Hölle in Haiti: Barrieren aus Leichen

Port-au-Prince - Während Retter aus aller Welt sich nach Haiti aufmachen, kommt die Hilfe bei den Menschen vor Ort nur sehr langsam an. CNN-Reporter berichten von dramatischen Szenen und einer zunehmend verzweifelten Bevölkerung in Port-au- Prince.

Wegen ausbleibender Hilfe hätten aufgebrachte Haitianer Straßensperren aus Leichen errichtet. Sie fühlten sich alleingelassen und wollten so gegen die ausbleibende Hilfe protestieren, hieß es. Noch immer graben die Menschen zumeist mit bloßen Händen in den Trümmern nach Überlebenden.

Auch im Süden hat das Erdbeben große Zerstörungen angerichtet. Die Deutsche Welthungerhilfe will sich deshalb auch auf diese Gebiete konzentrieren. Dort sei eine Reihe von Städten und Ortschaften schwer beschädigt worden, sagte der Repräsentant der Organisation in Haiti, Michael Kühn, der dpa. Großen Bedarf an Hilfe gebe es beispielsweise auch in Jacmal, Petit Goave und Leogane.

Nach Schätzung des Roten Kreuzes hat das Beben 45.000 bis 50.000 Menschen das Leben gekostet. Drei Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe. Die Zahl beruhe auf Informationen eines großen Netzwerks von Freiwilligen in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, sagte die Organisation am Donnerstagabend in ihrer ersten Einschätzung zur Opferzahl. Das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe war auch zwei Tage nach dem fürchterlichen Erdstoß noch nicht auszumachen.

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In der verwüsteten Hauptstadt Port-au-Prince herrschte weiterhin Chaos: Menschen kampierten im Freien, überall lagen Leichen.Einziger Hoffnungsschimmer: Die ersten internationalen Hilfsgüter und Rettungskräfte sind eingetroffen. Auch in Deutschland kam die Haiti-Hilfe ins Rollen: Dutzende Ärzte, Sanitäter, Techniker und Logistiker deutscher Organisationen werden in den nächsten Stunden und Tagen im Katastrophengebiet erwartet. Rund um die Hauptstadt Port-au-Prince wollen sie bei der Suche nach Vermissten und der Versorgung der Überlebenden helfen.

Zugleich müssen die Hilfslieferungen verteilt werden. Bereits in Haiti angekommen sind Helfer und Güter aus den USA, China, Großbritannien, Frankreich, Kuba und Island. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die benötigte Ausrüstung zum Entladen der Güter nicht vorhanden war.

Bilder: Erdbeben-Katastrophe in Haiti

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apn/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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