Papst: Zeit der Prüfung

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Papst Benedikt XVI.

Rom/Wien - Papst Benedikt XVI. hat die Geistlichen zum Widerstand gegen Gewalt aufgerufen. Zum Missbrauchsskandal äußerte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche nicht direkt.

“Als Priester stehen wir in der Nachfolge Jesu Christi als Männer des Friedens, die zum Widerstand gegen Gewalt und zum Vertrauen auf die Macht der Liebe aufgerufen sind“, sagte er am Gründonnerstag im Petersdom. Zum Missbrauchsskandal äußerte er sich nicht direkt.

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Benedikt sehe die Krise als “Prüfung für ihn und die Kirche“, sagte sein Sprecher. In seiner Predigt sagte der Papst, dass Christen sich “an das Gesetz halten und Gutes und Gerechtes tun müssten“. Benedikt selbst ist vorgeworfen worden, in seiner Zeit als Münchner Erzbischof und später als Präfekt der Glaubenskongregation nicht ausreichend gegen Missbrauch vorgegangen zu sein. Kirchenvertreter halten dagegen, dass Benedikt sowohl als Kardinal als auch als Papst gegen Missbrauch gekämpft habe.

Vatikansprecher Federico Lombardi sagte der Nachrichtenagentur AP am Mittwochabend, der Papst sehe die von den Missbrauchsskandalen hervorgerufene Krise der katholischen Kirche als “Prüfung für ihn und die Kirche“. Auch wenn sich Benedikt körperlich gut halte, so habe er doch eine Karwoche der “Buße und Demut“ zu erdulden.

Wiener Kardinal bekennt sich zur Schuld der Kirche

Kardinal Christoph Schönborn, ein enger Vertrauter Benedikts, bekannte sich bei einer Messe im Wiener Stephansdom am Mittwochabend ausdrücklich zur Schuld, die die Kirche in den Jahren des Schweigens und Vertuschens von Missbrauchsfällen auf sich geladen habe. Der Wiener Kardinal dankte insbesondere den Opfern, dass diese das Schweigen gebrochen hätten, meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Eingeladen zu dem Gottesdienst hatte unter anderem die kirchenkritische Organisation “Wir sind Kirche“.

Chef der Glaubenskongregation verteidigt Papst gegen Kritik

Der Vorsitzende der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, verteidigte unterdessen den Papst im Fall der 200 gehörlosen Jungen in den USA, die von den 50er Jahren bis 1974 von einem Priester missbraucht wurden. In einem Artikel auf der Vatikan-Webseite schrieb Levada, der betreffende Geistliche Lawrence Murphy hätte in den 60er und 70er Jahren aus dem Priesteramt verstoßen werden müssen. Aber weder die Diözese noch die Polizei seien gegen ihn vorgegangen. Zwei Jahrzehnte später sei von der Diözese ein kirchliches Verfahren gegen Murphy eingeleitet und der Vatikan über den Fall informiert worden. Es sei 1996 ausgesetzt worden, weil Murphy im Sterben gelegen habe. Damals war Benedikt Vorsitzender der Glaubenskongregation, die auch für Disziplinarmaßnahmen zuständig ist. “Meine Interpretation ist, dass die Kongregation erkannte, dass der schwierige kanonische Prozess nutzlos ist, wenn der Priester stirbt“, schrieb Levada.

Fußwaschung des Papstes zum Gründonnerstag

Auch bei einer Messe in der Lateranbasilika am Gründonnerstag äußerte sich der Papst nicht zu den Missbrauchsvorwürfen. Die Messe eröffnete die Feierlichkeiten der drei österlichen Tage in Rom. Während der Messe, mit der Benedikt des letzten Abendmahls Jesu gedachte, wusch der Papst zwölf Priestern der Diözese Rom die Füße. Mit dieser Geste soll Demut bekundet werden, wie sie nach christlichem Glauben Jesus seinen zwölf Jüngern erwiesen haben soll. Am Freitagabend wollte der Papst im Kolosseum die traditionelle Kreuzwegsprozession anführen.

apn

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