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Mindestens 16 Tote bei Explosionsunglück in Italien

Ein Güterzug war kurz vor Mitternacht in der Nähe des Bahnhofs mitten in der Stadt entgleist.
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Ein Güterzug war kurz vor Mitternacht in der Nähe des Bahnhofs mitten in der Stadt entgleist.

Viareggio - Die Explosion eines mit Flüssiggas gefüllten Tankwaggons hat in der italienischen Küstenstadt Viareggio mindestens 16 Menschen das Leben gekostet, vier Menschen werden vermisst.

In der Stadt brach ein Flammeninferno aus. Ein Güterzug war kurz vor Mitternacht in der Nähe des Bahnhofs mitten in der Stadt entgleist. 16 Menschen starben bei dem Unglück.

Fünf nahe der Bahnlinie stehende Häuser stürzten nach der Explosion ein, zehn Gebäude waren schwer verbrannt. Etwa 1000 Menschen wurden bisher in Sicherheit gebracht. Für sie wurden Zelte in der Nähe des Rathauses errichtet. Laut italienischen Medienberichten erlitten 36 Menschen schwere Verletzungen, mindestens 15 von ihnen schwebten in Lebensgefahr, weil ihre Haut zu mehr als 90 Prozent verbrannt ist. Unter den Verletzten sind auch zwei Kinder.

“Es handelt sich um eines der schlimmsten Unglücke des italienischen Eisenbahnsektors“, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzes, Guido Bertolaso, am Dienstag am Unglücksort. “Die Gefahr ist noch nicht vorüber“, warnte Bertolaso. “Es liegen noch 13 Gasbehälter mit jeweils 30 Kubikmeter Flüssiggas auf den Schienen, vier davon umgekippt. Die Zisternen müssen entleert werden. Das ist eine hochgefährliche Situation“, sagte Bertolaso.

Videos zeigen Flammen, die in den Himmel schießen

Sehen Sie hier:

Ein Video vom Flammeninferno in Viareggio

Der aus 14 Waggons bestehende Güterzug kam aus La Spezia und war auf dem Weg nach Pisa, als fünf Waggons kurz nach dem Bahnhof entgleisten, sagte Raffaele Gargiulo, ein Polizeisprecher in der nahelegenen Stadt Lucca. Videos auf YouTube zeigten Flammen, die in den Himmel schießen. Es sind Sirenen und Explosionen zu hören. Als der Zug entgleiste, stürzten die Wagen am Ende in einige Häuser in der Nähe des Bahnhofs.

Mindestens sechzehn Menschen, darunter Kinder, wurden bei der Explosion oder durch das Feuer getötet, erklärte Gargiulo. Einige der Leichen seien nur sehr schwer zu identifizieren. Zwei der Getöteten fuhren gerade in der Nähe der Gleise, als sich das Unglück ereignete. Ein weiteres Opfer, ein junger Mann, erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Zahl der Opfer wird nach den Angaben von Feuerwehr und Präfektur wahrscheinlich noch steigen. Denn Dutzende Menschen hätten schwerste Brandwunden. Der Bürgermeister von Viareggio, Luca Lunardini, sprach von “apokalyptischen Szenen“.

Bilder aus Viareggio

Fotostrecke

Wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wurden am Dienstagmorgen drei Kinder lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses geborgen. Ursache des Unglücks könnten ein Schaden an den Gleisen oder ein Problem mit Bremsen gewesen sein, sagte Gargiulo. Ein Achsenbruch eines direkt hinter der Lokomotive fahrenden Flüssiggas-Güterwagens hat möglicherweise das Flammeninferno verursacht. Wie italienische Medien am Dienstagvormittag berichteten, habe die Vorderachse eines Waggons bei der Durchfahrt des Zuges nachgegeben. Der Zug habe zur Zeit des Unfalls den Bahnhof mit einem Tempo von etwa 90 Stundenkilometern passiert - dies entspreche den Vorschriften. 13 Waggons des Güterzuges sollen der Deutschen Bahn, einer der polnischen Bahngesellschaft PKP gehören.

Feuerwehrchef Antonio Gambardella sagte, der Brand sei inzwischen eingedämmt, es bestehe aber die Gefahr, dass weitere Kesselwagen explodierten. Um dies zu verhindern, waren ABC-Experten im Einsatz. Feuerwehrleute suchten auch in den Trümmern der Häuser nach weiteren Opfern, sagte Gambardella. Rund 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz. “Wir haben gesehen, wie ein Feuerball in den Himmel aufstieg“, sagte der Augenzeuge Gianfranco Bini, der in der Nähe wohnt. “Wir haben drei Mal ein lautes Grollen gehört, wie Bomben. Es sah aus, als ob ein Krieg ausgebrochen sei.“ Die beiden Zugführer wurden leicht verletzt. Im Krankenhaus erklärten sie, sie hätten 200 Meter vor dem Bahnhof einen Aufprall gespürt. Kurz danach sei das Zugende entgleist.

ap/dpa

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