Das waren die Musik-Hits des Jahres

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Lady Gaga zu Besuch bei der Queen. Sie ist das Schrillste, was das Musikjahr 2009 zu bieten hat.

Hamburg - Große Balladen, grandiose Hits? Fehlanzeige im Jahr 2009. Der Musikmarkt dümpelte vor sich hin. Trotzdem: Ein paar Ohrwürmer bleiben. Was war Ihr Hit des Jahres?


Single-Charts 2009

Viel hat sich nicht getan in den Single-Charts 2009. Kicken Sie sich durch die Nr. 1 Hits von "media control": Am Anfang... im Januar 2009 dominierte Kate Perry die Charts. Ihr Hit: "Hot N Cold" hielt sich vier Wochen auf Platz eins. © dpa
Sänger James Morrison sorgte für eine Überraschung: Sein Hit "Broken Strings", den er gemeinsam mit Nelly Furtado singt, sprang von Null auf Platz eins der Charts. Fünf Wochen stand das Lied an der Spitze. © dpa
Es war das Jahr der Quereinsteiger. Auch die Gruppe Silbermond springt mit ihrem Song, "Irgendwas bleibt" auf den ersten Platz und verdrängen James Morrison feat. Nelly Furtado. Die Gruppe hat Pech. Ihre Stellung können sie gerade mal eine Woche halten. © dpa
Lady Gaga ist die Nr. 1 Queen 2009. Mit ihrem Hit "Poker Face" verdrängt sie Silbermond und hält sich insgesamt 13 Wochen auf Platz Eins. Im Oktober steht ihr Hit "Paparazzi" wieder auf Platz eins.  © dpa
DSDS-Star Daniel Schuhmacher verdrängte mit seinem Hit "Anything but Love" Die Pop-Queen Lady Gaga. Freuen kann er sich nicht lange. Drei Wochen später ist "Poker Face" wieder auf Platz Eins. © dpa
Emiliana Torrini mit "Jungle Drum" schafft es dann endgültig Lady Gaga zu entrohnen. Die junge Sängerin aus Island wurde mit dem Lied in Deutschland erst richtig bekannt. Sieben Wochen dominierte sie die Charts. © dpa
Die unscheinbare Sängerin mit der Gitarre: Marit Larsen stieg mit ihrem Lied "If A Song Could Get Me You" ein. Vier Wochen konnte sie sich auf dem ersten Platz halten. © dpa
"Skandal um Ro..." Nein! Nicht die Rosie sondern die "Pussy" sorgt für einen Skandal. Das Lied der Gruppe Rammstein landete nicht nur auf den Index, sondern gleich mal auf Platz Eins der Charts. Allerdings nur für eine Woche, da warn sie wieder weg. © dpa
David Guetta Feat. Akon  liefen  mit dem Lied "Sexy Bitch" den "alten Herren" von Rammstein den Rang ab. Auch David und Akon teilten das Schicksal von Rammstein. Eine Woche später stand Lady Gaga an der Spitze. © dpa
Doch dann kam er: Das Comeback des Jahres, Robbie Williams. Sein Lied "Bodies" schnellte auf Platz Eins. Bis Anfang November dominierte er den ersten Platz. Wer den Pop-Star vom Thron stossen wird ist nicht klar, da die neuen Zahlen noch nicht vorliegen. © dpa

In Großbritannien wird es das vermutlich erfolgreichste Album des Jahres, in Deutschland kam es erst jüngst auf den Markt. Ein schöner Erfolg einer unscheinbaren Frau im oberflächlichen Popgeschäft, aber ob die leicht schmonzettige Platte Langzeitpotenzial hat? Ganz anders und doch sehr ähnlich liegt der Fall bei den beiden großen Comebacks dieses Jahres: Whitney Houston und Robbie Williams waren schon Stars, und zwar richtig große, als sie im Herbst mit ihren Platten zurück ins Rampenlicht traten: Eine zerrüttete Ehe, Alkohol und Drogen bei der Amerikanerin; ausschweifende Partys, Medikamentensucht und Depressionen bei dem Briten. Sie kam nach siebenjähriger Pause zurück, er brauchte drei Jahre für seine Regeneration. Beide haben noch die Stärken von früher: Großartige Stimme mit viel Gefühl hier, jungenhaft-ironischer Charme und große Entertainer-Qualitäten dort - doch was fehlt in dieser Aufzählung? Richtig, die Musik.

