Heikle Entwicklung am Mont Blanc

Gletschersee wird zu großer Gefahr: Fachmann schlägt Alarm - „Was da oben passiert, ist nicht normal“

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Der französische Bergsteiger Bryan Mestre hat den See auf dem Mont Blanc fotografiert. Der Gletschersee war ungefähr 20 bis 30 Meter lang.

Die tiefblaue Schönheit täuscht. Dieser Gletschersee sollte gar nicht existieren und wird zur großen Gefahr. Ein französischer Bergkenner schlägt Alarm. 

München - Ein französischer Bergsteiger hat einen Gletschersee auf dem Mont Blanc entdeckt und ein Foto davon auf Instagram gepostet. Die Aufnahme ist faszinierend und zugleich bedrohlich.

Gletschersee am Mont Blanc: „Zeit, Alarm zu schlagen - Das erste mal, dass so etwas jemals passiert“

Bryan Mestre (24) hat diesen neuen Gletschersee bei einer Klettertour mit seinen Freunden Ende Juni entdeckt. Der See ist neben dem Col de Rochefort zwischen den Bergen Dent du Géant und Aiguille Marbréesin in 3000 Metern Höhe entstanden. 

„Zeit, Alarm zu schlagen“, schreibt Bryan Mestre zu dem Foto auf Instagram. „Es ist das erste Mal, dass so etwas jemals passiert.“ Dann erklärt der 24-Jährige, warum ihn dieser Anblick so besorgt.

Die Null-Grad-Grenze im Hochgebirge liegt normalerweise im Juni und Juli auf 3000 Metern Höhe. Als Mestre das Foto knipste, hatte sich jedoch die Null-Grad-Grenze auf 4.700 Meter Höhe verschoben. Eine Hitzewelle reichte wohl aus, um Schnee zu schmelzen und den See zu bilden, meint der Kletterlehrer und angehende Bergführer. Diesen extremen Effekt demonstriert er mit einem zweiten Foto auf Instagram, das zehn Tage zuvor entstanden ist.

Video: Der Klimawandel nagt an Gletschern

Der Mont Blanc ist 4810 Meter hoch. „Das heißt also, dass die Schneefallgrenze fast so hoch lag wie der höchste Berg in dieser Gegend“, sagt Bryan Mestre in einem Interview gegenüber dem Schweizer Tagesspiegel. Das sei extrem ungewöhnlich. Was da oben passiert, sei nicht normal, betont der Franzose.

Gletschersee am Mont Blanc: Schmelzwasser wird zum Pulverfass

Der Gletschersee ist mittlerweile übrigens wieder verschwunden. Auf Google Maps ist der ungewöhnliche Gletschersee noch zu sehen, weil die Satellitenansicht im Juli geändert wurde. Das Wasser ist laut Mestre unter dem Gletscher versickert. Das sei ziemlich gefährlich. Denn über die Jahre sammle sich unter dem Gletscher immer mehr Wasser. Irgendwann könnte der Druck so groß sein, dass es den Gletscher aufsprengt und sich eine riesige Flutwelle ins Tal ergießt, erklärt Bryan Mestre im Tagesspiegel-Interview.

Auf Google Maps ist der Gletschersee neben dem  Col de Rochefort zu sehen. Im Juli 2019 wurde die Satellitenansicht geändert.  

Die Flutwelle würde den italienischen Ort Courmayeur treffen. Um diese Gefahr zu verhindern, hätten sich die Behörden bereits entschlossen, einen zweiten See auszuheben, um das überschüssige Schmelzwasser rein zu pumpen. „Aber soweit ich weiß, ist da noch nichts passiert“, sagte der Bergsteiger gegenüber dem Nachrichtenportal. Währenddessen ereignete sich an einem Gletscher in Alaska ein großes Unglück: Zwei deutsche Urlauber und ihr Guide kamen in einem Gletschersee ums Leben.

Auch im August könnte es laut Wetterprognosen im August in Deutschland bedrohlich heiß werden. Die Aussichten für die erste Augustwoche ist allerdings sehr wechselhaft. Zur selben Zeit plagt das Wetter-Phänomen „Ring of Fire“ die Südstaaten der USA.

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ml

 

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