Eine junge Frau hatte gerade erst Krebs besiegt

Das sind die sieben Opfer des Todesfahrers von Südtirol

+
Das von den Carabinieri Bozen herausgegebene Foto zeigt den Unfallwagen, der auf eine Mauer aufgefahren ist. Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler am Sonntag (05.01.2020) in eine Gruppe junger deutscher Touristen. Am Tag danach starb ein siebtes Opfer im Krankenhaus.

Bozen/Luttach - Sieben junge Menschen aus Deutschland starben bei dem Horror-Unfall in der Nacht auf Sonntag, 5. Januar, in Luttach in Südtirol. Inzwischen konnten alle Opfer zweifelsfrei identifiziert werden.

Nach der Katastrophe waren die Leichen ins Krankenhaus nach Bruneck gebracht worden, wo die Identität der Toten abgeklärt wurde und Angehörige und Freunde Abschied nehmen konnten. Die Familien wurden dort von Notfallpsychologen, Seelsorgern und Vertretern der Deutschen Botschaft betreut. 


Opfer größtenteils aus Nordrhein-Westfalen

Bei den Toten handelt es sich laut einem Bericht der Bild-Zeitung um Katharina (22) aus Wuppertal, Philipp (22) aus Dortmund, Julian (22) aus Siegen, Julius (22) aus Köln, Felicitas (23) aus einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg und Janine (22). Die 22-Jährige war laut dem Bericht eine Freundin von Katharina und hatte erst vor kurzem eine schwere Krebs-Erkrankung erfolgreich überwunden

Die Identität des siebten Opfers - eine junge Frau, die in einem Innsbrucker Krankenhaus am Montag ihren schweren Verletzungen erlegen war - gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. Laut dem italienischen Portal stol.it handelt es sich dabei um eine 21-Jährige. Woher sie stammt, ist weiterhin unklar.


Der mutmaßliche Todesfahrer, der 27-jährige Stefan L., der nach Medienberichten aus einer kleinen Gemeinde in der unmittelbaren Nachbarschaft des Unglücksortes stammt, soll am Dienstag von einem Ermittlungsrichter angehört werden. Dabei soll entschieden werden, ob der Mann in Untersuchungshaft genommen wird. Der Betrunkene war nach dem Unfall zunächst vorläufig festgenommen und anschließend wegen psychischer Labilität in die Psychiatrie verlegt worden. Bei ihm waren zum Unfallzeitpunkt fast zwei Promille Alkohol im Blut festgestellt worden. Dem Mann drohen nach italienischem Recht bis zu 18 Jahre Haft.

Todesfahrer zeigt Reue

Stefan L. hat sich inzwischen auch gegenüber seinem Anwalt, Pflichtverteidiger Alessandro Tonon, geäußert. Sein Mandant habe ihm gesagt, er sei alleine im Unfallwagen gewesen und dass er und seine Freundin sich kurz vor dem Horror-Crash getrennt hätten, sagte der Jurist gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). L. sei völlig fertig gewesen und hätte sinngemäß gesagt: "Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen." Allerdings sei seinem Mandanten nicht bewusst gewesen, dass er "so viel" getrunken habe, teilte der Anwalt abschließend mit.

Horror-Unfall in Luttach fordert zahlreiche Todesopfer

 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl
 © Dominik Bartl

Der Todesfahrer war am Sonntagmorgen, 5. Januar, gegen 1 Uhr, in Luttach in Südtirol in eine Gruppe junger Skitouristen aus Deutschland gerast, die nach einer abendlichen Feier gerade auf dem Rückweg zu ihrer Unterkunft war. Sechs junge Menschen waren auf der Stelle tot, eine siebte Person starb am Montag in einem Krankenhaus in Innsbruck. Darüber hinaus gab es zehn zum Teil Schwerverletzte, die sich nach Angaben der Behörden inzwischen fast alle Gott sei Dank auf dem Weg der Besserung befinden. Eine Person, die in Bozen im Spital liegt, ist nach Angaben des Südtiroler Sanitätsbetriebes weiterhin "in sehr kritischem Zustand".

Ganz Südtirol war nach dem Unglück geschockt. An der Unfallstelle wurden anschließend viele Blumen und Kerzen niedergelegt. Außerdem gedachten die Menschen mit einem bewegenden Plakat ihren "Freunden aus Deutschland".

mw

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare