseln müssen.“ Zugleich forderte er einen sofortigen Waffenstillstand.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen bekräftigte, dass Russlands Krieg illegitim sei, gegen die UN-Charta verstoße und entsetzliches Leid gebracht habe. Zivilisten würden durch systematische Bombardierungen terrorisiert. „Die Fortsetzung des Kriegs in der Ukraine ist moralisch inakzeptabel, politisch nicht vertretbar und militärisch unsinnig“, sagte der ehemalige portugiesische Regierungschef. „Es ist an der Zeit, diesen absurden Krieg zu beenden.“

Update, 15 Uhr - Kremlnahe Zeitung veröffentlicht versehentlich Todeszahlen

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, hat das russische Blatt „Komsomolskaja Prawda“ versehentlich die russischen Todeszahlen veröffentlicht und sie umgehend wieder versucht zu löschen. Dennoch hat die „Bild“ den Angaben nach noch Zugriff auf eine archivierte Version und zitiert daraus.

In einem Online-Artikel war wohl unter Berufung auf das Verteidigungsministerium die Rede von 9861 toten russischen Soldaten, die seit Beginn des Kriegs gestorben und 16 153 weiteren Soldaten, die verletzt worden sein sollen. Später hieß es dann in dem Artikel auf der Website der russischen Zeitung nur noch: „Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation widerlegt die Informationen des ukrainischen Generalstabs über die angeblichen großen Verluste der RF-Streitkräfte in der Ukraine.“

Der Kreml schönt in Russland allerdings mutmaßlich die Todeszahlen, denn hier spricht man bisher offiziell nur von 498 Toten. Allerdings ist innerhalb Russlands nicht von einem „Krieg“ die Rede, sondern von einer „Spezialoperation“, die nach Kreml-Angaben auch noch nach Plan laufe.

Die ukrainischen Angaben zeichnen hingegen ein ganz anderes Bild: Laut deren Angaben sollen seit Kriegsbeginn rund 14 700 russische Soldaten gefallen sein. Doch auch diese Zahlen können unabhängig nicht überprüft werden.

Update, 14.28 Uhr - Kreml: Russen stehen hinter dem Ukraine-Krieg

Knapp einen Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine sieht der Kreml die Gegner der „militärischen Spezial-Operation Russlands“ im eigenen Land klar in der Minderheit. Weniger als 25 Prozent der Russen seien gegen das Vorgehen, behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau nach einem Bericht der Agentur Interfax. „Die große Mehrheit der Bürger, davon zeugen Statistiken und Umfragen, mehr als 75 Prozent, unterstützen die Operation, unterstützen den Präsidenten der Russischen Föderation.“ Der Krieg in der Ukraine darf in Russland öffentlich nicht so genannt werden.

Die meisten Russen haben keinen freien Zugang zu Informationen. Andere Meinungen als die des Kreml kommen in den Staatsmedien nicht vor. Das Staatsfernsehen - vor allem in der Provinz für viele immer noch die wichtigste Informationsquelle - berichtet ausschließlich über eine „Operation“ zur „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine. Soziale Netzwerke wie Twitter, Instagram und Facebook sind verboten und blockiert.

Deshalb gelten die Zahlen über die Zustimmung zu Putins Politik vor allem als Maßstab dafür, wie effektiv die vom Kreml gesteuerte Propaganda funktioniert. Berichtet wird ausschließlich von „Heldentaten“ russischer Soldaten. Die vielfach von internationalen Organisationen beklagten Kriegsverbrechen werden von Moskau zurückgewiesen und ukrainischen Nationalisten zugeschrieben.

Im Kreml würden auch andere Ansichten wahrgenommen, versicherte Peskow. „Die Meinung wird gehört. Aber dennoch ist die Minderheit eben eine Minderheit.“ Proteste gegen den Krieg werden unterdrückt. Es gab nach Angaben von Bürgerrechtlern bisher mehr als 15 000 Festnahmen landesweit. Mitunter wurden Menschen abgeführt, die einfach nur ein weißes Blatt in den Händen hielten.

Update, 14.05 Uhr - Ein Drittel der nach Deutschland geflüchteten Ukrainer sind in Bayern

Rund ein Drittel der bislang aus der Ukraine nach Deutschland geflohenen Menschen sind zunächst in Bayern untergekommen. Bis Montagabend kamen 74 000 Flüchtlinge an, „das sind immerhin 32 Prozent der bundesweiten Zahlen“, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München sagte. In den drei Wochen zwischen dem 1. und dem 21. März seien mehr als 232 000 Menschen aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, davon 94 Prozent mit ukrainischem Pass und 6 Prozent mit anderen Staatsangehörigkeiten.

Mehrere Tausend der in Bayern angekommenen Menschen lebten derzeit bei Privatpersonen, seien aber noch nicht alle registriert, sagte Herrmann. 24 000 weitere seien derzeit in staatlichen und kommunalen Unterkünften untergebracht. Nach aktuellem Stand seien dort mindestens 20 000 weitere Plätze vorbereitet.

Update, 13.25 Uhr - Selenskyj: 117 Kinder getötet - Telefonat mit Papst

Im Ukraine-Krieg sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schon mindestens 117 Kinder getötet worden. Das sagte Selenskyj am Dienstag in einer Videoschalte vor dem italienischen Parlament. „Aber 117 wird nicht die letzte Zahl sein“, warnte er in der Übertragung vor den Abgeordneten der beiden Kammern in Rom, zu der er aus Kiew zugeschaltet war. Mit Blick auf die russischen Truppen fügte er hinzu: „Sie hören nicht auf zu töten.“

Selenskyj erinnerte an das Leid der Menschen in der Hafenstadt Mariupol am Schwarzen Meer, die von den Russen besonders heftig bombardiert wird. „Mariupol ist ähnlich groß wie Genua. Stellt euch vor, Genua wird komplett zerstört“, sagte der Präsident. „Die Ukraine ist das Tor für die russische Armee. Sie will nach Europa. Aber die Barbarei darf nicht durch!“

Selenskyj forderte weitere Sanktionen gegen Moskau. Unter anderem sollten russische Schiffe - ähnlich wie bei der Sperrung des Luftraums für russische Flugzeuge etwa in der EU und in Nordamerika - nicht mehr in ausländischen Häfen anlegen dürfen. „Ihr wisst, wer den Krieg gebracht hat, wer die Bombardierungen anordnet, wer die Propaganda betreibt.“ An Italien appellierte Selenskyj, russisches Vermögen einzufrieren und Luxusgüter wie Jachten zu konfiszieren. Das sei nötig, um Putin aufzuhalten. „Ihr müsst nur eine Person stoppen, damit Millionen überleben können.“

Vor der Schalte mit dem Parlament hatte Selenskyj nach eigenen Angaben mit Papst Franziskus telefoniert. Der Papst habe ihm Mut zugesprochen. „Ich habe ihm geantwortet: Unser Volk ist zum Heer geworden, als es gesehen hat, wie viel Leid der Feind mit sich bringt, wie viel Zerstörung er hinterlässt, wie viel Blutvergießen das fordert.“

Update, 13.03 Uhr - 62 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in Ukraine

Im Krieg Russlands gegen die Ukraine haben Militärs nach UN-Angaben bislang in 62 Fällen Gesundheitseinrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser beschossen und angegriffen. Das ukrainische Gesundheitsministerium berichtet, dass zehn Krankenhäuser komplett zerstört wurden.

15 Menschen seien dabei getötet und drei Dutzend weitere verletzt worden, teilte eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation am Dienstag in Genf mit. Weitere mögliche Angriffe würden untersucht. Die Zählung deckt nach Angaben von WHO-Sprecherin Margaret Harris den Zeitraum vom Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar bis zum 18. März ab. Harris betonte, Gesundheitseinrichtungen dürften in Konflikten nicht beschädigt oder zerstört werden.

UN-Experten zufolge handelt es sich bei Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen in Konflikten um Kriegsverbrechen. Harris machte keine Angaben über das Ausmaß der Beschädigungen und die Auswirkungen auf Versorgung und Behandlung von Patienten.

Update, 12.39 Uhr - Selenskyj will bei Gesprächen mit Putin über „alles sprechen, was Russland missfällt“

Bei einem Treffen mit Putin sei der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereit, auch über den Status der von Russland annektierten Krim und der Separatisten-Gebiete im Donbass zu sprechen. Das sagte er am Montagabend im Gespräch mit mehreren ukrainischen Medien.

Selenskyj erklärte sich dazu bereit, „alles anzusprechen, was Russland verärgert und missfällt“. „Die Frage der Krim und des Donbass ist für alle eine sehr schwierige Geschichte“, sagte Selenskyj über die 2014 annektierte Halbinsel und die international nicht anerkannten „Volksrepubliken“ im Osten des Landes.

Er forderte im Gegenzug „Sicherheitsgarantien“ und ein Ende der russischen Angriffe. Danach könnten er und Putin „über alle Fragen“ sprechen. „Würden wir sie alle klären? Nein. Aber es gibt eine Chance, dass wir es teilweise schaffen - zumindest um den Krieg zu beenden“

Update, 11.33 Uhr - Mehrere Brände am ehemaligen AKW Tschernobyl ausgebrochen

Wie das Parlament in Kiew aufgrund von Satellitendaten der Europäischen Raumfahrtagentur Esa mitteilte, brennt es an sieben Stellen. Insgesamt soll bereits eine Fläche von mehr als zwei Quadratkilometern in Flammen stehen.

Russische Truppen hatten das Gelände um das AKW unter ihre Kontrolle gebracht. Am Montag hatte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde in Kiew mitgeteilt, dass Geräte zur Überwachung der Strahlung auf dem Gelände um die Atomruine ausgefallen sind. Zudem sollen keine Feuerwehrleute mehr zur Verfügung stehen, um die seit Jahrzehnten verstrahlten Wälder vor Bränden zu schützen. Damit verschlechtere sich insgesamt die Fähigkeit, den möglichen Austritt von Strahlung zu kontrollieren.

