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Erkenntnisse „höchste Bedeutsamkeit“

Organschäden auch bei mildem Verlauf möglich: Hamburger Studie zeigt Gefahren einer Corona-Infektion

Hamburger Forscher untersuchten die Folgen milder Corona-Infektionen auf die Organe. Die Erkenntnisse haben „höchste Bedeutsamkeit“ – auch im Hinblick auf Omikron.

Hamburg - Eine Infektion mit dem Coronavirus* kann verschiedene Verläufe nehmen. Manche Personen zeigen kaum Symptome, andere müssen hingegen auf der Intensivstation behandelt werden oder sterben gar. Forschende der Uniklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) haben nun herausgefunden, dass selbst milde bis moderate Covid-Verläufe mittelfristig Organschäden nach sich ziehen können.

Corona-Infektion: Hamburger Forscher untersuchen Auswirkungen auf Organe

Die von der Stadt Hamburg unterstützte Analyse im Rahmen der großangelegten Gesundheitsstudie „Hamburg City Health Study (HCHS)“ wurde am Mittwoch (5. Januar) als sogenannte Fast-Track-Publikation in der Fachzeitschrift European Heart Journal veröffentlicht. Die Forschenden untersuchten dabei das Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem, die Lunge, die Nieren und das Gehirn auf Funktion, Struktur und mögliche Folgeschäden im Mittel zehn Monate nach einer überstandenen Corona-Infektion*.

Die insgesamt 443 Studienteilnehmer im Alter zwischen 45 und 74 Jahren gaben an, zum Zeitpunkt ihrer Infektion unter keinen, milden oder höchstens mäßigen Symptomen gelitten zu haben. 93 Prozent von ihnen wurden laut UKE rein ambulant behandelt. Keiner der Teilnehmer musste intensivmedizinisch versorgt werden. Die Daten der Untersuchungen wurden abgeglichen mit einer Vergleichsgruppe von 1328 Personen mit ähnlichem demografischem und sozialem Hintergrund, die nicht mit dem Coronavirus* infiziert waren.

Corona-Studie: Organschäden auch bei mildem Verlauf möglich

Das Ergebnis: die Forschenden konnten bei den Corona-Infizierten im Vergleich zur Kontrollgruppe Anzeichen für mittelfristige Schäden an den Organen feststellen. Das Lungenvolumen war bei den Studienteilnehmern um etwa drei Prozent reduziert. Zudem wurde ein leicht erhöhter Atemwegswiderstand festgestellt. Bei den Herzuntersuchungen stellte sich heraus, dass die Pumpkraft durchschnittlich um ein bis zwei Prozent abnahm. Zugleich stieg der Spiegel eines speziellen Markerproteins im Blut, das Auskunft über die Belastung des Herzens gibt, bei den Genesenen um 41 Prozent.

Auch die Nierenfunktion der Probanden ging nach der überstandenen Corona*-Infektion um zwei Prozent zurück. Als weiteres zentrales Ergebnis konnte bei Ultraschalltests festgestellt werden, dass bei den Studienteilnehmern zwei- bis dreifach häufiger Zeichen einer zurückliegenden Beinvenenthrombose auftraten. Bei der Untersuchung der Gehirnfunktion wurden im Vergleich zur Kontrollgruppe keine Verschlechterungen festgestellt. In Fragebögen wurden die Infizierten zudem zu Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität befragt. Laut den Einschätzungen der Probanden gab es dabei kaum Veränderungen zur Zeit vor ihrer Corona-Infektion.

Nach einem milden Verlauf einer Corona-Infektion sind auch Organschäden möglich. (Symbolbild)

Corona-Studie: Erkenntnisse haben „höchste Bedeutsamkeit“ – auch im Hinblick auf Omikron

„Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint“, erklärten Raphael Twerenbold, wissenschaftlicher Studienzentrumsleiter und Kardiologe im Universitären Herz- und Gefäßzentrum des UKE, und Erstautorin Elina Petersen, Epidemiologin im epidemiologischen Studienzentrum des UKE, in einer Pressemitteilung.

„Die Ergebnisse ermöglichen es uns, frühzeitig mögliche organische Folgeerkrankungen zu erkennen und die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen einzuleiten“, sagte Stefan Blankenberg, ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE. Die Hamburger Senatorin Katharina Fegebank erklärte: „Dass nun die ersten Ergebnisse der weltweit größten Gesundheitsstudie zu den gesundheitlichen Folgen von Covid-19 da sind, ist ein großer Erfolg und wichtiges Signal in der Pandemie.“ (ph)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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