Generalstreik legt Griechenland lahm

+
Ein Generalstreik hat am Mittwoch in Griechenland das öffentliche Leben in vielen Bereichen lahmgelegt.

Athen - Ein Generalstreik hat am Mittwoch in Griechenland das öffentliche Leben in vielen Bereichen lahmgelegt. Auch Schulen sollten geschlossen bleiben. Hintergründe und Einzelheiten:

Massive Streiks gegen den Sparkurs der Regierung in Athen haben am Mittwoch weite Teile Griechenlands lahmgelegt. Zahlreiche Flüge fielen aus, Fähren bleiben in den Häfen, auch Busse und Bahnen sowie die Schulen wurden bestreikt. Die Proteste richten sich gegen die sozialistische Regierung, die im Kampf gegen die massive Staatsverschuldung auch auf Druck der Europäischen Union harte Einschnitte beschlossen hat.

Um die Mittagszeit sind mehrere Demonstrationen im Zentrum Athens und in anderen Städten geplant. Die Polizei zog aus Angst vor Krawallen starke Einheiten vor allem in der Hauptstadt zusammen. Im Mai waren bei schweren Ausschreitungen in Athen drei Menschen ums Leben gekommen. Autonome Gruppierungen mischen sich immer wieder unter die Demonstranten und lösen Krawalle aus.

Am Dienstagabend hatte das griechische Parlament nach einer zum Teil stürmisch verlaufenen Debatte eine Reihe von einschneidenden Änderungen in der Arbeitsmarktpolitik gebilligt. In den kommenden Tagen soll der Sparhaushalt 2011 verabschiedet werden. “Wir setzen Reformen in die Tat um, an die sich niemand in den vergangenen Jahrzehnten herangetraut hat“, sagte Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Es gebe keine Alternative außer dem Bankrott des Landes.

“Streikmarathon“ begann bereirs um Mitternacht

Ab 1. Januar sollen etwa die Abfindungen bei Entlassungen halbiert werden. Die von den Gewerkschaftsverbänden ausgehandelten Tariflöhne gelten nicht mehr automatisch. Stattdessen können Arbeitgeber mit den Betriebsräten niedrigere Gehälter aushandeln.

Der “Streikmarathon“ begann bereirs um Mitternacht. Zuerst traten die Fluglotsen in den Ausstand, bis Mitternacht (23.00 MEZ) sollen alle Flüge von und nach Griechenland ausfallen. Am frühen Morgen schlossensich auch die Seeleute dem Streik an. Von 6.00 Uhr (5.00 MEZ) an lief keine Fähre mehr aus Piräus und anderen griechischen Festlandshäfen zu den Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres aus.

Streiks sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden

In Radio und Fernsehen gibt es keine Nachrichtensendungen, sondern nur Musik und Filme oder Dokumentationen, weil auch die Journalisten streiken. Die Ärzte in den öffentlichen Krankenhäusern behandeln nur Notfälle. Busse und U-Bahnen sowie die Eisenbahn sollen für mehrere Stunden stillstehen. Auch die Taxifahrer wollen vier Stunden lang die Arbeit niederlegen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser