Iran präsentiert erste Drohne aus eigener Produktion

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Präsident Mahmud Ahmadinedschad stellte die Drohne als "Botschafter des Todes für die Feinde" vor.

Teheran - Der Iran spielt mit den Muskeln. Erst nimmt die Islamische Republik trotz aller Sanktionen ein Atomkraftwerk in Betrieb, dann präsentiert sie stolz neue Waffen. Und Präsident Ahmadinedschad gibt sich martialisch.

Einen Tag nach Eröffnung seines ersten Atomkraftwerkes hat der Iran erstmals eine Drohne aus eigener Produktion vorgestellt. Der unbemannte Flugkörper mit dem Namen "Karar" (Angreifer) sei vier Meter lang und könne mit einer "größeren Menge Sprengstoff" sein Ziel ansteuern, berichtete die Agentur Fars am Sonntag.

"Diese Drohne kann ein Botschafter des Todes für die Feinde der Menschheit sein. Zugleich kann sie aber auch ein Bote der Rettung, des Friedens und der Freundschaft sein", sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Erst am Samstag hatte der Iran mitten im Dauerstreit um sein Atomprogramm das von Russland gebaute Atomkraftwerk in Buschehr in Betrieb genommen.

Bei einer Feierstunde zum Tag der Nationalen Rüstungsindustrie sagte Ahmadinedschad am Sonntag weiter, die iranischen Streitkräfte wollten nicht als Aggressor auftreten, "aber sie sollten so stark sein, dass jedem Aggressor die Hand abgehackt werden kann, noch bevor dieser in Aktion tritt", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Mehr.

Die Fortschritte in der iranischen Rüstungsindustrie müssten dazu führen, dass "alle Waffen unserer Feinde", die gegen den Iran gerichtet seien, unschädlich gemacht werden könnten, sagte Ahmadinedschad. Hintergrund der militärischen Aktivitäten sind Spekulationen über einen möglichen israelischen Luftangriff gegen Nuklearanlagen im Iran.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Iran eine neue Generation von Boden-Boden-Raketen getestet, das Verteidigungsministerium sprach von einem großen Schritt in der Raketenentwicklung. Weitere Tests folgten in Kürze, kündigte das Ministerium am Sonntag an. Bei einem Militärmanöver im April im Persischen Golf hatten bereits die Revolutionsgarden Raketen aus iranischer Produktion getestet. Anfang August präsentierte die iranische Kriegsmarine vier neue leichte U-Boote. Die Schiffe der "Kadir"-Klasse seien vollständig im eigenen Land hergestellt worden, hieß es. Sie sollen Torpedos und Raketen abfeuern können.

Die Islamische Republik Iran ist eine hochgerüstete Regionalmacht. Mit zusammen 523 000 Mann bei der regulären Armee und Revolutionsgarden unterhält der Gottesstaat die zahlenmäßig größte Streitmacht im Nahen und Mittleren Osten. Zudem kann der Iran im Kriegsfall bis zu eine Million Kämpfer der Volksmiliz mobilisieren. Von der Schahab-3-Rakete, die angeblich 2000 Kilometer weit bis nach Israel fliegen kann, soll es bereits etwa 50 geben.

Drohnen gehören in vielen Ländern zum Arsenal der Streitkräfte. Die sogenannten Unbemannten Fluggeräte sind mit modernster Elektronik ausgestatten und können unterschiedliche militärische Aufgaben übernehmen. Das Spektrum reicht von der Überwachung von Konfliktgebieten über die taktische Aufklärung bis zur Erfassung und Zerstörung gegnerischer Ziele. So gibt es regelmäßig Berichte über US-Drohnenangriffe gegen Stellungen von Aufständischen in Pakistan mit Toten und Verletzten.

dpa

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