Update, 11.03 Uhr - Menschen sollen aus Mariupol befreit werden

In der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol sollen am Dienstag nach Regierungsangaben drei Fluchtkorridore geöffnet werden. Das teilte die Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einer auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft mit. Die Menschen sollen demnach aus den umliegenden Orten Berdjansk, Jurjiwka und Nikolske in die Großstadt Saporischschja gebracht werden.

Es sei klar, dass es nicht genügend Plätze gebe, sage Wereschtschuk weiter. Deswegen bitte man die Bürgerinnen und Bürger, den Anweisungen der Behördenvertreter vor Ort zu folgen und organisiert zu den Bussen zu gehen. Wereschtschuk versprach, niemand werde zurückgelassen. Man führe weiter täglich Evakuierung durch, bis alle Menschen aus der Stadt gebracht worden seien.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums leben noch bis zu 130 000 Bewohner in der Stadt am Asowschen Meer - einst waren es rund 440 000. Russland und die Ukraine werfen einander immer wieder gegenseitig vor, die Flucht der Menschen über humanitäre Korridore zu behindern.

Update, 10.37 Uhr - Russland in Ostukraine weiter auf dem Vormarsch

Die russische Armee meldet nach eigenen Angaben einen weiteren Vormarsch in der Ostukraine. Kämpfer der selbst ernannten Volksrepublik Donezk seien weitere vier Kilometer in ukrainisches Gebiet vorgerückt, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag in Moskau mit. Es werde um die Eroberung dreier Dörfer in der Nähe der Stadt Donezk gekämpft. Südwestlich davon sei das Dorf Uroschajne eingenommen worden. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach Angaben aus Moskau haben die Kämpfer im Gebiet Luhansk die Kontrolle über mindestens drei weitere Siedlungen erlangt. Bei den Kämpfen seien mehr als 40 Soldaten der Ukraine und Militärfahrzeuge „zerstört“ worden, sagte Konaschenkow.

Update, 10.02 Uhr - Möglicher Anschlag auf Präsident Selenskyj verhindert

Ein mögliches Attentat auf Präsident Wolodymyr Selenskyj konnte nach eigenen Angaben von der ukrainischen Spionageabwehr vereitelt werden. Wie die Agentur Unian in der Nacht zum Dienstag berichtet, sei eine Gruppe von russischen Saboteuren, angeführt von einem Geheimdienstler, in der Stadt Uschgorod im Dreiländereck zwischen der Ukraine, der Slowakei und Ungarn festgenommen worden.

Zum Auftrag der etwa 25 Männer soll neben dem Anschlag auf Selenskyj in Kiew auch die Ausführung einer Reihe von Sabotageakten im Regierungsviertel sowie in anderen Landesteilen der Ukraine gehört haben. Dem Bericht nach wollten sie sich als Angehörige der Territorialeinheiten der Ukraine ausgeben und auf diese Weise nach Kiew gelangen. Die Angaben ließen sich allerdings nicht unabhängig überprüfen.

Nach ukrainischer Information haben russische Spionagetrupps seit Kriegsbeginn bereits mehrfach versucht, in Kiew einzudringen und den Präsidenten auszuschalten. Drei Attentate wurden allein in einer Woche vereitelt. Beauftragt mit dem Mord an Selenskyj sind laut „Times“ die russische Söldner-Truppe Wagner und tschetschenische Spezialeinheiten.

Russischen Truppen gehen die Vorräte aus

Russische Einheiten haben nach Angaben des ukrainischen Generalstabes weiter Probleme mit der Sicherung ihres Nachschubs für den Krieg in der Ukraine. Dpa-Informationen zufolge hätten die in der Ukraine operierenden Einheiten Munitions- und Lebensmittelvorräte für höchstens drei Tage. Ähnlich sei die Lage bei der Versorgung mit Kraftstoff, teilte der ukrainische Generalstab in seinem am Dienstag auf Facebook veröffentlichten Morgenbericht mit. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Weiter hieß es, ukrainische Streitkräfte griffen weiterhin russische Truppen an. Dabei seien sie in bestimmten Gebieten auch erfolgreich. Konkrete Details zu Bodenkämpfen wurden nicht genannt. Binnen 24 Stunden seien neun Ziele in der Luft von Einheiten der ukrainischen Luftwaffe, Luftabwehr und Bodentruppen getroffen worden, hieß es weiter. Insgesamt habe man zuletzt eine „erhöhte Aktivität“ russischer Flugzeuge festgestellt.

In den Regionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine versuchten russische Einheiten weiter, mehr Gebiete einzunehmen und sich in bisher erreichten Stellungen festzusetzen. Die ukrainischen Verteidigerinnen und Verteidiger hätten 13 Angriffe abgewehrt und dabei militärische Technik, darunter 14 Panzer, zerstört.

nt/dpa

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