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So groß wie London

Riesen-Eisberg von Antarktis abgebrochen

Eisberg in der Antarktis
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Blick auf den abgebrochenen Eisberg aus der Luft.

Es hört sich spektakulär und irgendwie surreal an: Ein Eisbrocken so groß wie London ist von der Antarktis abgebrochen. Doch Forscher geben Entwarnung. Die Abspaltung war erwartbar und hat nichts mit dem Klimawandel zu tun.

Antarktis - In der Antarktis ist ein enorm großer Eisberg abgebrochen. Der rund 1550 Quadratkilometer - also fast den Ausmaßen der Millionenstadt London samt Außenbezirken entsprechend - große Eisklotz habe sich am vergangenen Sonntag während einer Springflut vom sogenannten Brunt-Eisschelf in der Antarktis gelöst, teilte die Polarforschungsorganisation British Antarctic Survey (BAS) mit.

Springflut

Als Springtide, teilweise fachlich ungenau Springflut, wird eine Tide mit besonders großem Tidenhub bezeichnet. Ihr Hoch- und Niedrigwasser fallen infolge einer besonderen Sonne-Erde-Mond-Konstellation stärker aus als im Mittel. Das Springhochwasser (SpHW) ist höher als das mittlere Tidehochwasser und das Springniedrigwasser (SpNW) niedriger als das mittlere Tideniedrigwasser. Das Gegenteil zur Springtide ist die Nipptide mit besonders kleinem Tidenhub.

wikipedia

„Diese Abspaltung haben wir erwartet, sie ist Teil des natürlichen Verhaltens des Brunt-Schelfeises. Das hängt nicht mit dem Klimawandel zusammen“, sagte der BAS-Gletscherforscher Dominic Hodgson einer Mitteilung zufolge. Den Abbruch eines rund 1200 Quadratkilometer großen Eisberges im vergangenen Jahr hatten Forscher hingegen mit der Erderwärmung in Zusammenhang gebracht, da sich das Schmelzen des Meereises durch höhere Temperaturen deutlich beschleunigt hat.

Der Spalt in der Eisdecke, der mit „Chasm-1“ sogar einen Namen trug, ist bereits vor Jahren von Forschern entdeckt worden. Über die Jahre hinweg vergrößerte er sich, bis sich der Eisbrocken nun ablöste.

Die British Antarctic Society betreibt auf dem Brunt-Schelfeis in der Antarktis eine Forschungsstation. Diese ist als Vorsichtsmaßnahme bereits im Jahr 2016 gut 20 Kilometer weiter ins Inland verlegt worden, um bei Abbrüchen wie, den kürzlich beobachteten nicht gefährdet zu sein. Von November bis März - im antarktischen Sommer - sind Gletscherforscher vor Ort im Einsatz. In den verbleibenden Monaten wird die Region mithilfe von Satellitenbildern der Weltraumorganisationen Esa, Nasa und dem deutschen Satelliten „TerraSAR-X“ beobachtet.

Der Riesen-Eisberg, der nun voraussichtlich wie sein Vorgänger entlang des antarktischen Küstenstroms abtreiben wird, soll vom US National Ice Center noch benannt werden. Die britischen Gletscherforscher wollen den Brocken weiter beobachten. Das Brunt-Eisschelf ist nach Angaben der British Antarctic Survey das am engsten überwachte Eisschelf der Erde.

nt/dpa

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