Abruzzen

Erdbebenopfer sauer auf Berlusconi

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Ministerpräsident Silvio Berlusconi besichtigt die Schäden des schweren Erdbebens in den Abruzzen

Rom - In der mittelitalienischen Region Abruzzen wächst die Sorge um die Finanzierung des Neuaufbaus der vom Erdbeben zerstörten Orte.

Ein von der Regierung Berlusconi verabschiedetes Dekret löste Ärger unter den Erdbebenopfern aus: Ein Großteil der zugesagten Mittel - 4,7 Milliarden Euro - soll aus neuen Lotterien und Maßnahmen gegen die Steuerhinterziehung kommen, bereits vorhandenes Geld werde nicht im Voraus bereitgestellt, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag. Darüber hinaus würde die Unterstützung auf den Zeitraum bis 2033 verteilt.

Die Regierung Berlusconi habe Finanzierungen für den Bau von Holzhäusern zur Verfügung gestellt, in denen die rund 60.000 obdachlos gewordenen Menschen untergebracht werden sollen. Die Lokalbehörden verlangen jedoch konkrete Garantien für die Sanierung der beschädigten Gebäude und des Wiederaufbau zerstörter Häuser.

"Wir werden den Wiederaufbau finanzieren, ohne die Italiener zu belasten. Der Steuerdruck wird wegen des Erdbebens nicht erhöht", versicherte Regierungschef Silvio Berlusconi. Die Regierung hat vor zwei Wochen ein Maßnahmenpaket im Umfang von insgesamt acht Milliarden Euro verabschiedet. 1,5 Milliarden Euro wurden für die Notstandsphase zur Verfügung gestellt, weitere 6,5 Milliarden Euro sollen in den kommenden drei Jahren dem Neuaufbau dienen.

Der Plan sieht unter anderem den Bau von 5000 Wohnungen für die Obdachlosen bis zum Herbst vor. Teile der Finanzierungen sollen aus dem EU-Krisenfonds sowie aus europäischen Fonds für Regionen stammen, teilte Berlusconi mit. Die Obdachlosen befürchten jedoch, dass es Jahre dauern könnte, bis sie Geld erhalten. "Das Maßnahmenpaket für den Neuaufbau ist in mehreren Aspekten schwach. Noch nie in der Geschichte der italienischen Erdbeben hat eine Gegend so wenig für den Neuaufbau erhalten", sagte eine Sprecherin der Opfer.

Quelle: rosenheim24.de

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