Tod auf Mallorca: Deutsches Ehepaar war beliebt

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Die Identität der beiden auf Mallorca umgekommenen Deutschen ist noch unklar.

Palma de Mallorca - Das deutsche Ehepaar, das auf Mallorca bei dem Einsturz seines Hauses ums Leben gekommen ist, war sehr beliebt in der Gegend und lebte schon einige Jahre in dem Viertel.

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“Wir sehen uns dann morgen beim Essen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich ein deutsches Ehepaar vom Wirt seiner Stammkneipe in Palma de Mallorca und machte sich auf den Heimweg. Drei Stunden später stürzte das nahe gelegene Wohnhaus der Deutschen in sich zusammen und begrub die Rentner unter einem Berg von Trümmern. Ihre Leichen gehörten zu den ersten, die die Rettungsmannschaften aus dem Schutt bargen. Die Identifizierung der Toten auf der spanischen Ferieninsel Mallorca war am Dienstag noch nicht offiziell abgeschlossen. Insgesamt kamen beim Einsturz des vierstöckigen Gebäudes sieben Menschen ums Leben, neben den Deutschen zwei Spanier und drei Kolumbianer. Das Ehepaar hatte in Palma in einem Viertel gelebt, in das sich normalerweise keine Deutschen verirren.

Camp d'en Serralta hat nichts mit dem zu tun, was man sich normalerweise unter einem Ferienparadies auf Mallorca vorstellt. Es ist ein Arbeiterviertel mit engen Straßen, westlich des Zentrums von Palma gelegen. Die beiden etwa 60-jährigen Deutschen waren dort beinahe so etwas wie Exoten. Sie lebten in dem Viertel seit mehreren Jahren und waren allgemein beliebt, auch wenn sie nur wenig Spanisch sprachen. “Das waren nette Leute“, sagte Fernando Sánchez Berrocal. Der 45- jährige Wirt der “Cafeteria Gorg Blau“ hatte das Paar fast täglich in seinem Lokal zu Gast gehabt. Die Deutschen waren begeisterte Fußballfans.

Nachbarn trauern

In der Kneipe verfolgten sie Spiele der spanischen Liga, aber sie hielten sich auch über die Bundesliga auf dem Laufenden. Eine Vitrine des Lokals hatten sie mit einem Fan-Schal ihres Lieblingsvereins Werder Bremen geschmückt. Nach dem Tod seiner Stammgäste brachte der Wirt dort eine Trauerschleife an. Das Ehepaar hatte in der Dachetage des eingestürzten Gebäudes gelebt. Darunter wohnte eine kolumbianische Familie. Der Bauarbeiter Luis Alberto (55) überlebte, weil er zum Kartenspielen verabredet war. Seine Frau, sein Sohn und ein Schwiegersohn starben. Im ersten Stock wohnte ein spanisches Ehepaar mit seiner 15-jährigen Tochter.

Die Frau konnte als einzige Hausbewohnerin lebend aus den Trümmern geborgen werden. Von außen hatte das Gebäude auf den ersten Blick tadellos ausgesehen. Die Fassade war erst kürzlich gestrichen worden. Das Mauerwerk war jedoch nach den Berichten von Anwohnern baufällig gewesen. “Es taten sich so breite Risse auf, dass man eine Hand hineinstecken konnte“, sagte eine Anwohnerin. Experten äußerten die Vermutung, der Einsturz könnte durch “nicht entdeckte strukturelle Mängel“ ausgelöst worden sein. Eine Gasexplosion als Ursache galt als ausgeschlossen. Der Gebäudeteil, in dem sich die Küchen und Gasherde befanden, war stehengeblieben.

dpa

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