Nach Katastrophe mit sieben Toten in Südtirol

Richter entscheidet: Todesfahrer Stefan L. muss im Gefängnis bleiben

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Das von den Carabinieri Bozen herausgegebene Foto zeigt den Unfallwagen, der auf eine Mauer aufgefahren ist. Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler am Sonntag (05.01.2020) in eine Gruppe junger deutscher Touristen. Am Tag danach starb ein siebtes Opfer im Krankenhaus.
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Bruneck/Bozen - Der Todesfahrer von Luttach, der sieben junge Deutsche tot raste, musste sich am Mittwochvormittag, 8. Januar, vor dem Landgericht in Bozen verantworten. Es ging um die Frage, ob Stefan L. bis zu einem möglichen Prozess im Gefängnis bleiben muss.

UPDATE, 12.20 Uhr - Unfallfahrer bleibt in U-Haft

Unfallfahrer Stefan L. (27) bleibt in Haft. Das ergebe sich aus der Schwere des Unfalls, sagte Richter Emilio Schönsberg der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Mittwochmittag. Die Anwälte des 27 Jahre alten Südtirolers hätten vor dem Landesgericht in Bozen keinen Antrag auf Hausarrest gestellt. Der Fahrer hatte zuvor eingeräumt, zu viel getrunken zu haben. 

Der Vorbericht:

Nach Polizeiangaben muss entschieden werden, ob der Mann in Untersuchungshaft bleibt, unter Hausarrest gestellt oder möglicherweise sogar auf freien Fuß gesetzt wird. Nach Angaben seines Anwalts Alessandro Tonon wurde die Anhörung für Mittwoch, 8. Januar, 9.30 Uhr angesetzt. Das Landesgericht gab zunächst keine weiteren Auskünfte. Gegen 11.30 Uhr lag noch kein Ergebnis der Anhörung vor.

Von den zehn weiteren Menschen, die bei der Katastrophe in der Nacht auf Sonntag, 5. Januar, verletzt wurden, lagen am Dienstag noch zwei auf der Intensivstation. Bei einer dieser Personen sei der Zustand "weiterhin kritisch", wie der Südtiroler Sanitätsbetrieb bekannt gab. Diese befindet sich weiterhin in der Klinik in Bozen. Vier weitere Patienten seien in den Krankenhäusern, auf die sie verteilt worden waren, auf dem Weg der Besserung. Die anderen konnten die Hospitäler verlassen. Die sieben Todesopfer konnten inzwischen alle zweifelsfrei identifiziert werden.

Todesfahrer raste mit hohem Tempo in Gruppe

Bei dem Unfall in der Nacht auf Sonntag, 5. Januar, war der 27-jährige Stefan L. mit einem Audi mit hohem Tempo in Luttach in eine 17-köpfige Personengruppe gerast. Die Behörden hatten bei dem Fahrer anschließend mehr als 1,9 Promille Alkohol gemessen. Er kam zunächst ins Krankenhaus. Seit Montag ist er in Haft in Bozen, der Landeshauptstadt der norditalienischen Provinz Südtirol. Ihm drohen wegen der Schwere des Unglücks bis zu 18 Jahre Haft. Auf der selben Straße hatte vor einigen Jahren außerdem Bergsteiger-Legende Hans Kammerlander schon einmal einen tödlichen Unfall verursacht.

Horror-Unfall in Luttach fordert zahlreiche Todesopfer

Die Ermittler gehen in dem Fall vom Sonntag auch von zu schnellem Fahren aus. Zeugen sagten offenbar aus, dass der Todesfahrer mindestens mit 100 km/h durch den kleinen Ort gerast sei. Ein technisches Gutachten soll dies genau klären. Wie italienische Medien berichten, soll anhand der Position des Unfallwagens und dessen Schäden sowie des Punktes, an dem die Gruppe vom Auto erfasst wurde und den Stellen, an denen die einzelnen Opfer zum Liegen kamen, berechnet werden, wie schnell das Auto zum Unfallzeitpunkt fuhr.

L.'s Pflichtverteidiger hatte berichtet, der 27-Jährige habe gedacht, er sei nicht so stark alkoholisiert. Ihm wird unter anderem Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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