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Durchbruch in den USA

Männliche Verhütung: Kommt bald die Pille für den Mann?

Forschenden gelingt ein Durchbruch in der sexuellen Verhütung: Sie entwickeln die Pille für den Mann. Diese könnte schon in einigen Jahren erhältlich sein.

Minneapolis – Beim Thema sexuelle Verhütung greifen zahlreiche Frauen nach wie vor zur Antibaby-Pille. Diese Methode gilt in der Medizin als eine der sichersten, gerät aber auch aufgrund einiger Nebenwirkungen zunehmend in Kritik. Darüber hinaus ist die Verhütung als reine Frauensache bereits stark veraltet.

Inzwischen sind viele Frauen sowie Männer der Meinung, dass nicht nur das weibliche Geschlecht Verhütungsmittel dieser Art zu sich nehmen sollte. Und tatsächlich könnte bald eine neue Ära der Pille eintreten, denn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der University of Minnesota in den USA* ist ein möglicher Durchbruch gelungen: Sie entwickelten die Antibaby-Pille für den Mann.

Durchbruch in der Verhütungsforschung: Forschende entwickeln Pille für den Mann

„Etliche Studien haben gezeigt, dass Männer daran interessiert sind, die Verantwortung für die Empfängnisverhütung mit ihren Partnerinnen zu teilen“, sagte Doktorand Abdullah Al Noman von der University of Minnesota der Agence France-Press (AFP). Bislang kommen für Männer hauptsächlich zwei Verhütungsmethoden infrage: Kondome oder Sterilisation. Letztere ist allerdings relativ kostspielig und zudem nicht immer erfolgreich. Doch schon bald könnte auch die Pille für den Mann bereits auf den Markt kommen.

Die Pille als Verhütungsmethode soll bald nicht mehr nur reine Frauensache sein. Forschende aus den USA entwickelten ein Mittel für den Mann. (Symbolbild)

In klinischen Studien wurde ein Mittel namens YCT529 genauestens untersucht und zunächst an männlichen Mäusen getestet. Wie Al Noman bekannt gibt, seien dabei keine Nebenwirkungen aufgetreten. Den Versuchsmäusen sei das Präparat insgesamt vier Wochen lang oral verabreicht worden. Dem Forschungsteam zufolge wurde in der Zeit eine drastische Reduktion der Spermienzahl bei den Mäusen festgestellt. Trächtigkeiten wurden demnach zu 99 Prozent verhütet. Vier bis sechs Wochen, nachdem das Mittel wieder abgesetzt wurde, seien die Mäuse allerdings wieder vollständig zeugungsfähig gewesen.

„Es handelt sich zwar um Mäuse und nicht um Menschen, aber dennoch war die Wirkung sehr, sehr vielversprechend“, sagte Gunda Georg, eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen in einer Pressekonferenz an der Universty of Minnesota. Die getestete Pille für den Mann ist im Gegensatz zu dem Verhütungsmittel für die Frau jedoch nicht hormonbasiert, sondern dockt an ein Protein namens Retinsäure-Rezeptor Alpha an. Dieses spielt bei der Spermienproduktion im männlichen Körper eine wichtige Rolle.

Forschende optimistisch: Pille für den Mann könnte bald erhältlich sein

Das Forschungsteam präsentierte die Studienergebnisse bei der Frühjahrstagung der American Chemical Society. Klinische Studien an Menschen sollen bereits im dritten oder vierten Quartal 2022 beginnen. Die an den Studien beteiligte Professorin Gunda Georg ist optimistisch, dass die Pille für den Mann bereits in den kommenden fünf Jahren auf den Markt kommen könnte. Es gebe zwar keine „Garantie, dass es klappt“, jedoch wäre sie „wirklich überrascht“, sollte nicht auch eine Wirksamkeit bei Menschen festgestellt werden.

An der Antibaby-Pille für Männer wird bereits seit vielen Jahren geforscht, wobei sich frühere Forschungen auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron konzentrierten. Bei den Tests zeigten sich allerdings Nebenwirkungen in Form von Gewichtszunahmen, Depressionen sowie erhöhte Cholesterin-Werte, die unter anderem das Risiko für Herzkrankheiten steigen lassen. Die seit den 1960ern erhältliche Pille für die Frau kann jedoch auch Nebenwirkungen verursachen, darunter unter anderem gefährliche Blutgerinnsel. Im Gegensatz zu dem Präparat für den Mann wurde diese trotz der gesundheitlichen Risiken auf den Markt für sexuelle Verhütungsmittel gebracht.

Die Nebenwirkungen der Antibaby-Pille bekamen besonders während der Pandemie erhöhte Aufmerksamkeit. Im Frühjahr 2021 traten nach verabreichter Corona-Impfung des Herstellers Astrazeneca Hirnvenenthrombosen auf, die mit dem Risiko durch die Pille* verglichen wurden. (as/afp)

Rubriklistenbild: © Imago

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