Methusalem-Messenger

WhatsApp-Ärger: Plötzlich boomt eine längst vergessen geglaubte Alternative - die gibt es noch?

WhatsApp: Die geplante Änderung der Nutzungsbedigungen hat User weltweit verärgert. Jetzt rudert die Konzernmutter Facebook zurück.
+
WhatsApp: Die geplante Änderung der Nutzungsbedigungen hat User weltweit verärgert.

Die Ankündigung der Datenschutz-Änderung bei WhatsApp bringt viele User dazu, den Messenger zu wechseln. In Asien zeichnet sich nun ein Trend zum Messenger ICQ ab.

Hongkong - Die mobile Messenger-Anwendung WhatsApp sorgte kürzlich für Kritik und Boykott, indem sie eine Änderung beim Datenschutz ankündigte. Demnach sollen mehr Daten an den Mutterkonzern Facebook übermittelt werden.

Nutzer:innen außerhalb von Europa, die bis zum 8. Februar nicht zustimmen, sollten auf der App gesperrt werden. Das führte dazu, dass etliche Nutzer:innen den Messenger wechselten. Die Konkurrenten Telegram und Signal verzeichneten Millionen neuer Downloads.

Doch auch ein altbekannter Messenger scheint sich dadurch wieder Beliebtheit zu erfreuen: ICQ erlebte seine Hochphase eigentlich als Desktop-Anwendung zwischen Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre. Vor etwa einem Jahr gab es schließlich ein Comeback als Smartphone-App.

In Hongkong zeichnet sich nun ein Trend ab: ICQ kletterte regelrechte die App-Charts nach oben, wie The Wall Street Journal berichtet. Die Download-Anzahl stieg innerhalb einer Woche um das 35-fache an.

Vermutlich steckt dahinter jedoch nicht die Hoffnung auf einen besseren Datenschutz als bei WhatsApp, sondern einfach nur Nostalgie. Denn auch ICQ ist nicht gerade für wasserdichte Sicherheits-Regelungen bekannt. Die App gehört inzwischen dem rusischen Internetkonzern Mail.ru und machte in den letzten Jahren immer wieder negative Schlagzeilen.

WhatsApp verschiebt Datenschutz-Änderung

WhatsApp hat indes auf die sinkenden Nutzerzahlen reagiert und seine Datenschutz-Änderung verschoben. Diese soll nun erst etwa drei Monate später durchgeführt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Wer nicht in der Europäischen Union wohnt, habe demnach bis zum 15. Mai Zeit, um der Neuerung zuzustimmen. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Kommentare