Fall Kampusch: "Es gab Mitwisser"

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Natascha Kampusch.

Laut der Tageszeitung "Die Presse" (Mittwochausgabe) steht nach bisherigen Erkenntnissen fest: "Es gab in der achteinhalb Jahre andauernden Entführung auf jeden Fall 'Mitwisser'".

Das Blatt beruft sich auf einen nicht genannten Insider. Ob es sich auch um Mittäter handle, müsste nach Abschluss der neuerlichen Polizeiarbeit das Gericht klären, hieß es weiter.

Natascha Kampusch wurde im Alter von zehn Jahren in Wien auf dem Schulweg entführt und mehr als acht Jahre von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil in einem Kellerverlies in Strasshof gefangen gehalten. Im August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht, ihr Kidnapper nahm sich daraufhin das Leben.

Zwischenbericht der Evaluierungskommission

Die im Dezember 2008 zum zweiten Mal einberufene Evaluierungskommission rund um den Fall Natascha Kampusch hat am Dienstag der österreichischen Innenministerin Maria Fekter einen ersten Zwischenbericht vorgelegt, über den Inhalt herrschte Stillschweigen. "Es ist nur ein Zwischenbericht, aber es steht immerhin einiges drin", so der knappe Kommentar vom Kommissions-Leiter und ehemaligen Verfassungsgerichtshofs-Präsident Ludwig Adamovich. "Ich will darüber nichts sagen."

Auch im Ministerbüro gab man sich wortkarg. Man könne bestätigen, dass der etwa zehnseitige Bericht am Dienstag vorgelegt worden sei, so Minister-Sprecher Martin Brandstötter. Inhaltlich wolle man die Zwischenbilanz nicht kommentierten. Wann es einen Abschlussbericht geben könne, sei noch unklar.

Das Ziel des neuerlichen Einsatzes der Evaluierungskommission sei eine Analyse für eine Verbesserung der organisatorischen Abläufe bei Ermittlungen, hieß es im Dezember 2008. Thema seien dabei die Beobachtung der im November 2008 vom Bundeskriminalamt (BK) wieder aufgenommenen Erhebungen rund um den Entführungsfall Kampusch sowie die "begleitende Kontrolle" von etwaigen E-Mail-Veröffentlichungen aus dem Ministerium bzw. über den Fall. Neben Susanne Reindl-Krauskopf vom Institut für Strafrecht gehören auch der Ex-Präsident des Obersten Gerichtshofes, Johann Rzeszut, der Leiter der Rechtssektion im Innenministerium, Mathias Vogl, sowie Kriminalpsychologe Thomas Müller und Polizeijurist Rudolf Keplinger der Untersuchungsgruppe an.

Über den Inhalt des an Innenministerin Maria Fekter vorgelegten Zwischenberichts der Evaluierungskommission im Fall Kampusch herrschte am Dienstag Stillschweigen. In dem Zwischenbericht dränge die Adamovich-Expertengruppe darauf, die von der parallel tätigen Sonderkommission aufgenommenen Erhebungen "mit Nachdruck" fortzuführen. Begründung: "Dies insbesondere deshalb, weil gerade durch den zweiten Zwischenbericht bei der Kommission der nachhaltige Eindruck entstanden ist, dass einige in der Causa Kampusch mittelbar und unmittelbar involvierte Personen offensichtlich einen viel stärkeren persönlichen und in der Causa abstimmungsorientierten Kontakt pflegen, obwohl nach außen ein völlig anderes Bild transportiert wird."

Quelle: rosenheim24.de

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