Großer Rettungseinsatz am Abend am Untersberg:

Steinschlag: Forscherin (45) stirbt in Höhle!

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Grödig - Höhlen- und Bergretter waren am Abend am Untersberg im Einsatz. Eine Forscherin wurde von einem Stein am Kopf getroffen - und starb. Die Leiche wurde per Tau geborgen:

UPDATE, Mittwoch, 6.50 Uhr:

Die Höhlenretter der Bergwacht-Region Chiemgau mussten am Dienstag ihre Salzburger Kollegen bei einem besonders tragischen, grenzüberschreitenden Einsatz unterstützen: Eine 45-jährige Höhlenforscherin war in einer bisher namenlosen Schachthöhle rund 225 Meter oberhalb und südöstlich der Schweigmühlalm in etwa 70 Metern Tiefe von einem Stein am Kopf getroffen worden. Die Verletzungen waren so schwer, dass die Frau trotz intensiver Wiederbelebungsversuche der Begleiter und Einsatzkräfte noch im Schacht verstarb.

Die 45-Jährige war mit drei weiteren Forschern am Nachmittag im Karstgebiet zwischen Schweigmühlalm und Mittagsscharte in einer noch nicht erforschten, namenlosen Höhle unterwegs, als sie in etwa 70 Metern Tiefe von einem herabfallenden Stein getroffen wurde. Die Begleiter leisteten sofort Erste Hilfe, wobei zwei bei der Verunfallten blieben und einer durch den Schacht zurück ans Tageslicht aufstieg, um einen Notruf abzusetzen, der um 15.49 Uhr bei der zuständigen Bergrettung Grödig einging.

Daraufhin lief eine groß angelegte, grenzüberschreitende Rettungsaktion an, an der auch die Höhlenretter der Bergwacht-Region Chiemgau beteiligt waren; der Berchtesgadener Berg- und Höhlenretter Stephan Bauhofer arbeitete im Schacht Hand in Hand mit seinen Salzburger Kollegen zusammen – ein mittlerweile aufgrund der beiden Großeinsätze im Vorjahr und zahlreicher Übungen sehr eingespieltes Team. Vier Hubschrauber brachten nach der Alarmierung im Pendelverkehr Retter und Ausrüstung zum Höhleneingang in über 1.600 Metern Höhe, wobei die Piloten auf einem kleinen Plateau im Latschenfeld anlanden konnten. Insgesamt waren am Abend 21 Bergretter, 30 Höhlenretter aus Österreich und Bayern, die Alpinpolizei, das Rote Kreuz und vier Hubschrauber im Einsatz. Die letzten Einsatzkräfte fuhren gegen 21.15 Uhr aus der Höhle aus und wurden dann im letzten Tageslicht zurück ins Tal geflogen.

„Die Höhlenforscherin war bewusstlos, ihr Zustand sehr schlecht“, sagte die Pressesprecherin der Salzburger Bergrettung, Maria Riedler am Abend. Gegen 21 Uhr brachten die Retter die an ihren schweren Kopfverletzungen Verstorbene an die Oberfläche zurück. Sie wurde mit dem Polizeihubschrauber per Tau ins Tal geflogen. Die Frau hinterlässt eine 17-jährige Tochter.

Rettungseinsatz an Untersberg-Höhle

Bei der Höhlenrettung herrschte am Abend tiefe Betroffenheit. Viele kannten die Höhlenforscherin, die auch an der Riesending-Rettungsaktion vor rund einem Jahr beteiligt war. Wie Monika Feichtner, stellvertretende Landesleiterin des Salzburger Höhlenrettungsdienstes, sagte, war die vierköpfige Forschergruppe erfahren, gut ausgerüstet und gut vorbereitet in den Schacht eingestiegen. „Es handelte sich um ein neu gefundenes Höhlensystem, im Eingangsbereich gab es viele lockere Steine.“

UPDATE 21.30 Uhr: Höhlenforscherin tot

Wie Maria Riedler von der Bergrettung kurz nach 21 Uhr gegenüber salzburg24.at bestätigte, ist die verunglückte 45-jährige Höhlenforscherin zwischenzeitlich aufgrund ihrer schweren Verletzungen verstorben. 

Die Höhlenforscherin ist mit drei Kollegen des Salzburger Höhlenvereins zu einer Erstbegehung am Dienstagnachmittag aufgebrochen. Die gutausgerüstete Gruppe stieg bis in 70 Meter Tiefe ab, als ein Stein sich aus der Wand löste und die Frau traf. Zwei ihrer Begleiter blieben bei der Verletzten, der vierte stieg auf, um einen Notruf abzusetzen. Zwei Notärzte und ein Höhlenretter erreichten in den frühen Abendstunden die Verletzte. Wann genau die 45-Jährige verstarb, ist noch unklar.

Rettungseinsatz am Untersberg - Höhlenforscherin stirbt

Wie die Presseagentur Aktivnews berichtet, handelt es sich bei der 45-jährigen Frau um eine der Bergretterinnen, die auch bei der Rettung Johann Westhausers im Juni 2014 beteiligt war.

Erstmeldung 20.45 Uhr

Zahlreiche Salzburger Höhlen- und Bergretter sind seit Dienstagnachmittag auf der österreichischen Seite am Untersberg im Einsatz. Laut Medienberichten ist eine Höhlenforscherin aus Salzburg nahe der Schwaigmühlalm in einer Höhle von einem Stein getroffen worden und ist danach abgestürzt. Die 45-Jährige soll bewusstlos im sogenannten Horrerschacht in rund 70 Metern liegen.

Salzburgerin derzeit noch nicht transportfähig

Wie salzburg24.at berichtet, dürfte sich die Rettung der Frau verzögern. Inzwischen sollen bereits zwei Notärzte die 45-jährige Forscherin erreicht haben. Laut Angaben der Retter könne sie aber erst ans Tageslicht gebracht werden, wenn die Notärzte sie als transportfähig einstufen. Helmut Obermair, selbst Höhlenretter und an der Rettung beteiligt, sagte gegenüber der APA: "Der Einsatz dürfte aus aktueller Sicht zumindest bis Mitternacht dauern". Die hohe Steinschlaggefahr stelle aber auch für die Retter ein hohes Risiko dar, so Obermair.

Derzeit sind rund 22 Höhlenretter, fünf Höhlenforscher, zwölf Bergretter, Helfer des Roten Kreuzes und ein Polizeihubschrauber im Einsatz. 

In der gleichen Höhle wurde im November 2014 ein Skelett entdeckt. Man fand durch aufwändige DNA-Untersuchungen heraus, dass es sich bei dem Skelett um einen Skifahrer handelt, der 1929 in diese Höhle gestürzt war.

Höhlenrettungseinsatz am Untersberg im Juni 2014

Das Unglück am Dienstagnachmittag erinnert an die Rettung des verunglückten Höhlenforschers Johann Westhauser im Juni. In einer zwölftägigen Rettungsaktion wurde er aus der Riesending-Schachthöhle befreit. Rund 700 Helfer waren im letzten Jahr an der Rettung beteiligt.

mh/Pressemeldung BRK BGL

Quelle: rosenheim24.de

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