Pressekonferenz nach Fünffach-Mord in Kitzbühel

"Es könnte die Gefahr bestehen, dass sich Andreas E. etwas antut"

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Nach dem Fünffachmord in Kitzbühel steht die Gemeinde noch immer unter Schock.
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Kitzbühel - Fünf Leben hat Andreas E. ausgelöscht. Das Motiv wohl Eifersucht. Mit einer bewegenden Traueranzeige nehmen Freunde und Angehörige nun Abschied von der vierköpfigen Familie. Am Freitag sind auf einer Pressekonferenz weitere Details veröffentlicht worden.

UPDATE, 13.40 Uhr - Details bei Pressekonfererenz

Auf der Pressekonferenz am Freitag sind weitere Details zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen bekannt gegeben worden. Demnach seien die Arbeiten noch nicht abgeschlossen, sondern würden sich wohl noch bis Jahresende hinziehen. "Wir führen noch Vernehmungen mit Bekannten und Freunden der Opfer und des Verdächtigen durch", sagte Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes Tirol. Darüber hinaus sollen die letzten Stunden vor der Tat genau rekonstruiert werden. Dazu muss auch noch der Bruder des Tatverdächtigen, der sich nach Angaben der Tiroler Tageszeitung in Japan aufhalten soll, befragt werden. Ihm gehörte schließlich die Tatwaffe.

Zudem wurde eine Psychologin beauftragt, ein entsprechendes Gutachten über den 25-jährigen, dringend tatverdächtigen Andreas E. zu erstellen. Es soll damit geklärt werden, ob der Mann zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war oder möglicherweise an einer geistigen Störung leidet.

Andreas E. sitzt derweil weiter in einem Innsbrucker Gefängnis in Untersuchungshaft und würde streng bewacht, wie Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck sagt: "Es könnte die Gefahr bestehen, dass er sich etwas antut." Eine Anklage und dann auch einen Prozess soll es aber wohl erst im Jahr 2020 geben.

Auch die Kitzbühler Bürger haben den Schock des Fünffach-Mordes noch nicht verkraftet. "Die Anteilnahme gegenüber den Angehörigen der Opfer, aber auch gegenüber der Familie des Beschuldigten ist sehr groß. Viele Menschen sprechen der Familie des Beschuldigten auch Mut zu und sagen ihnen ihre Unterstützung zu", sagte Bürgermeister Winkler. Insgesamt seien in den letzten Tagen im Ort rund 300 Personen von Mitarbeitern des Kriseninterventionsdienstes betreut worden.

Die Erstmeldung:

Fünf Leben hat Andreas E. ausgelöscht. Das Motiv wohl Eifersucht. Mit einer bewegenden Traueranzeige nehmen Freunde und Angehörige nun Abschied von der vierköpfigen Familie.

"Denn es geschehen Dinge, die wir nicht begreifen können. Wir stehen machtlos und stumm daneben." Mit diesen Sätzen trauern Angehörige und Freunde um die angesehene Familie aus Kitzbühel, die Andreas E. ausgelöscht hat. Am Ende der Traueranzeige heißt es: „Geliebt und unvergessen – in Liebe und Dankbarkeit“. Fast 3000 Kerzen wurden auf der Trauerseite trauerhilfe.at, auf der die Anzeige veröffentlicht wurde, bereits angezündet. 

Drei Trauerabende: Kitzbühel nimmt Abschied von Opfer-Familie

Es ist vier Uhr morgens, als Andreas E. an der Tür seiner Ex-Verlobten Nadine H. klingelt. Ihr Vater öffnet die Tür, macht ihm klar: Die Beziehung ist endgültig vorbei. Daraufhin holt der 25-Jährige die Pistole seines Bruders, tötet erst Nadines Vater, ihre Mutter und ihren Bruder. Im Anschluss erschießt er kaltblütig seine 19-jährige Ex-Verlobte und ihren neuen Freund Florian J. (24). Nach seiner unfassbaren Tat stellt sich Andreas E.: Er habe soeben fünf Menschen ermordet.

Nach der Horror-Tat befindet sich Kitzbühel noch immer in der Trauerarbeit. Zu fassungslos machte der Fünffachmord die Gemeinde. Michael Struzynski ist seit 26 Jahren Gemeindepfarrer in Kitzbühel. Er kennt Opfer und Täter. „Beide Kinder habe ich getauft und gefirmt, kenne die Familien gut“, sagte der Pfarrer der „Kronenzeitung“. Er sei zutiefst schockiert „Mich macht die Tat fertig. Ich kann gar nicht mehr schlafen.“

Beerdigung der Opfer-Familie im engsten Familienkreis

Nadine und ihre Familie würden ein schlichtes Urnenbegräbnis im Ort bekommen, so der Pfarrer. Bei der Totenmesse werde er nur ganz wenig sprechen - weil er den Wahnsinn auch nicht erklären könne. „Warum lässt Gott so was zu?“, werde einer der wenigen Sätze auf dem Friedhof sein. Die Beerdigung der Opfer-Familie findet am Montag, 14. Oktober, 14 Uhr, in der Stadtpfarrkirche im engsten Familienkreis statt.

Aber auch die Bevölkerung von Kitzbühel kann sich an den drei Abenden vor der Beerdigung, am Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils von 18 bis 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche von den Verstorbenen verabschieden, berichtet die Tiroler Tageszeitung. Es werde auch eine „Klagemauer" in der Kirche errichtet, an der jeder einen Zettel mit eigenen Gedanken hinterlegen kann. Dort besteht auch die Möglichkeit, Kerzen zu entzünden oder Blumen abzulegen. Das fünfte Opfer wird in seiner Heimatgemeinde in Oberösterreich beerdigt.

Bilder vom Unglücksort: Junger Mann tötet fünf Personen

Werden weitere Details zum Mord bekannt gegeben?

Am Freitag (11. Oktober) findet eine abschließende Pressekonferenz um 11 Uhr von Ermittlern, Bürgermeister, Staatsanwaltschaft und Kriseninterventionsteam im Kitzbüheler Rathaus statt. Werden dann weitere Details bekannt gegeben?

mh

Quelle: rosenheim24.de

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