Drahtzieher des 9/11 kommt vor Gericht

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Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 vor Gericht.

Washington - Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 und vier weitere Guantánamo-Häftlinge sollen in New York vor Gericht gestellt werden.

Justizminister Eric Holder wollte am Freitag offiziell bekanntgeben, dass sich Khalid Sheikh Mohammed und die anderen vor einem New Yorker Zivilgericht verantworten müssen, wie die Nachrichtenagentur AP aus Regierungskreisen erfuhr. Dem Hauptverdächtigen für den Anschlag auf die “USS Cole“ im Jahr 2000, Abd al-Rahim al-Nashiri, soll dem Gewährsmann zufolge zusammen mit anderen Angeklagten vor einer Militärkommission der Prozess gemacht werden. Infrage kommt unter anderem ein Tribunal im Staat South Carolina.

Die Terrorverdächtigen in den USA vor Gericht zu bringen ist einer der wichtigsten Schritte beim Vorhaben von US-Präsident Barack Obama, Guantánamo zu schließen. Geplant war das Ende des Lagers auf Kuba eigentlich für Ende Januar, dieser Zeitplan wird sich aber nicht einhalten lassen. Weil bislang formal keine Anklage gegen die meisten Häftlinge erhoben wurde, dürfte sich ihr Transfer in die Vereinigten Staaten über Wochen hinziehen. Bis Montag muss die Regierung entscheiden, wie gegen die zehn Gefangenen weiter vorgegangen werden soll, für die ein Verfahren vor Militärtribunalen vorgesehen ist.

Unklar war dem Gewährsmann zufolge zunächst, ob den Verdächtigen im Zusammenhang mit dem 11. September 2001 - neben Sheikh Mohammed sind dies noch Waleed bin Attash, Ramzi Binalshibh, Mustafa Ahmad al-Hawsawi und Ali Abd al-Aziz Ali - bei einem Prozess vor einem Zivilgericht weiterhin die Todesstrafe droht. Ein Guantánamo-Häftling wurde bereits für ein Verfahren nach New York verlegt, die Todesstrafe wurde für ihn nicht gefordert.

AP

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