Geldhahn zu: Keine Bürgschaften für türkischen Staudamm

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Die Hermes-Bürgschaften für den Bau des türkischen Ilisu-Staudammes wurden wegen Verstößen gegen Umweltauflagen gestoppt.

Berlin/Istanbul - Wegen Verstößen gegen verschiedene Auflagen haben Deutschland, Österreich und die Schweiz Kreditbürgschaften für den türkischen Großstaudamm Ilisu gestoppt.

Konkret handelt es sich um Verstöße gegen Umweltauflagen und gegen den Schutz von Kulturgütern. Bedingungen für die Exportkreditgarantien seien nicht in genügendem Maße erfüllt worden, teilten die Euler Hermes Kreditversicherung, die Österreichische Kontrollbank und die Schweizerische Exportrisikoversicherung am Dienstag mit.

Gegen das Bauprojekt, dass auch die am Tigris gelegene archäologisch bedeutende Stadt Hasankeyf bedroht, hatte es in der Türkei und international Proteste gegeben. Deutschland hatte das Bauprojekt mit rund 190 Millionen Euro über eine Hermes-Bürgschaft abgesichert.

Der geplante 300 Quadratkilometer großen Stausee, der oberhalb der 1820 Meter langen und 135 Meter hohen Ilisu-Staumauer entstehen soll, würde Wohnorte von mehr als 10 000 Menschen überfluten. Die türkische Regierung verspricht sich neben der Energiegewinnung eine Entwicklung der Landwirtschaft durch mehr Bewässerungsmöglichkeiten.

Der Bürgermeister von Hasankeyf , Abdulvahap Kusen, begrüßte die Kündigung der Bürgschaften. “Wir wollen nicht, dass Hasankeyf zerstört wird“, sagte Kusen. Er forderte, die jahrtausendealte Ortschaft als UNESCO-Weltkulturstätte zu schützen.

dpa

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