Bunte Alben-Charts 2009

Das Jahr 2009 sorgt für manche Überraschung in den Alben-Charts. Fast wöchentlich wechseln die Favoriten. Klicken Sie sich durch die Erstplatzierten (Quelle: Media Control): Mit Herbert Grönemeyers Album "Was muss, muss-Best off" startet das Jahr mit einem deutschsprachigen Interpreten. © dpa
Die Gruppe Adoro liefert klassische Musik mit Sex-Appeal. Die jungen Männer sind ein Hingucker für die Damenwelt. Sie stossen Herbert Grönemeyer mit ihrem Album "Adoro" von seiner Spitzen-Position. © dpa
Gegen "The Boss" Bruce Springsteen hat keiner eine Chance. Gerade mal zwei Wochen hält es Adoro auf Platz Eins, bis das Album "Working on a Dream" erscheint und den Altmeister des Rock von Null auf Platz Eins katapultiert. © dpa
Der Sänger Peter Fox punktet mit seinem Album "Stadtaffe". Er spielt danach Bäumchen wechsle dich. Immer wieder wird er vom Thron gestossen um dann den Ersten Platz erneut für sich zu beanspruchen. © dpa
Eine Woche später macht die schwedische Rock-Band Mando Diao Peter Fox den 1. Platz streitig. Ihr Album "Give Me Fire!" steigt direkt auf Platz Eins ein. © dpa
U2 kommen mit ihrem Album "No Line On The Horizon" direkt auf den ersten Platz ein. Allerdings spielt Peter Fox sein Spiel weiter. Eine Woche später liegt der "Stadtaffe" wieder vorn. © dpa
"Nichts passiert" heißt das Album von Silbermond. Nachdem die Single "Irgendwas bleibt" es an die Spitze der Charts schafft, zieht das Album nach. © dpa
Die deutsche Sängerin Andrea Berg sorgt sicherlich für eine Überraschung, als ihr Album "Zwischen Himmel & Erde" den ersten Platz der Album-Charts erobert. Silbermond holt eine Woche später wieder auf. © dpa
"Depeche Mode" melden sich mit dem Album "Sounds of the Universe" zurück. Mit fünf Wochen halten sie sich am längsten auf dem 1. Rang im Jahr 2009. © dpa
Dann wird es punkig: Die Gruppe Green Day punktet mit ihrem Album "21st Century Breakdown" © dpa
Die Sportfreunde verdrängen Green Day. Ihr Album heißt "MTV Unplugged in New York" - es wurde aber in den Bavaria-Filmstudios in München eingespielt. © dpa
Die amerikanisch-schottisch-schwedische Band Placebo kann ihr Album "Battle For The Sun" auf den ersten Platz katapultieren. © dpa
Die Gruppe a-ha will aufhören, zumindest haben sie das ihren Fans erklärt. "Foot Of The Mountain" soll ihr letztes Album sein. Vielleicht regt der erste Platz zum Weitermachen an. © dpa
DSDS-Gewinner Daniel Schumacher kann nach der Show sein Album als Einsteiger platzieren. Mit dem einfachen Titel "The Album" hält er sich allerdings nur eine Woche auf Platz Eins. Eine Tragödie, die die Musikwelt erschüttert, katapultiert ihn auf einen unteren Platz. © dpa
Der 25. Juni 2009 ändert für ein paar Wochen alles in den Charts: Der King of Pop Michael Jackson (50) stirbt unter mysteriösen Umständen. Vom ersten bis zum sechsten Platz dominiern seine Alben die Charts. © dpa
Erst Ende August kann Jan Delay den King of Pop mit seinem Album "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" von Platz Eins verdrängen. © dpa
Diva Whitney Houston schafft es kurz mit ihrem Album "I look to you" auf Platz Eins. Alles in Allem hält sich der Erfolg aber in Grenzen. © dpa
Pur punkten mit ihrem Album "Wünsche". Viele deutschsprachige Alben schaffen es im Jahr 2009 auf Platz Eins. (Bild: Sänger Hartmut Engler) © dpa
Ob die Gruppe Pur tatsächlich Widerstand leistet, als das englische Trio Muse mit dem Album "The Resistance" den ersten Platz erobern, ist zu bezweifeln. © dpa
Madonna kann auf jeden Fall feiern. Ihre Tour wird ein großer Erfolg, sie hat einen jungen Lover und ihr Album "Celebration" schafft es auf Platz Eins der Alben-Charts. © dpa
Tokio Hotel werden erwachsen. Das Album "Humanoid" ist eins ihrer Besten. Zu recht landet es auf Platz Eins. © dpa
Lange hält es die ehemalige Teenie-Band leider nicht an der Spitze. Aber "Alles kann besser werden" verspricht Xavier Naidoo in seinem Album. Für ihn auf jeden Fall. Er schafft es auf Platz Eins. © dpa
Dick im Geschäft ist die Gruppe Rammstein. Nachdem ihr Album auf dem Index landet und nur noch an Erwachsene ab 18 Jahren verkauft werden darf, katapultiert sich das Album "Liebe ist für alle da" auf den ersten Platz. © dpa
Auch das Album von Ich + Ich befindet sich am 11.Dezember 2009 auf den ersten Platz der Alben-Charts. © dpa

