Polizei veröffentlicht Fahndungsfotos

Sind das die Mallorca-Bomber?

Fahndungfoto
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Das Fahndungfoto der mutmaßlichen ETA-Mitglieder.

Palma de Mallorca - Nach dem Bombenanschlag auf Mallorca hat die Polizei Fahndungsfotos von mutmaßlichen ETA-Mitgliedern veröffentlicht. Medienberichten zufolge werden zwei junge Basken gesucht.

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Die beiden hätten in Palma eine Wohnung gemietet und seien seit dem Anschlag nicht mehr gesehen worden, meldete der spanische Rundfunk am Freitag. Zudem veröffentlichten die Ermittler Fahndungsfotos von sechs mutmaßlichen Mitgliedern der baskischen Separatistenorganisation ETA.


Bombenanschlag auf Mallorca

Mallorca, Bombenanschlag
In Palmanova starben nach der Explosion einer Autobombe zwei Polizeibeamte in den Flammen. © ap
Mallorca, Bombenanschlag
Wenige Augenblicke nach der Explosion beobachten englische Touristen den brennenden Polizeiwagen. © ap
Mallorca, Bombenanschlag
Der Polizeibeamte Diego Salva Lezaun kam ums Leben. © dpa/ap
Mallorca, Bombenanschlag
Auch sein Kollege Carlos Saenz de Tejada Garcia ist tot. © dpa/ap
Mallorca, Bombenanschlag
Der Medienrummel war groß: Spaniens Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba äußert sich zur Lage. © ap
Mallorca, Bombenanschlag
Das ausgebrannte Wrack des Polizeiwagens. © ap
Mallorca, Bombenanschlag
Spanische Einsatzkräfte riegeln den Flughafen Palma ab. © dpa
Mallorca, Bombenanschlag
Zahlreiche Touristen stehen ratlos vor den Anzeigetafeln am Flughafen Palma: Die Flüge wurden vorübergehend gestrichen. © dpa
Mallorca, Bombenanschlag
Spaniens Ministerpräsident macht die Terrororganisation ETA für den Anschlag verantwortlich. © dpa
Mallorca, Bombenanschlag
Urlauber aus Mallorca kommen am Freitag mehrere Stunden verspätet auf dem Flughafen in Düsseldorf an. © dpa
Fahnder untersuchen den Tatort in Palmanova. © dpa
„Für die Freiheit - gegen die ETA“ - Schweigeminute in Pamplon azu Ehren der beiden getöteten Polizisten auf der Fereininsel Mallorca. © ap
Schweigeminute in Pamplon azu Ehren der beiden getöteten Polizisten auf der Fereininsel Mallorca. © dpa
Schweigeminute in Pamplon azu Ehren der beiden getöteten Polizisten auf der Fereininsel Mallorca. © dpa
Schweigeminute in Pamplon azu Ehren der beiden getöteten Polizisten auf der Fereininsel Mallorca. © ap
Bilder der Trauerfeier im Almudaina Palast in Palma de Mallorca. © dpa
Bilder der Trauerfeier im Almudaina Palast in Palma de Mallorca. © dpa
Bilder der Trauerfeier im Almudaina Palast in Palma de Mallorca. © ap
Bilder der Trauerfeier im Almudaina Palast in Palma de Mallorca. © ap
Spaniens Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero bei der Trauerfeier in Palma de Mallorca. © dpa
Spaniens Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero bei der Trauerfeier in Palma de Mallorca. © dpa

Das Innenministerium teilte allerdings nicht mit, ob sie verdächtigt werden, an dem jüngsten Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Der Vertreter des Ministeriums auf der Balearen-Insel, Ramon Socias, sagte, die Ermittler gingen weiter von der Vermutung aus, dass die Täter die Insel noch nicht verlassen hätten, sondern sich in einer Wohnung verkrochen hätten, um zu warten, bis sich die Situation beruhigt habe.


Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft

Die Sicherheitskräfte auf der Ferieninsel und in ganz Spanien wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Am Freitag jährte sich die Gründung der ETA zum 50. Mal. In Madrid liefen bewaffnete Polizisten Streife vor den Parteizentralen der regierenden Sozialisten und der oppositionellen Volkspartei. Regierungschef Jose Luis Zapatero und Oppositionsführer Mariano Rajoy flogen nach Mallorca und legten Ehrenmedaillen auf die Särge der beiden toten Polizeibeamten. Mit einer Trauerfeier in der Kathedrale von Palma de Mallorca und fünf Schweigeminuten im ganzen Land wurde am Freitag der Toten gedacht. In ganz Spanien läuteten um 12.00 Uhr mittags die Glocken. An dem Trauergottesdienst in Palma nahen auch Kronprinz Felipe und Prinzessin Leticia teil, die den Angehörigen ihre Anteilnahme ausdrückten. Der Anschlag ereignete sich am Donnerstag nur etwa zehn Kilometer von der Sommerresidenz von König Juan Carlos entfernt. Das Staatsoberhaupt wollte in den nächsten Tagen dort eintreffen.

Keine Stornierungswelle bei deutschen Touristen

Die große Mehrheit der deutschen Urlauber auf der Baleareninsel reagierte gefasst auf den Terroranschlag. Die drei großen deutschen Tourismusunternehmen Thomas Cook, TUI und REWE erklärten auf AP-Anfrage, nach Angaben der Reiseleitungen vor Ort seien die Urlauber ruhig geblieben. Es gebe auch keine Wünsche nach vorzeitiger Abreise. “Unsere 24-Stunden-Hotline wurde nicht in Anspruch genommen“, sagte Thomas-Cook-Sprecherin Nina Kreke. Die Reiseveranstalter erwarten deshalb auch nicht, dass geplante Mallorca-Reisen storniert werden. “Es läuft wieder alles normal“, sagte REWE-Sprecherin Daniela Sauerwald. “Ich denke, dass sich das Ganze relativ schnell normalisieren wird.“

Merkel verurteilt Anschlag

Zu den beiden jüngsten Anschlägen hat sich die ETA bislang nicht bekannt. Dennoch wurde sie sowohl für die Bombenexplosion vor einer Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos am Mittwoch als auch für den Anschlag auf eine Polizeiwache in Palmanova auf Mallorca am Donnerstag verantwortlich gemacht. In Burgos wurden rund 60 Personen leicht verletzt. Nach Darstellung der Regierung ist die Untergrundorganisation nach mehreren Razzien in Spanien und Frankreich in den vergangenen Monaten erheblich geschwächt. Zapatero sagte am Donnerstagabend, die Anschläge fielen in eine Zeit, in der die spanische Polizei gemeinsam mit ihren Kollegen in Frankreich die ETA hart getroffen habe. Man sei dabei, die Organisation zu zerschlagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Terroranschlag auf Mallorca scharf. Sie bat Zapatero, den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, und versicherte, Deutschland stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Spaniens.

ap

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