Neue Debatte um Salzburger Stadtflughafen

Grüne und bayerische Fluglärmgegner fordern weniger Privatflieger

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Nicht nur der Charterverkehr im Winter, sondern auch der Linienverkehr und zahlreiche private Kleinflugzeuge sind nun in die Kritik geraten, Grüne und bayerische Fluglärmgegner wollen beides reduzieren.
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Freilassing/Salzburg - Die Diskussion um den Klimaschutz nimmt weiter Fahrt auf und ist jetzt auch am Stadtflughafen Salzburg gelandet. Inlandsflüge zwischen Wien und Salzburg sollen nach Meinung der Grünen eingestellt und die zunehmenden Privatflieger eingeschränkt werden. Auch die bayerischen Fluglärm-Gegner schließen sich der Forderung an.

Nach der fünfwöchigen Ruhe wegen der Pistensanierung um Pfingsten ist der Fluglärm nun wieder zum Thema geworden, sowohl in den Salzburger Medien, als auch in der Politik. Zum einen geht es um verspätete Landungen bei Linienflügen aus dem Inland, zum anderen aber auch um die allgemeine Luftfahrt, also die private Fliegerei. „Fluglärm macht krank, das ist wissenschaftlich erwiesen. Daher muss gerade der innerstädtische Salzburger Flughafen unnötigen Fluglärm vermeiden“, so Bernhard T. Carl von den Grünen in der Stadt. Mehr als die Hälfte des Flugverkehrs entfalle auf Privat- und Freizeitflüge, hier brauche es deutliche Einschränkungen. "Nicht nur die Zeiten, in denen gestartet und gelandet werden darf, müssen eingeschränkt werden sondern auch die Anzahl der Flüge“, fordert Carl.

Privatflugzeuge belasten Bayern

Kritisch äußert sich auch Bettina Oestreich gegenüber BGLand24, „unabhängig von jeder Parteipolitik bin ich der Meinung, dass jedes Flugzeug weniger am Salzburger Flughafen unsere Bürger entlastet, egal ob Privat, Charter oder Linie“. Ihrer Meinung nach sind ein Stadtflughafen und die private Fliegerei ein Widerspruch. Der Airport im Stadtteil Maxglan liegt an der Grenze zu Wals-Siezenheim, nur wenige Kilometer von der Innenstadt entfernt und wird auch von bayerischen Fluggästen gerne genutzt. Das Hauptziel der Fluglärmgegner in Freilassing, Ainring und Saaldorf- Surheim bleibe eine Aufteilung der bestehenden Flugbewegungen auf beide Richtungen „und die signifikante Reduktion der Nutzung des deutschen Hoheitsgebiets egal wie viel und welche Maschinen unterwegs sind“, so Oestreich. Und die Anrainersprecherin wird noch deutlicher, „wir sind gegen die in Salzburg betriebene Privatfliegerei, die uns nur belastet aber nichts bringt, also die Flugschulen, die Fallschirmspringer und auch die Red Bull Air Base“.

Braucht es noch Inlandsflüge?

Neben den privaten Flügen ist auch eine Diskussion darüber entbrannt, ob es noch Inlandsflüge zum Beispiel von Salzburg nach Wien braucht, die Wirtschaft sagt klar „ja“, die Grünen sagen „Nein“, denn diese Inlandsflüge seien besonders klimaschädlich, "und mit der hervorragenden Verbindung des Wiener Flughafens durch die ÖBB mit einer Reisezeit von drei Stunden sind Inlandsflüge von Salzburg nach Wien auch nicht mehr notwendig".

Der ehemaligen Flughafen-Aufsichtsrat und Pilot Anton Bucek erteilt dem Vorstoß der Grünen eine Absage, „sie springen populistisch auf ein Thema wenn der Salzburg Airport gerade in einer Phase der bösen Diskussion unter unqualifizierter Führung und Eigentümervertretung steht“. Das sei legitim für jemanden, der das Unternehmen beseitigen möchte, „ich sehe das als verantwortungslos und schäbig“. So hätten die Anrainer des Flughafens Wien-Aspern sich gegen die Allgemeine Luftfahrt aufgelehnt und wollten den Asperner Flughafen los werden. Sie hätten das auch geschafft, die Flieger seien nach Bad Vöslau gekommen und stattdessen hätten die sie jetzt das Asperner Motorenwerk und zuletzt die Seestadt Aspern. Für Bucek ist das „ein Tausch von ein wenig Fluglärm an schönen Tagen und einem riesigen ökologischen Grünraum gegen eine im Schichtbetrieb arbeitende Fabrik und eine riesige Satelliten-Stadt“.

hud

Quelle: rosenheim24.de

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