Die Alben schafften zwar auf Anhieb den Sprung auf die Eins, hielten sich aber nicht lange, die Songs blieben kaum im Gedächtnis. Anders bei den Klassikern: Viele schmelzen noch heute dahin, wenn sie Houstons “One Moment In Time“ von 1988 hören oder Williams' Balladen “Feel“ (2002) und “Angels“ (1997). Aber U2 hat doch einiges gerissen in 2009, oder? Stimmt, aber wer - außer den echten Fans der irischen Rockband - kann auch nur einen Song der neuen Platte “No Line On The Horizon“ mitsingen? Auch wenn das Werk eine klassische U2-Platte ist, mit etlichen guten Rocksongs, so sind doch die Klassiker die Bringer auf jeder Party und auch auf der Tournee: Bei “Pride“, “With Or Without You“, “I Still Haven't Found“ sangen im Sommer 90 000 im Berliner Olympiastadion wie aus einer Kehle, 10 000 jubelten beim Auftritt der Band im Rahmen der MTV Europe Music Awards vorm Brandenburger Tor - Gänsehaut-Atmosphäre.

Jung und schrill VS. Altmeister des Rock

Das war es, was U2 in diesem Jahr vollbrachte: Phänomenale Konzerte mit einer gigantischen Bühnenkonstruktion, faszinierenden Licht- und Videoeffekten sowie toller - schon etwas älterer - Musik. Neue Musik und eine neue Qualität von Kreischanfällen brachte eine schrille 23-Jährige aus New York: Lady Gaga schmückte mit ihren schräg-sexy Outfits unzählige Titelseiten, machte halbnackt und mit lasziven Posen männliche Teenager heiß und beeindruckte mit Intimbekenntnissen (“Angst vor Sex“) - allein: Von der Musik wird wohl wenig mehr übrig bleiben als die Frage: Wie ging nochmal der Song? Oder war das nicht doch ein anderer?

Teenager werden erwachsen

Bleibt der Blick ins eigene Land: Die derzeit erfolgreichste deutsche Band (nein, nicht die Toten Hosen und nicht die Scorpions) Tokio Hotel haben etwas Besonderes geschafft: Die vier Jungs um die Kaulitz-Zwillinge Bill und Tom sind mittlerweile keine Teenager mehr, und haben mit ihrem dritten Album “Humanoid“ ein Werk vorgelegt, das etwas erwachsener klingt als seine beiden Vorgänger, ohne aber komplett anders zu sein. So können auch die Fans mit ihrer Band älter werden, ohne sich dessen schämen zu müssen. “Humanoid“: Eine Platte, die in einigen Jahren vielleicht als Ankerpunkt der Ex-Teenie-und-nun-Rockband Tokio Hotel gesehen werden könnte - wenn auch möglicherweise nicht für die ganz breite Masse, aber doch immerhin für die große Fanschar. Den Massengeschmack eindeutig getroffen hat hingegen Peter Fox - völlig überraschend. Sein kompromissloses Album “Stadtaffe“ hat Kritiker und Publikum gleichermaßen überrascht - es ist massenkompatibel, aber auch anspruchsvoll, eigenwillig und einfach gut. Aber halt, die Hip-Hop-Platte ist von 2008 - Preise und Ehrungen räumte Peter Fox allerdings in diesem Jahr ab.

Musiker und Comebacks 2009

Das Musik-Jahr 2009 ist vor allem von Comebacks geprägt. Klicken Sie sich durch die Menschen, die 2009 Musik-Furore machen: Britney Spears: Kaum einer hat erwartet, dass die Sängerin sich von ihrem Absturz je erholen würde. Sexy wie nie zuvor präsentiert sie sich auf den Konzerten. © dpa
Drogen, Alkohol, ein brutaler Ehemann: Whitney Houston wagt nach der Therapie ein Comeback. Mit mäßigen Erfolg. Der Auftakt ihrer Welttournee Anfang Dezember in Moskau wird eine Riesenenttäuschung. © dpa
Lady Gaga sorgt mit ihrem schrillen Outfit  für Kreischalarm auf den Konzerten. Ihre freche Art macht sie zu der neuen Pop-Queen. Wochenlang dominiert ihre Single die Charts. © dpa
Madonna kämpft verzweifelt gegen ihre jungen Kolleginen an und macht alles, aber auch wirklich alles, um mithalten zu können. Sexy Bühnenshows inklusive. Wie lange die 50-jährige das Programm durchhält, bleibt abzuwarten. © dpa
Der 25. Juni 2009 ist ein schwarzer Tag für die Fans des "King of Pop": Kurz vor Beginn seiner Tour stirbt der 50-jährige King of Pop auf tragische Weise. Filme, Musicals und Alben überschwemmen den Musikmarkt. © dpa
Mit ihm erlebt die klassische Musik eine Renaissance. Paul Potts , der kleine, dicke unscheinbare Sänger verzaubert Millionen Fernsehzuschauer in einer Telekom-Werbung. Danach kommen die Verträge und der Ruhm. © dpa
Das Comeback des Jahres: Robbie Williams. Abgestürzt und geläutert tritt er sein Comeback an. Er siegt auf ganzer Linie und überzeugt die Fans. © dpa
Susan Boyle: Wer hätte geglaubt, dass eine kleine, dicke unscheinbare Hausfrau aus England zur Chartstürmerin wird? Ihr Album "I Dreamed A Dream" wird bislang 700 000 mal verkauft. Sie verblüfft die Fans in der britischen Version von "Deutschland sucht den Superstar" Anfang des Jahres 2009. © dpa
Eine Teenie-Band wird erwachsen. Die Probleme mit denen Tokio-Hotel sich herumschlagen müssen passen längst nicht mehr zu Kindern. Das neue Album "Humanoid" ist zwar mit Abstand das Beste, was die Band je geboten hat, aber es dümpelt in den Charts vor sich hin. © dpa
Die Alt-Herren Gruppe U2 macht zur 20-Jahr-Feier des Mauerfalls Furore und beweist, dass die "Alten" es noch richtig drauf haben. Ihr Konzert ging um die Welt und begeistert Millionen. © dpa

Bei einem Pop-Rückblick 2009 darf ein Name nicht fehlen: Michael Jackson. Sein tragischer Tod am 25. Juni 2009 hat die Menschen in allen Erdteilen bewegt. Der 50-Jährige starb nur wenige Wochen vor seinen geplanten Comebackshows, bei denen er der Welt noch einmal zeigen wollte, dass er der wahre “King of Pop“ ist. Seine Musik beweist das allemal: Neun Alben und 24 Singles standen direkt nach seinem Tod in den deutschen Top 100, Zehntausende tanzten rund um den Globus in Erinnerung an ihren Star den “Moonwalk“, bewegten sich in Zombiekostümen zu “Thriller“, feierten Jackos Andenken mit “Beat It“ und “Billie Jean“. Das wird hängenbleiben im Rückblick auf 2009 - im Ohr und vor dem geistigen Auge: Die Musik und Genialität eines Großen, der gerade gestorben ist und dessen beste Zeit schon etliche Jahre zurückliegt

dpa

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